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Steuern und Recht kompakt Rechtstipp der Woche: Flüchtige Vorteile beim Krankenkassenwechsel

Was Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse beachten sollten. Außerdem gibt es Neues zur Schenkungssteuer und zum Rentenaufschlag für den öffentlichen Dienst.

Diesen Krankenkassen sterben die Kunden weg
Krankenkassenkarten Quelle: dpa
Steine mit Aufschriften Quelle: dpa
Schriftzug der AOK Quelle: dpa
Grafik des Dienstes für Gesellschaftspolitik Quelle: Handelsblatt
Screenshot der Internetseite der G&V BKK Quelle: Handelsblatt
Screenshot der Internetseite der BKK Phoenix Quelle: Handelsblatt
Screenshot der Internetseite der BKK Medicus Quelle: Handelsblatt

Pünktlich zum Jahresanfang flatterten Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) Briefe mit den neuen Zusatzbeiträgen ins Haus. Zwar hat der Gesetzgeber zum 1. Januar den GKV-Beitragssatz von 15,5 auf 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt. Oben drauf schlagen die Kassen jedoch Zusatzbeiträge von durchschnittlich 0,9 Prozentpunkten. Wegen der neuen Zusatzbeiträge haben Kassenmitglieder ein Sonderkündigungsrecht, das auch bei künftigen Erhöhungen gilt. Bis 31. Januar können sie kündigen und zum 1. April in eine andere Kasse wechseln. Wer sich für eine neue Kasse entscheidet, bleibt 18 Monate lang gebunden. Kein Sonderkündigungsrecht haben GKV-Mitglieder, die einen Wahltarif ihrer Kasse abgeschlossen haben, an den sie drei Jahre gebunden sind. Ob sich ein Wechsel der Krankenkasse lohnt, hängt von folgenden Kriterien ab:

Recht einfach: Taxi

  • Gesundheit: Wer wenig Leistungen in Anspruch nimmt, weil er fit ist, hängt nicht so stark von der Kulanz der alten Kasse ab. Bei chronisch Kranken dagegen besteht das Risiko, bei der neuen Kasse einen langen, bürokratischen Kampf um Leistungen führen zu müssen.
  • Beitrag: Je höher die Zusatzbeiträge der alten und je niedriger die der neuen Kasse sind, desto lukrativer ist es, zu wechseln. Beispiel: Steigt der Versicherte von einer Kasse mit 0,9 Prozent Zusatzbeitrag auf eine mit 0,3 Prozent um, spart er pro Jahr 297 Euro, wenn er den Höchstbeitrag zahlt. Eine Übersicht mit den Zusatzbeiträgen der Kassen findet sich unter www.gkv-zusatzbeitraege.de. Da die Zusatzbeiträge jährlich angepasst werden, kann eine günstige Kasse schnell wieder teuer werden. Vor Einführung des Einheitsbeitrags 2009 buhlten vor allem kleinere Krankenkassen über niedrige Beiträge um neue Mitglieder. Die meisten passten ihre Beiträge jedoch wieder nach oben an, um kostendeckend zu arbeiten. Wer immer den günstigsten Beitrag zahlen will, sollte sich darauf einstellen, ständig die Kasse wechseln zu müssen.
  • Leistungen: Zwar legt der Gesetzgeber 95 Prozent des Leistungskatalogs fest, allerdings können die Kassen freiwillige Extras anbieten. Dazu zählen alternative Heilmethoden, darunter Homöopathie und Osteopathie. Wer solche Leistungen häufig nutzt, sodass diese finanziell ins Gewicht fallen, sollte auch ein Leistungsplus der neuen Kasse in sein Wechselkalkül einbeziehen.

Diese freiwilligen Leistungen können die Kassen jedoch jederzeit wieder aus ihrem Katalog streichen oder einschränken. Beispiel: Weil Osteopathie so gut angenommen wird, hat die Techniker Krankenkasse zum 1. Januar die Leistungen gekürzt. Jetzt zahlt sie nur noch drei Sitzungen zu 40 Euro pro Jahr. Vorher waren es sechs Sitzungen zu je 60 Euro. „Krankenkassen wollen sich zwar über Zusatzleistungen von anderen Anbietern abheben, aber nur so lange, wie das finanzierbar ist“, sagt Lars Winkler, Rechtsanwalt für Versicherungsrecht in der Kanzlei Wilhelm in Düsseldorf. Bei zu vielen Anträgen seien die Kassen gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Sei ein Antrag auf freiwillige Leistungen jedoch bereits genehmigt, müssten die Kassen zahlen, auch wenn die Therapie bis ins neue Kalenderjahr laufe, in dem die Kürzungen griffen.

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