Altersversorgung Die Rente mit 69 wird kommen

Die Deutschen werden immer älter, das ist ein Glück. So zu tun, als sei der Ruhestand trotzdem immer früher möglich, ist hingegen unlogisch und unredlich.

Deutschlands Bevölkerung wird immer älter, immer weniger Junge sollen den Generationsvertrag erfüllen - Die logische Konsequenz kann nur

Es gibt politische Wahrheiten, die so simpel sind, dass man sie nur immer und immer wiederholen kann. Eine stammt vom Ökonomen Axel Börsch-Supan, Direktor des Münchner Max-Planck-Institutes für Sozialpolitik und einer der versiertesten Rentenexperten des Landes. Sein ach so einfacher Satz lautet: „Je länger wir leben, desto länger müssen wir arbeiten.“

Nun steigt – glücklicherweise – die Lebenserwartung der Deutschen regelmäßig an. Viele der Kinder, die 2013 geboren werden, dürften statistisch exzellente Chancen haben, das Jahr 2100 noch zu erleben. Nur leider bedeutet das auch, dass die Schraube der Demografie unerbittlich anzieht. Die Rentner, die versorgt werden müssen, leben immer länger, bekommen also länger Geld. Und die Generationen, die mit ihren Sozialabgaben diesen stetigen Generationenvertrag befüllen müssen, werden auf mittlere Sicht weniger.

Hier ist die Rentenangst am größten
Platz 10Von den Menschen, die im Ernährungswesen tätig sind, also zum Beispiel Bäcker, Diätassistenten oder Fitnessberater, sorgen sich 41 Prozent besonders stark um ihre finanzielle Zukunft. Quelle: dapd
Platz 9Bei Bank- und Versicherungsfachleuten glauben 42 Prozent, dass ihre gesetzliche Rente später nicht zum Leben reichen wird. Quelle: Fotolia
Platz 843 Prozent der Bürger, die in sozialen Berufen beschäftigt sind, also zum Beispiel Pädagogen oder Sozialarbeiter, fürchten um ihre Versorgung im Alter. Quelle: dpa
Platz 7Von den Beschäftigten in der Metallkonstruktion (z.B. Industriemechaniker) oder Installation (z.B. Heizungsinstallateur) glauben 45 Prozent nicht, dass ihre Rente später ausreichen wird. Quelle: dapd
Platz 6Wer als Hilfsarbeiter, also etwa als Kellner, tätig ist, sorgt sich oft um seine Zukunft; 46 Prozent fürchten um ihre finanzielle Absicherung im Rentenalter. Quelle: AP
Platz 5Ebenfalls 46 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitsdienst, also etwa Kranken- oder Altenpfleger, sorgen sich um ihre gesetzliche Rente. Quelle: dpa
Platz 4Von den Bürgern, die in Hotels, Gaststätten, oder in der Hauswirtschaft arbeiten, glauben 49 Prozent nicht an eine ausreichende gesetzliche Altersvorsorge. Quelle: AP

Logische Konsequenzen

Was daraus folgt, ist eigentlich logisch und hundertfach beschrieben worden: Wenn immer weniger Arbeitende immer mehr Pensionierte finanzieren sollen, gibt es nur ein paar Möglichkeiten: Die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer steigen und steigen, oder die Rentendauer sowie die Höhe der Durchschnittsansprüche müssen sinken. Oder die Politik kombiniert alle Maßnahmen, um die Schmerzen zu mildern.

Die Reformen der Vergangenheit waren deshalb in der Sache richtig: Den Anstieg der Rentenerhöhungen zu drosseln, die private Vorsorge als Entlastung der staatlichen Rentenkasse zu fördern und die Rente mit 67 schrittweise einzuführen. Dahinter führt kein Schritt zurück.

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