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WiWo-Top-Kanzleien Die besten Anwälte für Unternehmenssteuerrecht

Die WirtschaftsWoche hat die besten Experten im Fachgebiet Unternehmenssteuerrecht ausgewählt.

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Wieder einmal vergeblich gehofft. Kurz nach der Wahl 2009 verständigten sich Union und FDP endlich auf die Reform der Unternehmensbesteuerung. Im Koalitionsvertrag steht, Schwarz-Gelb werde „das Steuerrecht weiter modernisieren und international wettbewerbsfähig gestalten“ und „von unnötiger Bürokratie befreien“. Baustellen sind Regelungen zur Verlustverrechnung, die grenzüberschreitende Besteuerung von Erträgen und die Abschaffung der Gewerbesteuer. „Kaum einer im Ausland versteht die Gewerbesteuer“, sagt Achim Dannecker, Anwalt in der Kanzlei Gleiss Lutz. Egal: Nach einem lustlosen Vorstoß wurde deren Abschaffung erneut verschoben.

Reformen mahnen Experten auch bei der Besteuerung von grenzüberschreitend tätigen Unternehmen an. Bereits 2005 hatte der Europäische Gerichtshof klargestellt, dass ein Unternehmen Gewinne in einem Teil der EU mit Verlusten in anderen Teilen verrechnen können sollte. „Und auch die EU-Kommission und der Koalitionsvertrag fordern eine Kursänderung“, moniert Martin Bünning von GSK Stockmann. „Die Neuregelung der Gruppenbesteuerung ist in Deutschland lange überfällig“, sagt auch Professor Jens Blumenberg von Linklaters, „wer in Deutschland Verlustvorträge mit Gewinnen im Ausland verrechnen will, hat Probleme.“

Bei den Steuerrechtsthemen geht es um viel Geld. Deutsche Unternehmen schieben aus Verlusten der Vergangenheit Verlustvorträge in dreistelliger Milliardenhöhe vor sich her. „Für Mittelständler wird die Verlustverrechnung und -nutzung immer wieder erschwert, bis schließlich die Verlustvorträge untergehen. Eigentlich wird alles vertagt,“ sagt Wolfgang Richter, Chef der Kanzlei RP Richter & Partner.

Steuertricks bei Umstrukturierungen vermutet

Funkstille herrscht auch in Sachen Besteuerung bei Umwandlungen. „Wir hatten erwartet, dass der Umwandlungssteuererlass dieses Jahr kommt“, sagt Dirk Pohl von McDermott, Will & Emery, „jetzt hoffen alle auf das nächste Jahr.“ Der Erlass soll steuerliche Fragen regeln, die bei der Umstrukturierung von Unternehmen grenzüberschreitend auftreten. Allzu oft vermutet der Fiskus, dass dabei steuerlich getrickst wird. Knackpunkt sind die Verrechnungspreise, zu denen Leistungen konzernintern abgerechnet werden. „Wenn beispielsweise die Forschung in einem Unternehmen konzentriert wird, wie sind da die bisherigen Forschungsergebnisse in den jeweiligen Unternehmensteilen zu bewerten?“, fragt Axel Bödefeld von Oppenhoff & Partner. Und: „Wenn von A nach B verlagert wird, was erhält A innerhalb des Konzerns als Kaufpreis?“

Auswahlmethode für die besten Anwälte

Das Schild des Finanzamtes in Konstanz am Bodensee Quelle: dpa

„Bei den Verrechnungspreisen werden ständig neue Hürden aufgebaut“, beobachtet Professor Stefan Köhler von Ernst & Young, „und kein Staat will dem anderen etwas abgeben.“ Wie das Thema auf die Bilanzen durchschlägt, werden die nächsten Monate zeigen: „Jetzt kommen dieersten Betriebsprüfungen für das Jahr 2008“, berichtet Bödefeld, „da 2008 die große Welle der Restrukturierungen begann, werden wir endlich erfahren, wie der Fiskus die durchgeführten organisatorischen Änderungen und angefallenen Restrukturierungen behandelt.“

Zum Glück „haben wir in Deutschland viele Spitzenleute, die mit den Steuergesetzen umgehen können“, sagt Professor Felix Hey, geschäftsführender Gesellschafter des Verlags Dr. Otto Schmidt, „man muss halt die richtigen Berater auswählen.“ Damit das gelingt, haben wir mit führenden Experten die Top-Juristen im Unternehmenssteuerrecht unter die Lupe genommen. Die Auswahl beruht zwar auf subjektiven Einschätzungen – auch nicht genannte Anwälte können Mandanten angemessen beraten –, basiert aber auf umfangreichen Recherchen: Zunächst wurde in Datenbanken und Expertengesprächen festgestellt, welche Anwälte positiv auf sich aufmerksam gemacht haben. Von insgesamt über 200 Vorschlägen wurden in der zweiten Runde 160 in die Vorauswahl übernommen und19 Experten zur Bewertung vorgelegt. Auf Basis dieser Experten-Empfehlungen wurden 40 Steuerrechtler in das Elite-Panel aufgenommen. Am Ende beurteilte eine Jury die ins Finale gelangten Kandidaten nach vier Kriterien: Nachweisbare Erfolge (Gewicht 25 Prozent), langjährige Erfahrung (25 Prozent), Stärke des Teams (25 Prozent) und Spezialisierung (25 Prozent).

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