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Stichtag für Gläubiger Altschulden können nur bis Silvester eingetrieben werden

An Silvester ist Stichtag für Mahnschreiben. Unternehmen, deren Kunden noch Rechnungen offen haben, sollten sich jetzt beeilen. Schulden aus dem Jahr 2010 verjähren am 31. Dezember. Danach erlischt der Anspruch.

Warum die Deutschen ihre Rechnung nicht zahlen
Jedes Jahr zu Weihnachten floriert der Handel. Die Schattenseite: Knapp 3,4 Millionen Deutsche nehmen Weihnachten Schulden auf. Viele Unternehmer bleiben auf ihren Außenstände sitzen. Handelsblatt Online zeigt, wer seine Rechnung nicht zahlt und wer darunter leiden muss. Quelle: gms
Die Zahlungsmoral der Deutschen hat sich in diesem Jahr verschlechtert. Das besagt eine Umfrage des Deutschen Inkassoverbandes unter den Mitgliedern. Jedes vierte Unternehmen beklagt eine Verschlechterung. Nur sechs Prozent sagen, dass sich die Zahlungsbereitschaft bei Privatleuten verbessert habe. Bild: Ein Gerichtsvollzieher in Frankfurt. Quelle: obs
Für die Zukunft sehen die Geldeintreiber schwarz. 47 Prozent geben an, dass sich die Zahlungsmoral im nächsten Jahr weiter verschlechtert. Nur drei Prozent erwarten eine Besserung. Quelle: dpa
Warum zahlen die Verbraucher schlecht? Der wichtigste Grund ist mit 95 Prozent eine Überschuldung der Konsumenten. Arbeitslosigkeit kommt mit 61 Prozent der Fälle auf Platz zwei. Bild: Ventilschloss eines Gerichtsvollzieher an einen Auto. Quelle: dpa-dpaweb
Nicht immer sind aber eine Notlage der Grund für die Schuldenprellerei. In 57 Prozent der Fälle zahlen Kunden vorsätzlich ihre Rechnungen nicht. In 46 Prozent der Fälle handelt es sich nur um einen zwischenzeitlichen Liquiditätsengpass. Quelle: dpa
14 Prozent der Zechprelle haben die Rechnung schlicht vergessen. In elf Prozent der Fälle handelt es sich um eine Reklamation der Kunden. Die Auswirkungen für die Gläubiger sind gravierend. Quelle: dpa
Vermieter haben aktuell besonders große Probleme mit mangelhafter Zahlungsmoral. Das geben 50 Prozent der befragten Inkassounternehmen an. Quelle: dapd

Für alle Gläubiger wird es Zeit, einen Blick in die Bücher zu werfen. Offene Forderungen aus dem Jahr 2010 laufen nämlich zum 31. Dezember 2013 aus. Wer bis dahin keine gerichtlichen Mahnbescheide verschickt hat, verliert seinen Anspruch und bleibt auf den Kosten sitzen. Auch Anleger, denen wegen einer Falschberatung ihrer Bank noch Geld zusteht, müssen sich jetzt kümmern. Bei den Zentralen Mahngerichten der Länder können sich Betroffene Hilfe holen oder die Formulare zum Einleiten eines gerichtlichen Mahnverfahrens herunterladen.

Schufa-Ranking der Bundesländer (Stand: April 2013)

Wer einen solchen Bescheid beantragt, muss seine Ansprüche allerdings auch belegen können. Ohne Rechnung gucken Gläubiger leider in die Röhre. In einigen Fällen kann es sogar ratsam sein, einen Anwalt einzuschalten, sagt Markus Saller, Jurist und Verbraucherrechtsexperte aus Mühldorf am Inn, gegenüber der "Welt". Das sei bei sehr hohen Summen und Fällen wie Falschberatung oder -berechnung durch Banken ratsam.

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Der Antrag auf einen gerichtlichen Mahnbescheid kostet 32 Euro. Mit Eingang des Antrags bei Gericht kommen noch die Gerichtsgebühren hinzu, die sich nach dem Streitwert richten. Je mehr Geld aussteht, desto teurer wird es also. Die Kosten lassen sich allerdings vorher online berechnen. Wer dagegen anderen Geld schuldet, ist dank der Verjährungsfrist fein raus, wenn bis zum 31.12. weder Mahnbescheid noch Klage im Briefkasten liegen.

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