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WiWo-Top-Steuerberater Die besten Steuerberater für kleine und große Unternehmen

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Worauf Gründer hoffen dürfen

An der Akribie dürfte sich nach der Wahl nichts ändern: Zusätzliche Steuereinnahmen aus Betriebsprüfungen sind wichtig, um die Wahlversprechen zu erfüllen. So stellen die Parteien fast durch die Bank erleichterte Abschreibungsmöglichkeiten in Aussicht. Wer in zukunftsträchtige Technologien investiert, kann vermutlich bald einen größeren Teil der Kaufsumme direkt zu Beginn absetzen („degressive Abschreibung“).

Als wahrscheinlich gilt unter Top-Steuerberatern zudem, dass die Unternehmen Verluste künftig in größerem Umfang von früheren Gewinnen abziehen dürfen. Mit ihren Coronasteuerhilfegesetzen hat die Bundesregierung die Obergrenze für den Verlustrücktrag zwar bereits schrittweise von 2 auf 20 Millionen Euro erhöht – vorerst aber nur für die Jahre 2020 und 2021. Dieses Ablaufdatum könnte nun wegfallen.

Da ein Verlustrücktrag frisch gegründeten Unternehmen nichts bringt, fordern Union und FDP, den Verlustvortrag auszuweiten. Beim Vortrag werden Verluste erst in späteren Jahren steuerlich verrechnet. Zudem dürfen Start-ups auf weitere Erleichterungen hoffen: Die Union will sie von „ausgewählten steuerrechtlichen Regeln und Dokumentationspflichten“ befreien.

Unter Verdacht: Bargeldkassen stehen im Fokus von Betriebsprüfern. Sie suchen Indizien für nicht versteuerte Umsätze. Quelle: imago images

Die Grünen wollen Mitarbeiterbeteiligungen erleichtern. Das ist besonders für Start-ups wichtig, da sie in der Regel keine hohen Gehälter zahlen können – und Talente mit Firmenanteilen und der Hoffnung auf Wertsteigerung locken. Die große Koalition hat den Steuerfreibetrag dafür bereits vor einigen Wochen von 360 auf 1440 Euro pro Jahr erhöht.

Einfallsreichtum bei neuen Abgaben

Zudem müssen Mitarbeiter junger, mittelständischer Unternehmen auf höhere Beteiligungen neuerdings nicht mehr sofort Steuern und Sozialabgaben zahlen: Der Fiskus hält erst die Hand auf, wenn sie ihre Anteile verkaufen oder das Unternehmen verlassen, spätestens aber nach zwölf Jahren. Diese neuen Regeln seien „sehr positiv“, lobt Rüchardt von Ecovis. „Dadurch können gerade junge Unternehmen ihre Mitarbeiter auch finanziell besser motivieren und binden.“

Die renommiertesten Kanzleien und Experten für Unternehmensbesteuerung

Gut sei auch, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer am Ende des Arbeitsverhältnisses übernehmen kann. Vertretern von Start-ups gehen die Erleichterungen dagegen noch nicht weit genug – die Wahlprogramme machen ihnen Hoffnung auf mehr.

Allerdings sollten sich Gründer und andere Unternehmer nicht nur auf neue Steuervorteile einstellen: In etlichen Bereichen drohen strengere Vorgaben. So rechnet Rüchardt bei Dienstwagen nicht nur mit anhaltend akribischen Betriebsprüfungen, sondern auch mit einer Verschärfung: „Aus meiner Sicht ist es fraglich, ob die Bundesregierung an der attraktiven Besteuerung für die Privatnutzung von Benzin- und Dieseldienstwagen festhält“, sagt er: „Hier erwarten wir noch mehr Lenkung in Richtung Elektroantrieb.“

Auch neue Steuern und Abgaben sind nicht vom Tisch. So wollen Linkspartei, Grüne und SPD die Vermögensteuer wieder einführen. Das könnten Union und FDP wohl nur mit eigenen Zugeständnissen verhindern. Die nächste Bundesregierung könnte deshalb beispielsweise die Erbschaftsteuer verschärfen oder den Betriebsausgabenabzug bei Managergehältern deckeln.

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Für unwahrscheinlich halten Steuerberater breite Entlastungen. Ecovis-Vorstand Rüchardt rechnet zwar mit dem kompletten Wegfall des Solidaritätszuschlags in der kommenden Legislaturperiode. Dafür aber sei eine neue Abgabe, ein „Pandemiezuschlag“, gut möglich.

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