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Steuertipps So drücken Selbstständige ihre Steuerlast

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Akribisch führen

Was Selbstständige bei der Vorsorge beachten müssen
Eine Auswahl von Versicherungskarten verschiedener Krankenkassen Quelle: dpa
Eine Euromünze steht auf der Versichertenkarte einer privaten Krankenversicherung Quelle: dpa
Tänzer des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe (v.l) Bruna Andrade (Hora Frau), Blythe Newman (Momo) und Admill Kuyler (Hora Mann) Quelle: dpa
ein Patient wird von einem Arzt gegen Tetanus geimpft. Quelle: AP
Ein Notarztwagen Quelle: AP
Besucher der Agentur für Arbeit Quelle: dpa
Aeltere Frauen sitzen am 5. November 2008 auf einer Bank am Ufer des Ammersees Quelle: AP


Das Fahrtenbuch als Berechnungsgrundlage lohnt sich hingegen meist für Selbstständige, die etwa 60 Prozent der Kilometer oder mehr beruflich zurücklegen. Dann ist der Steuervorteil nach der Fahrtenbuchmethode regelmäßig größer als nach der Ein-Prozent-Regel. Allerdings ist ein Fahrtenbuch auch lästig.

Wichtig ist es, das Fahrtenbuch akribisch zu führen und alle Belege zu den Autokosten aufzubewahren. Denn die Finanzbehörden fürchten schnell, an der Finanzierung eines teuren Privatautos beteiligt zu werden.

Daher prüfen die Beamten oft, ob sich aus Tankquittungen, Kilometerständen, Fahrtzeiten und Zielorten Widersprüche ergeben und die betriebliche Nutzung tatsächlich im angegebenen Umfang stattfindet. Im schlimmsten Fall erkennt die Behörde das Auto nicht als Firmenfahrzeug an.

Selbst bei überwiegend privater Nutzung des Autos können betrieblich verursachte Fahrten steuermindernd angegeben werden. Dazu kann der Fahrzeugeigentümer dem Betrieb jede Fahrt mit 30 Cent pro Kilometer in Rechnung stellen – und somit die Betriebsausgaben erhöhen. Mehr lässt sich eventuell noch herausholen, wenn die tatsächlichen Fahrzeugkosten belegt und anteilig dem Betrieb zugeordnet werden.

Steuermindernde Abschreibungsarten für Selbstständige


Ein teures Firmenfahrzeug zu kaufen, um die Steuerbelastung zu senken, ist jedoch ökonomischer Unsinn – zumal das Finanzamt womöglich misstrauisch wird und die Fahrzeugwahl hinterfragt. „Gelegentlich muss ich Existenzgründer schon mal etwas bremsen“, berichtet Steuerexperte Kimmerle. „Auch wenn sich der Staat über die Steuer an den Anschaffungskosten des Oberklasse-Firmenwagens beteiligt, bekommt der Selbstständige sie lediglich bis zur Höhe des persönlichen Steuersatzes erstattet. Den Rest zahlt der Unternehmer aus der eigenen Tasche.“

Ein Firmenfahrzeug verursacht nicht nur laufend Kosten, sondern gehört zudem zum Betriebsvermögen und kann als solches auch abgeschrieben werden. Die Abschreibungsdauer beträgt bei Neufahrzeugen sechs Jahre. So kann der Selbstständige seinen Betriebsgewinn pro Jahr um ein Sechstel des Anschaffungspreises herabsetzen. Auch ein gebrauchtes Privatfahrzeug kann in das Betriebsvermögen überführt werden. Dann ist der Restwert des Autos zu ermitteln und abzuschreiben.

Abschreibungen auf Investitionen sind für Unternehmer das ideale Mittel, um die Steuerlast zu senken. Denn jede Abschreibung bewirkt eine Gewinnminderung. Welche Anschaffungen über wie viele Jahre abzuschreiben sind, lässt sich den Afa-Tabellen der Finanzbehörden entnehmen.

Demnach beträgt die Abschreibungsdauer zum Beispiel für Büromöbel 13 Jahre, für einen Computer nur drei Jahre. Die abgeschriebenen Güter, das Abschreibungsvolumen, der Abschreibungssatz und die Abschreibungsdauer müssen Selbstständige in einem Anlagenverzeichnis auflisten.

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