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Wirbel um Facebook-Pläne Wie die Schufa arbeitet

Großer Wirbel um die Pläne der Schufa, die Daten aus sozialen Netzwerken für die Bonitätsprüfung hinzuzuziehen. Auch wenn das Projekt jetzt erst einmal abgesagt wurde: Wie arbeitet die Schufa eigentlich und was darf sie jetzt schon? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

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Wer wissen will, was die Schufa alles gesammelt hat, kann eine Selbstauskunft zum Preis von 18,50 Euro erhalten. Quelle: dpa

Die Schufa speichert aktuell 514 Millionen Informationen zu 66,2 Millionen Privatpersonen. Zum einen sind dies Basisdaten: Name, Vorname, Geburtsdatum und Geburtsort sowie aktuelle und frühere Anschriften. Dazu kommen Informationen, die von Schufa-Vertragspartnern gemeldet werden. Nach Angaben der Schufa sind dies Kredit- oder Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit, Daten über die Eröffnung von Girokonten und die Ausgabe einer Kreditkarte, Daten von Telefon- und Mobilfunkkonten sowie Daten zu Kundenkonten beim Handel.

Hat der Kunde Verträge nicht erfüllt, wird das gespeichert, beispielsweise:
• Forderungen, die fällig, angemahnt und nicht bestritten sind
• Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung
• Missbrauch eines Giro- oder Kreditkontos nach Nutzungsverbot.

Außerdem sind möglicherweise Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen aufgenommen. Dazu gehören unter anderem:
• Eidesstattliche Versicherung, Haftbefehl zur Erzwingung von Eidesstattlichen Versicherungen
• Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens
• Abweisung und Einstellung des Verbraucher - Insolvenzverfahrens mangels Masse.

Keine privaten Daten

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Zwei Jungs spielen mit Adidas-Fußbällen. Quelle: dpa/dpaweb
Händler an der Nasdaq. Quelle: REUTERS
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Eine rote Ampel neben einem Schild der Citigroup. Quelle: REUTERS
Ein Laptop mit einem Oberstaufen-Aufkleber und eine Google Schürze Quelle: dapd

Informationen zu Beruf, Vermögen, Einkommen, Nationalität oder Familienstand sammelt die Schufa nach eigenen Angaben nicht. Die meisten Informationen stammen laut Unternehmensangaben von Banken, Leasingunternehmen, Telekommunikationsanbieter, Versand- und Handelshäusern sowie Energieversorgern. Darüber hinaus bekommt die Schufa nach eigenen Angaben Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen wie z.B. denen der Amtsgerichte.

Wer der Schufa Daten liefert, kann bei „berechtigtem Interesse“ Informationen zum Zahlungsverhalten der Kunden anfragen.
Was "berechtigtes Interesse" ist, definiert das Bundesdatenschutzgesetz.
• Unter anderem muss es sich um Geschäfte von nennenswertem Umfang handeln, an die ein wirtschaftliches Risiko geknüpft ist.
• Informationen dürfen nur dann angefragt oder weitergegeben werden, wenn eine Person mit einem Unternehmen einen Vertrag abschließen möchte oder bereits ein Vertragsverhältnis besteht.
• Im Kreditbereich muss zudem die Genehmigung zur Weitergabe vorliegen. (Das ist die sogenannte Schufa-Klausel, die Kunden, die einen Kredit haben wollen, bei ihrer Bank unterschreiben müssen).

Aus den Informationen wird ein sogenannter Scoring-Wert berechnet, der angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde Zahlungen vertragsgemäß leistet. Ein Wert von 90 Prozent bedeutet also, dass rein statistisch 90 von 100 Personen mit diesen Daten den Kredit zurückzahlen würden. Bei einem Wert zwischen 50 und 80 Prozent geht die Schufa von einem sehr hohen Ausfallrisiko aus, bei unter 50 Prozent liegt das Risiko bei "sehr kritisch".

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Weil die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person einen Baufinanzierungskredit zurückzahlen wird, nicht der Wahrscheinlichkeit entsprechen muss, mit der sie eine Rechnung beim Versandhandel termingerecht bezahlt, ermittelt die Schufa unterschiedliche branchenspezifische Scoringmodelle. Wer wissen will, welche Daten die Schufa über ihn gespeichert hat, kann diese, nach vorheriger Registrierung bestellen. Die einfachste Abfrage kostet 18,50 Euro.

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