US-Regierung Obama geht gegen Steuerflucht von US-Unternehmen vor

Die amerikanische Regierung unter Barack Obama will härter gegen Steuerflucht vorgehen. Dazu sollen bestimmte Methoden verboten werden, derer sich die Unternehmen zum Zweck der Steuerflucht bedienen.

Die Obama-Regierung will neue Regeln zum Einschränkung von Steuerflucht beschließen. Quelle: AP

Die US-Regierung geht künftig gegen amerikanische Konzerne vor, die sich durch Firmenübernahmen im Ausland dem Fiskus entziehen wollen. Diese Praxis sei unfair und eine „klaffendes Schlupfloch im US-Steuerrecht“, sagte Finanzminister Jacob Lew am Dienstag. Die Regierung in Washington werde Gegenmaßnahmen ergreifen - mit oder ohne den Kongress, fügte er hinzu.

Eine sogenannte Steuerinversion liegt vor, wenn ein US-Unternehmen mit einer Firma in einem Land mit niedrigerer Steuerrate fusioniert oder sich von ihr aufkaufen lässt.

Das Finanzministerium kündigte neue Regeln an, die solche Inversionen für Konzerne künftig weniger lukrativ machen sollen. Dazu sollen bestimmte Methoden verboten werden, derer sich die Unternehmen zum Zweck der Steuerflucht bedienen. Zudem sollen die Vorgabe verschärft werden, wonach frühere Eigentümer fusionswilliger Konzerne weniger als 80 Prozent des neuen Unternehmens besitzen müssen.

Die neuen Schritte würden sicherstellen, dass sich die bisherige Steuertaktik für die Unternehmen finanziell nicht mehr lohne, sagte Lew. Demnach gelten die Maßnahmen ab sofort.

Präsident Barack Obama hatte Steuerinversionen bereits im Juli als unpatriotisch angeprangert und den Kongress zum Handeln aufgerufen. Da eine rasche Gesetzesverabschiedung jedoch als unwahrscheinlich gilt, hatte das Finanzministerium zuletzt nach Wegen gesucht, wie ohne Einbindung des Parlaments Maßnahmen ergriffen werden könnten.

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