Urteil des Bundesfinanzhofs Steuerfalle für Familienfirmen

Wenn Familienunternehmer die Firma an Nachkommen übertragen und danach über einen Geschäftsführervertrag lebenslang Einkommen beziehen, liegt laut BFH ein unzulässiges Steuersparmodell vor.

Die Urteile des Quelle: dpa

Geschäftsführervertrag » Wenn Familienunternehmer ihre Anteile an die Nachkommen übertragen, aber weiter als Geschäftsführer angestellt bleiben, ruft das oft den Fiskus auf den Plan: Beamte hegen in solchen Fällen schnell den Verdacht, dass der Geschäftsführervertrag eine verkappte Altersversorgung auf Firmenkosten sei – vor allem, wenn der Ex-Eigentümer schon ein hohes Alter erreicht hat und im Vertrag umfangreiche Leistungen zugesagt bekommt. 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich jetzt in einem solchen Fall auf die Seite des Fiskus geschlagen und Zahlungen eines Unternehmens als „verdeckte Gewinnausschüttung“ gewertet (I R 63/08). Ein Sohn hatte von seinem Vater sämtliche Anteile am Familienbetrieb erhalten. Daraufhin schloss er mit dem 66-Jährigen einen Geschäftsführervertrag „auf Lebenszeit“, der ein Monatsgehalt von 3000 Euro vorsah. Nach dem Tod des Vaters sollte das Unternehmen dessen Frau zudem lebenslänglich eine Witwenrente von der Hälfte des Geschäftsführergehalts zahlen.

Verdeckte Gewinnausschüttung

 Der BFH stellte klar: Die Firma darf diese Zahlungen nicht als Betriebsausgaben vom Umsatz abziehen. Es handele sich um ein familiäres Steuersparmodell; ein „gewissenhafter Geschäftsleiter“ ohne familiäre Bindung würde mit einem 66-Jährigen niemals einen Vertrag auf Lebenszeit abschließen und die Firma so mit einer „altersbedingt schwindenden Leistungsfähigkeit“ belasten. Außerdem würde ein solcher Geschäftsleiter keine derart großzügige Witwenversorgung zusagen.

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