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US-Bankenkrise Keine Panik vor CIT-Pleite

Der Kollaps der mittelgroßen New Yorker Bank CIT trifft viele Kleinunternehmen in den USA hart. Doch die Reaktion der US-Regierung und der Regulierer signalisiert auch, dass die akute Gefahr eines Dominoeffekts durch eine Bankpleite gebannt ist. Denn CIT bekommt kein weiteres Hilfspaket aus Steuermitteln.

Die Zentrale von CIT in New Quelle: dpa

Das Urteil der Rating-Agentur Fitch kam prompt und vernichtend. Einen Tag nachdem die New Yorker Bank CIT Mitte vergangener Woche einen Umschuldungsplan verkündet hatte, der zunächst einmal verhindern könnte, dass das angeschlagene Geldinstitut Insolvenz anmelden muss, stufte Fitch die ohnehin schon als Schrott bewerteten Schulden von CIT nochmals herab. Es bestehe nach wie vor eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass CIT einen Insolvenzantrag stellen werde. Der frische Kredit von drei Milliarden Dollar, den die Gläubiger der Bank in höchster Not einräumen sollen, werde zu sehr „belastenden Bedingungen vergeben und könnte die zukünftige Flexibilität der Gesellschaft limitieren“, schreibt die Rating-Agentur. Es sei immer noch „höchstwahrscheinlich, dass Regulierungsbehörden die Kontrolle von CIT übernehmen werden.“

Gefahr einer Pleite ist nicht gebannt

Die größten CIT-Gläubiger sind institutionelle Anleger, darunter die Allianz-Tochter Pimco, und einige Hedge Fonds. Sie versuchen durch die Umschuldungsaktion für CIT, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Denn bei einem CIT-Bankrott hätten sie ihre Schuldpapiere, von denen ein großer Teil bereits in den nächsten Tagen und Wochen  fällig ist, drastisch abschreiben müssen. Jetzt haben sie erst einmal Zeit gewonnen. Zwar werden sie CIT gemäß dem Umschuldungsplan rund 17,5 bis 20 Prozent der nominalen Schuldsumme erlassen, denn die Bank emittiert pro 1000 Dollar Altschulden nominal nur für 800 bis 825 Dollar neue Papiere. Doch im Gegenzug lassen die Gläubiger sich hohe Zinsen garantieren, CIT muss mehr als 13 Prozent zahlen. Und darüber hinaus rafften sich die Gläubiger an Sicherheiten praktisch alles unter der Nagel, was noch nicht anderweitig verpfändet ist. Das Paket ist noch nicht durch, es müssen mindestens so viele Gläubiger zustimmen, dass 90 Prozent der betreffenden Schulden umgewandelt werden können. 

CIT vertraute zu sehr auf den Staat

Die Hoffnung der Gläubiger ist, CIT könne sich durch eine radikale Schrumpfkur doch noch vor der Insolvenz retten. Lange hatten die Manager der Bank offenbar  nach Washington geschielt. „Ihr Plan A war: Hilfe von der Regierung anfragen“, zitiert das „Wall Street Journal“ einen hochrangigen Obama-Offiziellen, „und ihr Plan B war: noch mal fragen.“ Dabei gingen die CIT-Verantwortlichen offenbar davon aus, dass die besondere Rolle der Bank als Kreditgeber für viele kleinere und mittlere Unternehmen dafür sorgen werde, dass Politiker die Bank nicht fallen lassen würden. 

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