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US-Notenbank Banken-Bonus von der Fed

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Aus Sicht der Banken viel lukrativer und nahezu risikolos war sowieso ein anderer Weg. Nämlich das von der Fed zum Freundschaftstarif bereitgestellte Geld an die Regierung zu verleihen. Denn anders als Konsumenten und Privatwirtschaft hat die US-Regierung genau den anderen Weg eingeschlagen und türmt immer mehr Schulden auf. Dafür zahlt die Regierung den Banken mehr Zinsen, als die dafür bei der Fed bezahlen müssen. Ein Idiotenspiel, bei denen die Banken die Differenz einsacken. Die Bank gewinnt immer.

Überschüssen abbauen

Um die Überschussreserven aus dem Bankensektor abzusaugen, könnte die Fed ihre vom Steuerzahler garantierten MBS zwar an die Banken verkaufen, will sie aber eher nicht. Zusätzliches Angebot wäre eher schlecht für den Hypothekenmarkt. Außerdem weiß ja jeder, dass die Papiere eigentlich nur umdeklariert wurden. Am meist toxischen Inhalt wird sich durch Zwischenlagerung bei der Fed nicht viel geändert haben. Ein Verlust bleibt eben immer ein Verlust.

Richtige Anreize schaffen

Also besser die überschüssige Bankenliquidität einfach stilllegen über ein Anreizsystem. Das funktioniert so: Die Fed zahlt den Banken einfach mehr Zinsen auf ihre Überschussreserven. Damit werden die Banken dann de facto dafür belohnt, das überschüssige Zentralbankgeld nicht für die Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten verwendet werden, sollte deren Kreditnachfrage tatsächlich irgendwann mal wieder anziehen und so Inflationsgefahren schüren. Die Ermächtigung für die Verzinsung von Überschussreserven ließ sich die Fed vom Kongress übrigens auf dem Höhepunkt der Panik im Oktober 2008 erteilen. Damals wurde im Capitol noch alles durchgewunken. Seitdem erhalten die Banken ihre Überschussreserven mit 0,25 Prozent vergütet. Was werden die Banken wohl machen mit den zusätzlichen Zinseinnahmen, die vielleicht bald bei der Fed winken? Nun, vielleicht Staatsanleihen kaufen, um statt einfach gleich doppelt Zinsen zu kassieren.

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