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Versicherungen Was Finanzinvestoren bei Lebensversicherern anrichten

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Eine gläserne Dreieckssäule Quelle: dpa/dpaweb

Investoren, die Versicherungsbestände übernehmen, könnten Kunden daher in Zukunft nur noch nach Vorschrift beteiligen: mindestens den vertraglich garantierten Zins, den sie immer bezahlen müssen und – falls sie darüber hinaus mit den Kapitalanlagen an den Märkten mehr als den Mindestzins verdienen – die von der Finanzaufsicht BaFin in einer Verordnung vorgegebene Pflichtbeteiligung. Die fließt in die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung, ein wichtiger Puffer für Lebensversicherer, denn daraus zahlen sie später die Überschüsse.

Der hart umkämpfte deutsche Markt wird für Lebensversicherer zunehmend unattraktiver: In der Krise halten Kunden ihr Geld zusammen, so binden sich weniger Bürger an neue Verträge mit regelmäßigen Beiträgen. Die Branche verzeichnete in 2009 bei den laufenden Neubeiträgen einen Rückgang um 15,5 Prozent. Gleichzeitig stornierten mehr Kunden bestehende Verträge, stellten sie beitragsfrei oder reduzierten ihre jährliche Zahlung – 6,2 Prozent der Beiträge büßte die Leben-Branche ein. Und das unsichere Kapitalanlageumfeld macht es Versicherern schwerer, den garantierten Zins für klassische Policen von durchschnittlich 3,4 Prozent zu erwirtschaften. Geschweige denn, Kunden langfristig eine attraktive Überschussbeteiligung zu bieten. So zahlt etwa die Düsseldorfer Victoria mit 3,7 Prozent einen halben Prozentpunkt weniger als die Branche. Die Manager setzten um die Jahrtausendwende zu stark auf Aktien und verkauften erst nach dem Platzen der Technologieblase. Folge: Die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung schmolzen dahin – die Überschüsse liegen nun deutlich unter dem Marktschnitt. Der Gewinnung neuer Kunden ist das nicht förderlich.

Neue Regeln drücken

Die Victoria gehört zur Ergo-Gruppe, der Erstversicherungs-Tochter der Munich Re. Ab Oktober wird auch Victoria keine neuen Kunden mehr annehmen. Ergo bündelt ihr gesamtes Leben-Geschäft unter der Marke Ergo, zu der neben Victoria dann auch die heutige Hamburg-Mannheimer gehört. Einen Verkauf an Finanzinvestoren müssen die Victoria-Kunden deshalb nicht befürchten. Das sollte auch für die Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G. gelten, die seit Januar keine neuen Kunden mehr annimmt. Ihr Neugeschäft übernimmt die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG.

In die Knie zwingen könnten kleinere, kapitalschwache Anbieter, die keine Konzernmutter wie Munich Re im Hintergrund haben, vor allem die neuen Eigenkapitalregeln, an denen die europäische Versicherungsaufsicht Ceiops gerade arbeitet. Frühestens 2013 sollen sie Lebensversicherer zwingen, für riskante und damit renditeträchtige Kapitalanlagen mehr Eigenkapital in Reserve zu halten als früher. Eigenkapital benötigen sie dann ebenfalls für die zugesagten Garantiezinsen. Société-Générale-Analyst Zielke hat ausgerechnet, dass Lebensversicherer dann 70 Prozent beziehungsweise 54 Milliarden Euro mehr Eigenmittel vorhalten müssten als 2008. „Das belastet die Unternehmen extrem“, sagt Zielke.

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    Und was die Unternehmen belastet, trifft auch die Versicherten. Ihre Renditen werden weiter sinken – selbst dann, wenn ihr Anbieter weitermacht und nicht an einen Finanzinvestor verkauft. 

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