Steuerprüfung Topverdiener tricksen immer stärker

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Topverdiener in Deutschland, wie Manager und Profi-Fußballer, tricksen offenbar immer stärker bei ihrer Steuererklärung. Das zeigen Zahlen des Finanzministeriums in NRW, die der WirtschaftsWoche vorliegen.

Topverdiener in Deutschland, tricksen offenbar immer stärker bei ihrer Steuererklärung. Quelle: dpa

Demnach haben die Finanzbehörden im gesamten Bundesgebiet 2015 von extrem gut verdienenden Arbeitnehmern nach Steuerprüfungen durchschnittlich 273.022 Euro nachgefordert, 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt spülte dies rund 329 Millionen Euro in die Staatskasse. Die Einnahmen stiegen deutlich, obwohl die Anzahl der Prüfungen zum Vorjahr sogar sank. In einzelnen Ländern waren die Steuerprüfer besonders erfolgreich, etwa in Nordrhein-Westfalen. Dort forderten sie 2015 pro Fall 336.603 Euro nach, rund 90 Prozent mehr als im Vorjahr. In Bayern trieben die Prüfer pro Fall sogar 459.000 Euro zusätzlich ein.

Die Zahlen betreffen sogenannte Einkunftsmillionäre, von denen es in Deutschland rund 10.000 gibt. Darunter fallen Steuerzahler, die als Arbeitnehmer, Vermieter und Kapitalanleger im Jahr über 500.000 Euro versteuern müssen. Unternehmer fallen nicht in die Kategorie. Sie werden meist mit ihren Unternehmen geprüft. Seit einigen Jahren nehmen Steuerprüfer die Einkunftsmillionäre stärker ins Visier. Dabei treffen sie eine risikobasierte Auswahl, die Fälle mit hohem Hinterziehungsrisiko erfassen soll. Details sind geheim. Allerdings sollen Profi-Fußballer häufig ins Raster passen. Jüngst hatten Enthüllungen zu umstrittenen Steuertricks von internationalen Profi-Fußballern wie Cristiano Ronaldo von Real Madrid für Aufsehen gesorgt.

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