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Steuertipps Wo Familien sparen können

Ehegatten-Splitting oder Kinderfreibetrag: Familien haben zahlreiche Möglichkeiten, die Haushaltskasse aufzubessern, selbst ohne Trauschein. Die wichtigsten Tipps.

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Mit diesen Tipps lässt sich auch ohne Trauschein von Steuervorteilen profitieren. Quelle: dpa

Im Dezember herrscht in vielen Standesämtern noch mal Hochbetrieb. Der Grund: Wer noch vor Jahresende heiratet, sichert sich die Steuervorteile für das gesamte Steuerjahr.

Das kann sich lohnen, weil Ehepaare und Familien vom Staat gefördert werden und daher steuerlich entlastet werden. Allerdings hat diese etwas altmodische Regelung auch ihre Tücken.

Paare können nach der Heirat von der steuerlichen „Zusammenveranlagung“ profitieren. Das heißt, die beiden Einkommen werden addiert und rechnerisch auf beide Ehegatten verteilt. Diese steuerliche Behandlung wird auch „Splittingtarif“ genannt.

Je höher der Einkommensunterschied, desto günstiger ist das für das Paar. Das hat zwei Gründe: Zum einen profitiert der Partner mit dem höheren Einkommen davon, dass sein zu versteuerndes Einkommen sinkt und er die Steuerprogression – also den steigenden Steuersatz bei höheren Einkommen – abmildern kann.

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    Die Wahl der Steuerklasse

    Der andere Grund liegt in der Möglichkeit, die Steuerklassen III und V zu wählen: Die günstigere Klasse III für das höhere Einkommen, Klasse V für das geringere Einkommen. Steuerexpertin Isabell Gusinde von der Postbank geht davon aus, dass sich diese Kombination lohnt, wenn einer der Partner mindestens 60 Prozent der Einkünfte erzielt. Sind die Einkommen ungefähr gleich, ist hingegen die Steuerklasse IV für beide Partner die günstigste Option.

    Allerdings bringt der Steuerklassenwechsel nur zeitliche Vorteile. Hat das Paar seine Steuererklärung abgegeben, errechnet das Finanzamt die gemeinsam zu zahlende Steuer unabhängig von den gewählten Steuerklassen. Welche Steuerklasse die beiden vorher gewählt hatten, spielt dann nur für die Höhe der Erstattung oder Nachzahlung eine Rolle, nicht aber für die absolute Höhe der Steuerlast. Dennoch: Durch die geschickte Wahl ihrer Steuerklasse profitieren Ehepartner deutlich früher vom Splittingvorteil, als wenn sie erst auf die Erstattung durch das Finanzamt warten.
    Steuerexpertin Gusinde weist zudem auf Konsequenzen an anderer Stelle hin: „Die Lohnsteuerklasse beeinflusst auch die Höhe von Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Elterngeld, Arbeitslosengeld oder Krankengeld.“ Wer mit solchen Zahlungen rechnet, sollte in Steuerklasse III wechseln, weil dadurch die Berechnungsgrundlage für diese Leistungen steigt. Kleine Ausnahme: Elterngeld gibt es auch, wenn der Antragsteller gar eigenes Einkommen hat. Dann gibt es ein Jahr lang pauschal 300 Euro monatlich.

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    Auch eingetragene Lebensgemeinschaften können vorerst die Vorteile des Splittingtarifs nutzen. Das Finanzgericht Schleswig-Holstein zum Beispiel hat zwei Frauen entgegen dem Beschluss des zuständigen Finanzamts erlaubt, die Steuerklassen III und V zu nutzen – zumindest bis zur endgültigen Klärung vor dem Bundesverfassungsgerichts, das sich mit mehreren Musterprozessen beschäftigt (2 BvR 909/06, 2 BvR 1981/06 und 2 BvR 288/07). Einzelne Finanzgerichte, wie das Finanzgericht Düsseldorf, verweigern eingetragenen Lebenspartnern bislang noch den Anspruch auf Eintragung der vorteilhaften Steuerklassen.

    Vorsicht sollten Alleinerziehende walten lassen, denn der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende entfällt durch die Heirat. Dann ist ein Steuervorteil von 1308 Euro pro Jahr erst einmal futsch.

    Wer Kinder hat, sollte unbedingt das staatliche Kindergeld beantragen. Für die ersten beiden Kinder gibt jeweils es 184 Euro monatlich, für das dritte Kind 190 und für jedes weitere Kind 215 Euro pro Monat. Das ist auch bei der Steuer kein Nachteil, denn das Kindergeld wird nicht auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet und erhöht somit die Steuer nicht.
    Außerdem sollten Familienväter oder -mütter ihre Arbeitgeber über den Nachwuchs informieren. Denn für kinderlose Arbeitnehmer müssen diese einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent in der Pflegeversicherung abführen, den der Arbeitnehmer komplett selbst tragen muss. Mit der Geburt eines Kindes fällt dieser Zuschlag lebenslang weg.

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    Tipps für Kindergeld

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      Zudem gibt es seit diesem Jahr noch einen kleinen zusätzlichen Steuervorteil: Bis zum Alter von 25 Jahren gibt Kindergeld für die Sprösslinge unabhängig davon, was sie selbst verdienen – vorausgesetzt sie befinden sich noch in ihrer ersten Berufsausbildung. Ist der Nachwuchs bereits in einer zweiten Berufsausbildung und arbeitet mehr als 20 Stunden pro Woche, entfallen die staatlichen Zahlungen.

      Gleiches gilt im Grunde für den Kinderfreibetrag von 2184 Euro pro Kind, der ebenfalls erhalten bleibt, solange auch die Voraussetzungen für Kindergeld gegeben sind.

      Steuern & Recht



      Wer zudem Geld für die Kinderbetreuung aufbringt – also Tagesmutter, Babysitter oder Au-pair-Mädchen – kann bis zu zwei Dritteln der Ausgaben, maximal 4.000 Euro je Kind, als Sonderausgaben in seiner Steuererklärung deklarieren. Das ist mittlerweile unabhängig davon, aus welchem Grund die Kinderbetreuung notwendig ist und gilt für Kinder bis zum 14. Lebensjahr sowie unbegrenzt für behinderte Kinder. Voraussetzung ist allerdings, dass die Zahlungen für die Kinderbetreuung per Überweisung erfolgen und entsprechende Rechnungen vorliegen.

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