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Alternative Geldanlage Mit Wein reich werden

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Bordeaux Preissteigerungen Quelle: Liv-Ex

Es ist ein People-Business: Jedes Jahr im April öffnen die Spitzenweingüter einer Schar von Weinjournalisten und Zwischenhändlern, den sogenannten Negociants, die Keller. Dann dürfen sie die Weine, die noch in Fässern ruhen und erst zwei Jahre später ausgeliefert werden, schon einmal probieren und bewerten. Journalisten veröffentlichen ihre Bewertungen in einschlägigen Magazinen. Anschließend verkünden die Weingüter zu welchem Preis sie ihre Weine an die Negociants abgeben. "Diese Verkostungen sind ein Jahrmarkt der Eitelkeiten und Teil des Marketings", sagt Echensperger.

Der asiatische Markt verfällt dem und treibt die Preise. Die Nachfrage sei so hoch, dass derzeit "jeder Preis akzeptiert wird", sagt Brodbecker. "Derzeit gibt es Kunden, die Bordeaux bestellen, weil sie selber auf die steigende Nachfrage aus Asien hoffen", sagt Ulrike Treptow vom Weinhandel Millesima. Bei den Auktionen des Jahres 2010 sei gut die Hälfte der Zuschläge an Bieter aus Hongkong gegangen, weiß Echensperger.

Ratingagenturen für Wein

Ein einfaches Klassifizierungssystem hilft, dass die Nachfrage nach Bordeaux-Weinen größer ist als die nach anderen Spitzenweinen etwa aus dem Burgund oder Kalifornien: 1855 wurde auf Basis der Verkaufspreise festgelegt, welche Weingüter im Bordeaux als Premier Cru gelten. Nur 1973 wurde ein Weingut vom zweiten Rang in den höchsten Adelsstand "Premier Grand Cru" erhoben: Château Mouton-Rothschild.

Seit dieser Zeit klingen Namen wie Lafite-Rothschild, Margaux oder Ausone wie Donnerhall in der Weinwelt. "Alles, was ein Interessent wissen muss, ist der Name des Château und der Jahrgang – dann kann er nachlesen, wie der Wein bewertet wird", sagt Hendrik Thoma, Sommelier und Betreiber des Weinhandels Tvino.de.

Viele Weinkonsumenten wie -investoren orientieren sich dabei vor allem an den sogenannten Parker-Punkten. Was die Ratings von Moody’s oder Standard & Poor’s für Staaten oder Banken sind, bedeuten die Bewertungen des Herausgebers des Weinmagazins "The Wine-Advocate" für die Preise und die Umsätze eines Weinguts. Bis zu 100 Punkte vergibt Parker. Und in den vergangenen Jahren erhielten immer mehr Weingüter immer mehr Punkte. Das liegt zum einen am Klimawandel, zum anderen an der Vinifikation, die sich seit Mitte der Neunzigerjahre im Bordeaux veränderte. Der Trend ging weg von leichteren, langsam reifenderen Weinen hin zu fruchtigeren, alkoholschwereren Tropfen – das Bordeaux hat sich an Parkers Geschmack angepasst. Wirtschaftlich ein Erfolg. Weine mit 99 oder 100 von 100 Punkten gelten als sehr risikoarme Investition.

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