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Alternative Anlagen Wertvolle Whiskys - hochprozentige Rendite

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Glas Whisky steht auf einem Quelle: AP

Mittlerweile ist der Preis für eine Flasche Black Bowmore wieder gefallen, der Bogen war offenbar überspannt. Als relativ viele Sammler ihren Black Bowmore verkaufen wollten, bekamen sie dafür nur noch 1600 Euro. Für Anleger, die ihn bei Erscheinen für 150 Mark kaufen konnten, ist das aber immer noch eine Marge von 2000 Prozent. Dass der Preis so deutlich fiel, erklärt Lüning damit, dass Hersteller Bowmore noch eine letzte Abfüllung des Black Bowmore seinerzeit auflegte, ebenfalls gebrannt 1964, aber erst 2007 abgefüllt und somit deutlich älter. "Da lag der Verkaufspreis von Anfang an bei 2990 Euro. Damit hatte Bowmore die gesamte Wertsteigerung schon vorweg genommen. Dennoch fanden alle Flaschen einen Abnehmer." Schlecht für Sammler, schön für die Destillerie: Schätzungsweise 300 Flaschen aus einem Fass bedeuten Einnahmen von knapp einer Million Euro. „Die kompletten Herstellungskosten für die Brennerei dürften da höchstens 1000 Euro betragen haben“, vermutet Whisky-Händlerin Lüning. Die hohe Rendite verdiente Bowmore selbst, die Käufer des fast schwarzen Whiskys werden wohl lange ausharren müssen, um eine vergleichbare Wertsteigerung zu bekommen.

Whisky ist in der Herstellung eigentlich kein teures Getränk. Die Lagerhallen sind meist hundert Jahre alt und längst abgeschrieben, fassen zehntausende Fässer mit Millionen Litern und der Whisky im Fass braucht kaum Pflege oder Kontrolle. „Wenn ein Whisky durch Lagerhaltung zehn Cent pro Liter und Jahr teurer wird, ist das schon viel“, vermutet Lüning. „Viel wichtiger für die Preissteigerung sind der ideelle Wert und die Seltenheit eines Whiskys. Der reine Warenwert ist minimal.“

Wenn das Lagerhaus einstürzt, wird es teuer

Allein in Schottland existieren knapp hundert Brennereien, hinzu kommen etlich inzwischen geschlossene Destillerien, von den noch zahlreiche Fässer im Lager auf ihre Abfüllung warten. Das Angebot ist recht unübersichtlich. Für Neulinge im Thema Whisky-Investment ist Orientierung daher mühsam, aber ohne Engagement in der Recherche nicht zu bewerkstelligen. „Es ist sinnvoll auf Storys zu setzen“, sagt Theresia Lüning. „Die Qualität ist sehr abhängig vom Genießer, auf Einzelstimmen darf man da nicht setzen. Im Mittel setzen Sammler daher auf begehrte Brennereien, vor allem Macallan, Bowmore, Aardbeg, Lagavulin, Laphroaig, Glenmorangie. Da ist der Geschmack für den Sammlerwert weniger entscheidend als der Name. Die kann man blind kaufen.“

Ein Beispiel für eine gelungene Story zum Whisky lieferte etwa der Glenfiddich Snow Phoenix: Durch starken Schneefall stürzte ein Lagerhaus der Brennerei ein. Die Fässer lagen unter Schnee. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr hat Glenfiddich den Whisky abgefüllt und als Snow Phoenix verkauft. „Die Nachfrage war riesig, wir hätten sicher das fünffache an Flaschen davon verkaufen können“, sagt Theresia Lüning, die mit ihrem reinen Versandhandel unter www.whisky.de den größten Whiskyhandel Deutschlands betreibt. Ein Flasche Snow Phoenix kostete damals 70 Euro, noch am selben Tag lagen die Preise bei Ebay bei 120 Euro. Was zählte war nur die Story zum Whisky, die Qualität hatte nichts damit zu tun."

Einige Brennereien stehen für höhere Wertsteigerungen als andere. Glenfiddich hat – obwohl bei Sammlern gefragt - nie die ganz großen Wertsteigerungen verzeichnet, weil der Whisky ohnehin eher im niedrigen Preissegment angesiedelt ist und die Standardabfüllungen selbst im Supermarkt zu haben sind. Bei Macallan geht es hingegen erst bei 50 Euro los, dort sind die Preissteigerungen in der Regel höher. Gleiches gilt etwa für Traditionsmarken wie Bowmore, Lagavulin und Ardbeg.

Standardware eignet sich nicht als Anlage

Wer sich für Whisky mit Wertsteigerungspotenzial interessiert, sollte sich anfangs vor allem auf die Originalabfüllungen der Hersteller konzentrieren und diese möglichst gleich nach Erscheinen kaufen, solange sie noch vergleichsweise günstig zu haben sind. Die Single Malts der unabhängigen Abfüller sind in der Regel eher für Kunden geeignet, die den Whisky auch genießen wollen. Und nicht selten unterscheiden sich diese Whiskys von den Herstellermerkmalen wie Alter, die Art der Fässer für die Reifung oder Alkoholgehalt.

„Interessant sind grundsätzlich Flaschen auf denen der Jahrgang steht, wie etwa beim 18jährigen Macallan. Da möchten viele Sammler alle Jahrgänge. Der kostet bei Macallan schon 130 Euro, steigt aber weiter. Drei oder vier Jahre alte Flaschen liegen schon 30 Prozent im Plus“, sagt Whisky-Kennerin Lüning. Da der 18jährige Macallan außerdem hervorragend schmeckt und von Fachmagazinen schon mit Preisen bedacht wurde, dürfte der Bestand eines Jahrgangs mit der Zeit deutlich zurückgehen. Der Verbrauch sorgt für mehr Knappheit, die Preise für die verbliebenen Flaschen steigt weiter.

Sinnvoll ist es ebenfalls, auf limitierte Auflagen, Sondereditionen oder begehrte Serien zu setzen. Später sind diese Flaschen oft nur noch bei den einschlägigen Auktionshäusern zu bekommen. Hin und wieder mag es aber auch gelingen, einen Restposten beim Fachhändler zu ergattern. Dann aber vielleicht schon mit deutlichem Preisaufschlag. Whisky sollte man übrigens immer dunkel und stehend lagern, große Temperaturschwankungen sind zu vermeiden.

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