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Steuertipps So drücken Selbstständige ihre Steuerlast

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Familienangehörige einsetzen

Steuertricks, die der Fiskus sofort entlarvt
Arbeitszimmer lassen sich steuerlich geltend machen. Wer aber versucht, das Kinderzimmer oder die Abstellkammer als Büro zu deklarieren, kann damit auf die Nase fallen. Kontrollen der Finanzbeamten sind nämlich gar nicht so unüblich. Quelle: dpa
Ein ebenfalls beliebter Trick ist, aus dem tatsächlichen Arbeitsweg von 25 Kilometern eine Strecke von 40 Kilometern zu machen, um so eine höhere Pendlerpauschale abzugreifen. Das ist sowohl rechtswidrig, als auch leicht durchschaubar. Routenplaner sei dank, fällt dieser Trick binnen Sekunden auf. Einen kleinen Umweg zu machen, um beispielsweise Stauknotenpunkte zu umfahren, ist dagegen völlig in Ordnung. Quelle: dpa
Prinzipiell lohnt es sich, relevante Quittungen aufzuheben und mit der Steuererklärung einzureichen. Die Betonung liegt auf relevant. Wer jede Buchquittung einreicht, muss damit rechnen, dass der Fiskus prüft, um was für Bücher es sich handelt. Die Liebesschnulze als notwendige Fachliteratur zu deklarieren ist deshalb schwierig. Quelle: dpa
Wer zu einem Bewerbungsgespräch fährt, kann die Fahrtkosten wie auch die Kosten für die Bewerbung an sich, steuerlich geltend machen. Wer allerdings angibt, mehrere hundert Euro für ein Bewerbungsbild ausgegeben zu haben oder quer durch die ganze Republik gefahren zu sein, muss sich auf Nachfragen der Finanzbeamten einstellen. Quelle: dpa
Auch die Kosten für Weiterbildungen sollte man nur dann von der Steuer absetzen, wenn das Seminar nicht ohnehin vom Arbeitgeber bezahlt worden ist. Fliegt es auf, dass Arbeitnehmer Kosten absetzen wollen, die sie gar nicht hatten, gibt das richtig Ärger.
Dem Fiskus Kapitalerträge zu verheimlichen lohnt sich nicht. Banken aus dem EU-Ausland melden Zinserträge automatisch dem Staat, von deutschen Geldhäusern können die Beamten die Jahresbescheinigung anfordern. Quelle: dpa
Wer seinen Kindern die Gewinne aus Aktiendeals überweist, kann prinzipiell die Steuern auf Kapitalerträge umgehen, da die Kinder einen eigenen Sparerfreibetrag einrichten können. Allerdings gibt es Ärger mit dem Finanzamt, wenn die Eltern noch Zugriff auf das Geld haben. In diesem Fall handelt es sich nämlich um eine Scheinübertragung - und die ist nicht zulässig. Quelle: AP


Bei Personengesellschaften wie einer GbR, der OHG oder einer KG können Familienmitglieder ebenfalls für Steuervorteile sorgen. Gibt es beispielsweise volljährige Kinder mit eigenem Einkommen, gilt für diese eine Steuerbefreiung bis zum steuerlichen Grundfreibetrag von aktuell 8354 Euro für das Steuerjahr (2013: 8130 Euro). Der Unternehmer kann seinem Kind also ein Gehalt bis zu dieser Höhe zahlen und somit seine Gewinne mindern – was wiederum die Steuerlast senkt.

„Es gibt auch Modelle, bei denen die Kinder zu Mitgesellschaftern werden, also zu Unternehmern“, erläutert Kimmerle. „Für die Familie insgesamt sinken die Abgaben an den Fiskus.“ Das gleiche Prinzip kommt zum Einsatz, wenn die Kinder einen Minijob beim Unternehmer-Vater erhalten und für das Einkommen bis zur Höhe von 450 Euro pro Monat nur pauschal 30 Prozent Sozialversicherungsbeiträge dafür zu zahlen sind. „Für den Unternehmer lohnt sich das aber nur, wenn sein individueller Steuersatz über den 30 Prozent für die Lohnnebenkosten liegt“, relativiert Kimmerle.

In Arbeit
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Die meisten Selbstständigen lassen einen Steuerberater die Steuererklärung oder gleich die gesamte Buchführung erstellen. Wer die verschiedenen Möglichkeiten zur Steuersenkung schon vorher im Kopf hat, kann gezielt die steuerlichen Auswirkungen von Anschaffungen oder Investitionen vorab besprechen.

Das Beste daran: Die Kosten für den Steuerberater lassen sich wie jede betrieblich genutzte Dienstleistung zu den Betriebsausgaben rechnen – was wiederum den zu versteuernden Betriebsgewinn senkt.

Allerdings sollten Selbstständige, die ihren Betriebsgewinn regelmäßig klein rechnen, nicht übertreiben. Denn vermisst das Finanzamt bei der ausgeübten Selbstständigkeit die Absicht, auf Dauer Gewinne zu erzielen, sind die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten verloren.

Das Finanzamt geht dann davon aus, dass es sich bei dem betriebenen Geschäft um Liebhaberei handelt - und da endet der Steuersparspaß.

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