WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Weihnachtsgeld 2021 Höhe und Anspruch der Sondervergütung

Höhe und Anspruch der Sondervergütung - alles, was Sie über die Extrazahlung wissen sollten im aktuellen Überblick. Quelle: dpa

Wann haben Beschäftigte Anspruch auf Weihnachtsgeld? Welche Höhe hat das zusätzliche Gehalt im Jahr 2021? Und was Sie noch über die extra Zahlung wissen sollten. 

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Alle Jahre wieder freuen sich viele Beschäftigte im November auf das Weihnachtsgeld – 2020 lag die Sonderzahlung im Durchschnitt bei etwa 2503 Euro. Durch die Coronapandemie hatten viele Arbeitgeber zuletzt mit wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen. Kann die Vergütung trotzdem erwartet werden? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Wer hat Anspruch auf Weihnachtsgeld?

Etwa 53 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten, zusätzlich zum monatlichen Gehalt, von ihrem Arbeitgeber Weihnachtsgeld. Grundsätzlich ist die Sonderzahlung nicht verpflichtend. Einen gesetzlichen Anspruch haben Mitarbeitende erst dann, wenn das Weihnachtsgeld im Arbeitsvertrag bzw. Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung explizit zugesichert wird. Das gilt übrigens auch in wirtschaftlich schwachen Jahren wie zuletzt in der Corona-Krise.
Besteht eine solche Vereinbarung nicht, haben Beschäftigte auch keinen Rechtsanspruch auf die Sondervergütung. Eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers ist allerdings zu jedem Zeitpunkt möglich.

Wann wird die freiwillige Zahlung verpflichtend für Arbeitgeber?

Die freiwillig geleistete Weihnachtsgeldzahlung wird, bei einer Zahlung von mindestens drei Jahren in Folge ohne Vorbehalt, zu einer sogenannten betrieblichen Übung. Ist das der Fall, wird das Weihnachtsgeld zum festen Bestandteil, sodass auch zukünftig eine Pflicht der Sondervergütung für das Unternehmen besteht – selbst wenn das nicht vertraglich festgehalten wurde. Dann ist auch eine Einstellung der Zahlung nicht mehr möglich.

Gleiches gilt für den Gleichbehandlungsgrundsatz: Demnach wird das Sondergehalt nur verpflichtend, wenn ein Unternehmen einen bestimmten Personenkreis von der Zahlung ausschließt, andere jedoch damit bedenkt. Das wäre ein Verstoß gegen das Arbeitsrecht und wäre eine Diskriminierung seitens des Arbeitgebers.
Auf einen Blick: Woraus sich ein Anspruch ergeben kann:

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    • Arbeitsvertrag
    • Tarifvertrag
    • Betriebsvereinbarung
    • Freiwilliger Zahlung des Arbeitgebers
    • Betriebliche Übung
    • Aus dem Grundsatz der Gleichbehandlung 

    Zahlung unter Vorbehalt

    Ausgesetzt werden diese Regeln bei der Sondervergütung unter Vorbehalt, da der Arbeitgeber ausdrücklich auf die Freiwilligkeit hinweist und zukünftige Zahlungen damit ausschließt. Aber aufgepasst: Häufig reicht hier ein Vermerk über die Sondervergütung im Arbeitsvertrag nicht aus, deshalb sollte der Vorbehalt auch noch auf der Gehaltsabrechnung des Monats mit der Weihnachtsgeldzahlung zu finden sein.

    Weihnachtsgeld 2021: Höhe und Berechnung

    Wie hoch die Zahlung ausfällt, hängt von der jeweiligen Vereinbarung über das Weihnachtsgeld ab. Das bedeutet, dass die Höhe zwischen Unternehmen und tarifvertraglichen Vereinbarungen sehr unterschiedlich ausfallen kann. Normalerweise werden 60 bis 80 Prozent des Monatsgehalts an den Beschäftigten ausgezahlt. 

    Jahressonderzahlung in Tarifverträgen (TVöD)

    Laut Statista sind 77 Prozent der Sonderzahlungen an Tarifverträge gebunden. Die Höhe des Weihnachtsgeldes wird bei TVöD am monatlichen Durchschnittsgehalt der Monate Juli, August und September berechnet. Die prozentuale Vergütung ist außerdem an die jeweilige Entgeltgruppe des Tarifbeschäftigten gebunden.

    • Jahressonderzahlung West: Entgeltgruppe 1-8: 79,51 Prozent
    • Entgeltgruppe 9a-12: 70,28 Prozent
    • Entgeltgruppe 13-15: 51,78 Prozent

    Jahressonderzahlung Ost: Nur 94 Prozent des West-Niveaus

    Weihnachtsgeldzahlung nach Branchen

    Die Top-Branche für Weihnachtsgeld ist die der Gewinnung von Erdöl und Erdgas: Hier liegt die Sonderzahlung laut Gehalt.de bei etwa 5780 Euro brutto. Ähnlich ist es bei Rundfunkanstalten. Ganz unten im Ranking landet die Landwirtschaft mit durchschnittlich 492 Euro sowie die Leiharbeit mit nur 318 Euro brutto.

    Muss Weihnachtsgeld versteuert werden?

    Weihnachtsgeld ist nicht steuerfrei. Wie auch andere Sonderzahlungen, unterliegt das Weihnachtsgeld der Lohnsteuer und wird unter den sonstigen Bezügen aufgelistet. 

    Welche Ansprüche gelten bei einer Arbeitsunfähigkeit?

    Und was passiert im Krankheitsfall mit dem Weihnachtsgeld? Laut des Entgeltfortzahlungsgesetzes haben Beschäftigte auch dann einen Anspruch auf die Zahlung des Weihnachtsgehalts, wenn sie krankgeschrieben sind. Ist die Zahlung im Arbeitsvertrag vermerkt, muss der Arbeitgeber die Sondervergütung leisten. 

    Im Falle einer Langzeiterkrankung macht auch hier der Gesetzgeber keine Ausnahmen – sie bekommen auch weiterhin Weihnachtsgeld ausgezahlt, selbst wenn Sie das ganze Jahr krankgeschrieben waren. Eine Zahlung kann erst abgelehnt werden, sobald sie einen sogenannten Entgeltcharakter aufweist.

    Eine Vergütung mit Entgeltcharakter ist zum Beispiel eine Gegenleistung für die geleistete Arbeit. Wenn ein Beschäftigter also seit einem Jahr nicht arbeiten kann, ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet zu zahlen, da diese im Krankheitsfall nicht stattfinden kann.

    Muss das Weihnachtsgehalt nach einer Kündigung zurückgezahlt werden?

    Sie kündigen Ihr Arbeitsverhältnis ¬ und stehen nun vor der Frage: Habe ich noch Anspruch auf das Weihnachtsgeld? In Tarifverträgen sind häufig sogenannte Rückzahlungsklauseln – z.B. bei Kündigungen, die das erste Quartal nach der Zahlung betreffen – hinterlegt, die Auskunft darüber geben, in welchem Zeitraum das Weihnachtsgeld wieder zurückgezahlt werden muss.
    Bei herkömmlichen Arbeitsverträgen greift diese Klausel nicht. Außer es wird deutlich, welchen Zweck die Zahlung verfolgt, kann eine Rückforderung entstehen. Ein solcher Zweck kann beispielweise die Betriebstreue sein.

    Teilzeit oder Minijob: Was gilt?

    Auch Teilzeitbeschäftigte und Geringverdiener haben einen Anspruch auf Weihnachtsgeld, wenn der Arbeitgeber das zusätzliche Gehalt an andere Mitarbeitende des Unternehmens zahlt. Die Höhe des Geldes berechnet sich dabei anteilig im Verhältnis zur Vollzeitbeschäftigung. Bei der Hälfte der Arbeitszeit, ist also auch die Hälfte der Zahlung fällig.

    Gerade geringfügig Beschäftigte werden bei der Weihnachtsgeldzahlung häufig übergangen. Doch auch Sie sollten Anspruch darauf erheben, da sie ihren Arbeitskollegen gleichgestellt sind.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%