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Verbraucherkredite EU bemängelt Mehrheit der Online-Angebote

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Schwarze Schafherde

Auf einem Laptop liegen Euro-Scheine Quelle: dpa

Zum Schutz der Anbieter nannte die EU-Kommission keine Namen von Banken und Online-Anbietern. Da aber nur 30 Prozent der insgesamt 562 untersuchten Websites die einschlägigen verbraucherrechtlichen Vorschriften einhielten, müssen Kreditsuchen schon fast grundsätzlich davon ausgehen, das wichtige Informationen in den Internet-Angeboten fehlen.. Die 20 beanstandeten Angebote aus Deutschland entsprechen einer Quote von 76 Prozent. Noch dramatischer ist das Ergebnis in einigen Nachbarstaaten: In Belgien bemängelte die Kommission 89 von 93 Kreditangeboten im Internet (95 Prozent), in Spanien alle 29 Internetseiten. Auch in Großbritannien und den Niederlanden lag die Mangelquote bei 80 Prozent (38 von 47 britischen Online-Kreditanbietern und 36 von 45 niederländischen Anbietern).

Island, Bulgarien und Portugal sind besser

Nur in wenigen Ländern ist die Situation verbraucherfreundlicher. Alle zehn Online-Kreditgeber Islands bestanden die Untersuchungen ohne Mängel – ebenso wie die sechs Anbieter aus Bulgarien. Selbst Portugal schneidet deutlich besser ab als der EU-Durchschnitt: nur 14 von 40 Online-Anbietern gaben Anlass zur Kritik. Und nicht einmal ein Viertel der 50 untersuchten Web-Kreditanbieter aus Frankreich gab Anlass zur Kritik.

Die drei häufigsten Mängel:

  • 46 Prozent der untersuchten Websites ließen in ihrer Werbung Angaben vermissen, die laut Verbraucherkreditrichtlinie verpflichtend sind, zum Beispiel die explizite Nennung von effektivem Jahreszins, obligatorischen Nebendienstleistungen oder der Laufzeit des Kredites.
  • 43 Prozent fehlten klare Angaben zu einzelnen Bestandteilen der Gesamtkosten (etwa zu festem, variablen oder gemischtem Zins), zu mit dem Kredit verbunden Kosten wie etwa der Abschlussgebühr sowie zur Vertragslaufzeit
  • Auf 20 Prozent der Websites waren in der Darstellung der Kreditkosten irreführend mit teilweise falschen Zahlen oder unvollständigen Preisberechnungen.

Schwarze Schafe unter den Kreditvermittlern müssen die fehlenden Informationen nun nachliefern. „Wenn sie ihre Angaben nicht korrigieren, können die jeweiligen Länder entsprechende Schritte einleiten“, sagte Dalli. Das könnten Geldstrafen oder eine Schließung der Internetseiten sein. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen die Websites erneut geprüft werden. Wer bereits einen unvorteilhaften Kredit abgeschlossen hat, profitiert von den Kontrollen allerdings nicht mehr. Dalli: „An der Gültigkeit bereits bestehender Verträge ändert sich nichts.“

Verbraucher, die sich für einen Online-Kredit interessieren, sollten daher unbedingt auf die Vollständigkeit der Angaben achten und diese kritisch hinterfragen. Auch Nachrechnen oder der Gegencheck durch einen kundigen Bekannten können nicht schaden.

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