Studie der Postbank Deutsche vererben so viel wie noch nie

Der Staat verdient laut einer aktuellen Studie an Erbschaften und Schenkungen dreimal mehr als vor 20 Jahren – und das Steueraufkommen dürfte weiter steigen.

Deutsche vererben so viel wie noch nie Quelle: dpa

Noch nie wurde in Deutschland so viel vererbt wie heute. Wie eine aktuelle Studie der Postbank zeigt, sind die Einnahmen aus der Erbschafts- und Schenkungssteuer in den vergangenen 20 Jahren schneller gewachsen als das Vermögen der Deutschen.

Demnach stieg von 1993 bis 2013 das Gesamtvermögen der privaten Haushalte um gut 100 Prozent auf über 12 Billionen Euro. Das Volumen der gezahlten Erbschafts- und Schenkungssteuern vergrößerte sich allerdings im gleichen Zeitraum um fast 200 Prozent. Lagen die Einnahmen des Staates 1993 hier noch bei umgerechnet 1,56 Milliarden Euro, so waren es 2013 mit 4,63 Milliarden Euro bereits dreimal so viel.

Verglichen mit dem Gesamtvermögen erscheinen die Steuereinnahmen gering, doch das hat einen einfachen Grund: Nicht jede Erbschaft oder Schenkung muss versteuert werden. So dürfen Ehepartner beispielsweise bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben und Kinder bis zu 400.000 Euro. Für Enkelkinder beträgt der Freibetrag immerhin noch 200.000 Euro.

Die Postbank-Analysten folgern daraus, dass der prozentual hohe Anstieg der Steuereinnahmen nicht an der Menge, sondern an der Höhe der Erbschaften und Schenkungen liegen muss. Diese Folgerung belegen sie mit einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Geldinstituts, wonach aktuell mehr als jeder vierte angehende Erbe ein Vermächtnis im Wert von über 100.000 Euro erwartet. Denn häufig sei im Erbe ein Haus oder eine Eigentumswohnung enthalten.

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