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Altersarmut Frauen fühlen sich schlecht auf den Ruhestand vorbereitet

Exklusiv

Fast jede dritte Frau hat Angst vor Altersarmut, viele wissen, dass ihre Rente nicht ausreichen wird und sie vom Partner abhängig sind. Warum sich Frauen mit der Vorsorge so schwer tun.

Frauen sind finanziell oft schlechter auf den Ruhestand vorbereitet als Männer. Quelle: dpa

Unabhängig von den Kindern sein, Reisen, ehrenamtlich tätig sein - so stellen sich Frauen ihren Ruhestand vor. Und natürlich möglichst ohne finanzielle Sorgen. Allerdings sind gerade an diesem Punkt viele realistisch. "Ich halte mich eigentlich für gut abgesichert, werde aber mein derzeitiges Einkommensniveau mit meiner voraussichtlichen Rente nicht halten können", sagt die 52-jährige Christine aus Deutschland.

Ein flächendeckendes Problem: Die große Mehrheit der Frauen fühlt sich für den Ruhestand schlecht vorbereitet, nur 18 Prozent glauben daran, ihr erforderliches Alterseinkommen zu erreichen. Das geht aus der Aegon Ruhestandsstudie "Frauen im Spannungsfeld von Familie, Karriere und finanzieller Sicherheit" hervor, die WirtschaftsWoche Online vorab vorliegt. Dabei gehen die Befragten davon aus, dass sie für einen zufriedenen Ruhestand rund 76 Prozent ihres aktuellen Einkommens benötigen werden.

Glauben Sie, dass Sie ihr für den Ruhestand erforderliches Einkommen erreichen werden?

Nicht nur, dass die Frauen sich schlecht vorbereitet fühlen. Bei immerhin fast jeder Dritten kommt konkrete Angst vor Armut im Alter hinzu. Zurecht?

Der Rentenreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Bayern zeigte zuletzt, dass die Rente für Frauen dort im Schnitt nur bei 530 Euro lag. Laut einer OECD-Studie bekommen Frauen im Schnitt sogar nur die Hälfte der Rente, die Männer erhalten. Wenn sich aber so viele Frauen ihrer Rentenlücke bewusst sich, warum sorgen sie weiterhin nicht ausreichend vor?

Karrierebrüche sorgen für Abhängigkeit

Aus der Aegon Ruhestandsstudie geht erneut hervor, dass es vor allem die Karrierebrüche sind, die Frauen das Leben in puncto Ruhestandsplanung erschweren. "Die Wahrscheinlichkeit einer Teilzeitbeschäftigung ist bei Frauen mehr als doppelt so hoch wie bei Männern", heißt es in der Studie.

Das schmälert die Vorsorgeleistungen fürs Alter deutlich. "Über die Hälfte der verheirateten oder in einer Partnerschaft lebenden Frauen geht davon aus, im Alter auf das Einkommen ihres Partners angewiesen zu sein."

Die Methodik

Zu den Nachteilen der familienbedingten Teilzeitarbeit kommt die längere Lebenserwartung. "Frauen leben im Durchschnitt vier bis fünf Jahre länger als Männer", schreiben die Autoren. Entsprechend länger muss das Geld im Ruhestand auch reichen.

Die Politik versucht dem Rentendilemma der Frauen mittlerweile etwas entgegenzusteuern, zum Beispiel mit der Mütterrente. Für Kinder, die vor 1992 geboren sind, bekommen Mütter oder Väter mehr Rente für die Erziehungszeit. Mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein ist das allerdings nicht.

Langfristig brauchbare Lösungen wären laut der Studie dagegen flexiblere Arbeitsmodelle. Hat eine Frau eine 70 oder 80 Prozent-Stelle, ist das zumindest aus Altersvorsorge-Sicht besser als eine klassische Teilzeitposition mit 20 Stunden. Je stärker der Mann in die Betreuung der Kinder eingebunden ist, desto eher können sich Frauen ihrem eigenen Job widmen und werden unabhängiger vom Partner.

In Arbeit
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Auch flexiblere Altersteilzeitmodelle sind laut Aegon nötig, damit Frauen im Ruhestand stabiler aufgestellt sind. Die Rente mit 63 hilft dagegen wenig. Aus einer Anfrage der Grünen geht hervor, dass zwar jeder zweite Mann die dafür geforderten 45 Beitragsjahre erfüllt, aber nur jede siebte Frau.

Insgesamt wird deutlich, dass gerade Frauen besonderen Wert auf eine gute Planung der Rente legen sollten, wenn sie eine zu starke Abhängigkeit vom Partner vermeiden wollen.

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