Steuern und Recht kompakt Kostenfalle Dienstwagen

Ein privat genutzter Dienstwagen kann durch die anfallende Steuer schnell unerwartet teuer werden. Worauf Arbeitnehmer achten sollten.

Fiskus ausbremsen: Fahrtenbuch senkt Steuerlast Quelle: dpa

Arbeitnehmer, die ihren Dienstwage auch privat nutzen, müssen diesen geldwerten Vorteil versteuern. Dabei haben sie die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Methoden:
Ein-Prozent-Regel: Pro Monat wird ein Prozent des Brutto-Listenpreises versteuert. Beispiel: Der Dienstwagen kostet 35 000 Euro, demnach müsste der Arbeitnehmer 350 Euro pro Monat mit seinem individuellen Steuersatz versteuern. Dieses Verfahren ist nur für Fahrzeuge zulässig, die zu mindestens 50 Prozent betrieblich genutzt werden. Wird der Dienstwagen auch für Fahrten von der Wohnung zur Arbeit genutzt, erhöht sich der geldwerte Vorteil im Monat um 0,03 Prozent des Listenpreises pro Kilometer Entfernung.

Fahrtenbuch: Der Arbeitnehmer dokumentiert alle privaten und betrieblichen Fahrten. Nur der private Anteil ist als geldwerter Vorteil zu versteuern. Wenn der Dienstwagen nur selten für private Zwecke genutzt wird, ist das Führen eines Fahrtenbuchs meist die günstigere Methode. Damit das Finanzamt die Einträge im Fahrtenbuch als Grundlage für die Besteuerung anerkennt, sollten Arbeitnehmer folgende Angaben aufführen:

Betriebliche Fahrten: Kilometerzahl für einzelne Fahrten plus Gesamtkilometerstand, genaue Adresse des Fahrtziels und der Person, die besucht wird.

Schnellgericht


Privatfahrten: Kilometerzahl für einzelne Fahrten, Hinweis auf Wege von der Wohnung zur Arbeitsstätte sowie den Kilometerstand beim Wechsel zu betrieblich veranlassten Fahrten. Alle Einträge ins Fahrtenbuch sind fortlaufend und zeitnah zu machen. Nachträgliche Ergänzungen sind unzulässig. Fahrtenbücher sind in der Regel handschriftlich zu führen, um nachträgliche Manipulationen auszuschließen. Das Finanzgericht Köln entschied, dass ein elektronisches Fahrtenbuch in Form von Excel-Tabellen nicht anerkannt wird (10 K 33/15). In diesem Fall hatte ein angestellter Steuerberater seinen Dienstwagen sowohl beruflich als auch privat genutzt. Die Fahrten dokumentierte er mithilfe eines Diktiergeräts. Aufgenommene Radiosendungen, die im Hintergrund liefen, sollten das Datum des Eintrags belegen. Seine Sekretärin übertrug die Aufnahmen in Excel-Tabellen. Das reichte den Finanzrichtern nicht. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Einträge manipuliert werden. Daran würden die Hintergrundgeräusche nichts ändern. Zudem sei nicht „mit einem vertretbaren Aufwand überprüfbar“, ob die Bänder eins zu eins in die Tabellen übertragen worden sind. Die Entscheidung des Finanzamts, das Fahrtenbuch nicht als Grundlage für die Besteuerung des geldwerten Vorteils anzuerkennen, sei daher richtig. Stattdessen greife die Ein-Prozent- Regel. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Ein Wechsel zwischen den beiden Methoden ist nur zu Jahresbeginn oder beim Umstieg auf einen neuen Dienstwagen möglich. Wäre die andere Methode letztlich günstiger gewesen, können Arbeitnehmer wenigstens im Rahmen ihrer Steuererklärung die Methode nachträglich ändern.

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