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Verschollene Schätze Das Gold der Schatzsucher

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Der Schatz der HMS Edinburgh

Tauchender Schatzsucher auf der Suche nach der HMS Edinburgh Quelle: Keith Jessop

Die Treffer der deutschen Marine machten die HMS Edinburgh erst manövrierunfähig, dann versenkten die Briten das Schiff selbst – es sollte nicht in die Hände der Deutschen fallen. An Bord: 850 Seeleute, von denen 55 starben, und gut fünfeinhalb Tonnen Gold, das im April 1942 von russischen Soldaten auf die Edinburgh geschafft worden war. Schiff und Gold sanken auf den Grund der Barentsee. Und blieben dort liegen.

Keith Jessop aus Yorkshire lernte erst Tauchen, um nicht in einer Fabrik arbeiten zu müssen, und sammelte Schrott im Meer vor der schottischen Küste. Später gründete er ein Unternehmen, spezialisierte sich auf Wracktauchen und nahm den Schatz der Edinburgh ins Visier. Als Kriegsgrab war das in 200 Meter Tiefe liegende Wrack für Taucher allerdings lange tabu. Als das Verbot aufgehoben wurde, versuchten zahllose Expeditionen ihr Glück. Vergebens. Bis sich Jessop in Begleitung eines britischen Beamten und Mitarbeitern des KGB in die Tiefe aufmachte. Am 15. September 1981 erspähten sie das Gold in der ehemaligen Munitionskammer des Kreuzers. Allein – reich wurde der Finder nicht. Jessop hatte seine ganzen Ersparnisse in die Expedition gesteckt.

Am Ende wurde er wegen Betrugs verklagt und der Grabschändung bezichtigt. Seine Ehe zerbrach, und das Finanzamt forderte eine Million Pfund.

Die Fracht der SS Republic

SS Republic: Was bleibt, ist der Finderlohn Quelle: AP

Bitte keine Bilder – das Bergungsunternehmen Odyssey aus den USA ist sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, die Erfolge in Fotos zu zeigen: Es könnten ja Rückschlüsse über den Fundort möglich sein. Das gilt auch für die Funde in der SS Republic – alles, was das börsennotierte Unternehmen schwummrig zeigt, könnte irgendwo in der Unterwasserwelt fotografiert worden sein. Dennoch gilt es als erwiesen, dass die Bergungsexperten die Schätze nach oben holten, die am 18. Oktober 1865 vor North Carolina versanken. Mehr als 2500 Quadratkilometer suchten sie nach der Republic ab. "Ich habe ein Jahrzehnt gebraucht, um die SS Republic zu finden", sagt Firmenchef Greg Stemm. Den Schatz zu finden ist eine Sache, ihn behalten zu dürfen eine andere: Die Funde in Kriegs- und Handelsschiffen stehen den Ländern zu, aus denen die Boote stammen. Was bleibt, ist Finderlohn. Und der beträgt manchmal nur zehn Prozent des geborgenen Wertes.

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