WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Allianz-Studie Deutsche Sparer leiden unter niedrigen Zinsen

Seite 2/2

Keine Zinsen fürs Tagesgeld

Tatsächlich müssen immer mehr Verbraucher sogar ganz auf eine Verzinsung ihrer Tagesgeldkonten verzichten, berichtete die „Welt am Sonntag“. Nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox zahlen mittlerweile 198 von 635 Instituten in Deutschland keinen Zins mehr auf Tagesgeldkonten. Die Bundesbank gibt den durchschnittlichen Effektivzinssatz für den Monat Mai - also noch vor der jüngsten Leitzinssenkung im Juni - mit 0,36 Prozent an. Die Inflationsrate lag in diesem Monat mit 0,9 Prozent deutlich höher.

Wie stellen Sie sich Ihren Übergang in den Ruhestand vor?


Trotzdem steckt immer mehr Geld auf Tagesgeldkonten. Laut Bundesbank hatten private Haushalte Ende Mai 964 Milliarden Euro auf täglich fälligen Konten - ein Jahr zuvor waren es 83 Milliarden Euro weniger.
Aktien vertrauen deutsche Sparer hingegen nicht. Obwohl die Börsen 2013 boomten - der deutsche Leitindex Dax legte um 25 Prozent zu -, trennten sich nach Zahlen des Deutschen Aktieninstituts (DAI) rund 600 000 Menschen von Aktien oder Fonds.

Damit waren nur noch 8,9 Millionen Deutsche direkt oder indirekt in diesen Wertpapieren engagiert. DAI-Chefin Christine Bortenlänger klagt: „Gerade in der derzeit anhaltenden Niedrigzinsphase müsste die Aktie Anleger anziehen. Als relativ renditestarke Anlageform ist sie bei einer ausgewogenen Geldanlage eigentlich unverzichtbar.“

Jens Wilhelm, Vorstand der Union Asset Management Holding, sieht durch das Sicherheitsbedürfnis in Kombination mit dem Niedrigzinsumfeld gar den Wohlstand der Deutschen akut gefährdet: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, da dem Sparer sein bester Verbündeter, der Zinseszinseffekt, abhandengekommen ist.“

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Doch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet auch 2014 nicht mit einer Trendwende beim Sparverhalten der Deutschen. Die Sparquote wird demnach auf dem Vorjahresniveau von 10,0 Prozent bleiben - 2008 sparten die Menschen hierzulande noch 11,5 Prozent ihres Einkommens.

Die Sparquote sei bisher zwar nicht ins Bodenlose gefallen, ihre sinkende Tendenz sei aber eine Gefahr für die finanzielle Altersversorgung. Denn eigentlich müsse die Quote sogar steigen, sagt BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin: „Ansonsten erhöhen sich die Risiken von Altersarmut in Deutschland.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%