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Umzugskosten So setzt man Kosten für den beruflichen Umzug von der Steuer ab

Quelle: imago images

Egal ob neuer Job oder Familienplanung, es gibt viele Gründe für einen Umzug. Wie Sie jetzt die Kosten für den Umzug von der Steuer absetzen können.

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Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen müssen, können die Ausgaben für den Umzug als sogenannte Werbungskosten geltend gemacht werden. Auch wenn ein Umzug aus privaten Gründen stattfindet, kann es Steuerermäßigungen geben. Welche Umzugskosten Sie in der Steuererklärung angeben können und ob sie von der Steuer absetzbar sind, erfahren Sie in dieser Übersicht.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Umzug von der Steuer abzusetzen?

Bei einem Umzug aus beruflichen Gründen können Umzugskosten in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Zu beruflich bedingten Umzügen gehören: 

  • Wechsel des Arbeitsplatzes: Bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes in eine andere Stadt ist der Umzug beruflich bedingt. Dies gilt auch wenn die Firma an einen anderen Standort zieht.
  • Verkürzter Arbeitsweg: Wenn durch einen Umzug beim Pendeln zum Job Zeit eingespart werden kann, findet der Umzug ebenfalls aus beruflichen Gründen statt.
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen: In manchen Fällen erkennt das Finanzamt den Umzug aufgrund von besseren Arbeitsbedingungen auch als berufsbedingten Umzug an.
  • Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland: Wenn Sie im Ausland gelebt haben und eine neue Stelle in Deutschland antreten, gilt auch dieser Umzug als beruflich veranlasst. 

Welche Kosten können beim Umzug von der Steuer abgesetzt werden?

Die einzelnen Posten der Umzugskosten müssen belegbar sein, falls geplant ist, sie von der Steuer abzusetzen. Diese Kosten können Sie geltend machen:

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    • Doppelte Mietzahlungen, falls die aktuelle Wohnung nicht sofort gekündigt werden kann. Dies gilt für bis zu sechs Monate.
    • Drei Monatsmieten für die neue Wohnung, wenn diese noch nicht genutzt werden kann.
    • Kosten für den Transport des Hausrats.
    • Kosten für Öfen bis 164 Euro und für einen Kochherd sogar bis 230 Euro.
    • Reparaturen von Schäden, die durch den Transport des Hausrats verursacht wurden.
    • 30 Cent pro Kilometer für Fahrten zu Wohnungs- oder Hausbesichtigungen.
    • Maklergebühren, die bei Mietimmobilien anfallen. 

    Möbel sind allerdings nicht von der Steuer absetzbar. Die gesamte Einrichtung zählt als Privatsache und die Kosten können daher auch nicht steuerlich geltend gemacht werden.

    Sollten Sie keine Spedition für den Umzug beauftragen, sondern Hilfe aus privaten Kreisen anfordern, können Sie auch hier die Kosten von den Steuern absetzen. Dazu sollten aber alle Zahlungen nachgewiesen werden können. Dies funktioniert am besten mit Belegen für Rechnungen und Überweisungen. 

    Müssen Umzugskosten nachweisbar sein?

    Für sonstige Kosten, die rund um den Umzug anfallen, kann ein Pauschalbetrag angesetzt werden. Hierzu sind keine detaillierten Einzelnachweise nötig. Das Finanzamt erhöht die sogenannten Umzugskostenpauschalen regelmäßig.

    Zu den sonstigen Kosten, für die eine Pauschale erhoben werden kann zählen:

    • Renovierungen und Reparaturen in der alten Wohnung
    • Trinkgeld und Verpflegung für Umzugshelfer
    • Anbringen und Ändern von Vorhängen, Lampen und elektrischen Geräten
    • Kücheneinbau 
    • Änderung des Personalausweises und Telefonanschlusses
    • Pkw-Ummeldung

    Wer innerhalb von fünf Jahren zwei mal den Wohnort aus beruflichen Gründen wechselt, kann mit einer höheren Umzugspauschale für sonstige Umzugsauslagen rechnen. Diese erhöht sich dann um 50 Prozent. Wenn die Kosten für sonstige Umzugsauslagen höher sind als die Pauschale, können Sie auch gänzlich auf die Pauschale verzichten und die Aufwendungen mit einer Quittung belegen. 

    Grundsätzlich gilt immer: Es können nur Ausgaben abgesetzt werden, die Sie auch selbst tragen. Wenn der Arbeitgeber die Kosten für den Umzug übernimmt, können Sie die Kosten nicht absetzen.

    Seit dem 1. April 2021 gelten zudem neue Regeln für die Berechnung und Höhe der Umzugskostenpauschalen. Diese sind in einem Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen festgehalten.

    Wann können Umzugskosten bei einem privaten Umzug von der Steuer abgesetzt werden?

    Auch bei einem Umzug aus privaten Gründen ist es möglich, Arbeits- und Fahrtkosten für eine Spedition steuerlich abzusetzen. Dabei können im Jahr maximal 20.000 Euro an Dienstleisterkosten angegeben werden. Davon können Sie höchstens 4000 Euro als Steuerermäßigung erhalten. Unter haushaltsnahe Aufwendungen können Sie diese Aufwendungen in der Steuererklärung angeben.

    Sollten Sie aus medizinischen Gründen, wie zum Beispiel nach einem Unfall umziehen müssen, so kann das Finanzamt die Kosten als außergewöhnliche Belastungen anerkennen. Hierzu ist ein ärztliches Attest als Nachweis nötig.

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