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US-Gesetz zum Verbraucherschutz Kreditkartenbranche vor Umstrukturierung

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Bezahlen mit Kreditkarte: Nach Quelle: dpa

Obama kritisierte vor allem die Praxis, verwirrende Bedingungen im Kleingedruckten zu verstecken, das plötzliche Auftauchen nicht näher erklärter Gebühren auf Rechnungen, unangekündigte Veränderungen bei Zahlungsfristen und die Erhöhung von Kreditzinsen oder Ratenzahlungen selbst dann, wenn die Zahlungen pünktlich eingingen. „Wir sind hier, um all das zu verändern“, sagte Obama bei der Unterzeichnungszeremonie im Weißen Haus.

Viele Finanzunternehmen hatten sich der Gesetzesreform widersetzt, im Kongress stieß sie aber auf breite Zustimmung. Die neuen Bestimmungen treten in neun Monaten in Kraft. Demnach dürfen Kreditkarten nicht mehr an Personen unter 21 Jahren vergeben werden, wenn diese nicht nachweisen können, dass sie mögliche Schulden auch begleichen können. Finanzexperten haben davor gewarnt, dass die Kreditkartenunternehmen versuchen könnten, potenzielle Verluste wegen des Gesetzes auf andere Art wettzumachen. Vor Zinserhöhungen müssen Kreditkarteninhaber 45 Tage im Voraus gewarnt werden.

Visa weniger, Mastercard stärker betroffen

JPMorgan-Chef Dimon sagte, die jüngste Reform des Gesetzes zum Kreditkartenwesen werde sein Haus pro Jahr etwa 500 Millionen Dollar nach Steuern kosten. Visa ist von den Kreditausfällen weniger stark betroffen, weil das Geschäft vor allem in der Abwicklung von Zahlungs- und Buchungsprozessen besteht, als in der Kreditgewährung. Das Unternehmen dürfte besonders von der Entscheidung der Bank JPMorgan Chase profitieren, für einen Großteil ihres von der kollabierten Sparkasse Washington Mutual übernommenen Kreditkartengeschäfts künftig Visa statt MasterCard zu beauftragen. Im Jahr 2009 erwartet Visa daher ein Wachstum bei den Einnahmen im hohen einstelligen Prozentbereich und im Jahr 2010 von 11 bis 15 Prozent.

Nach Einschätzung des zweitgrößten Kreditkartenanbieters MasterCard wird sich die Talfahrt bei der Kreditkarten-Benutzung in den USA verlangsamen. Dennoch geht der Konzern davon aus, in diesem Jahr sein Ziel zu verfehlen, den Umsatz um 12 bis 15 Prozent zu steigern. Das ging aus Unterlagen zu einer Investorenkonferenz von MasterCard in der vergangenen Woche hervor. Schon ab 2010 will MasterCard das angestrebte Umsatzwachstum aber erreichen. Anfang Mai hatte der Visa-Rivale dank Sparmaßnahmen unerwartet gute Zahlen für das erste Quartal vermeldet.

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