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Altersvorsorge Die beste Rente: Private Altersvorsorge im Test

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Mit fondsgebundenen Rentenversicherungen gewinnt ein Anleger zwar mehr Transparenz, da er erfährt, wie viele Fondsanteile er hält. Doch hohe Abschlussprovisionen und laufende Gebühren schmälern auch hier die Rendite. Meist lohnt sich eine Rentenversicherung erst, wenn der Versicherte älter als 90 Jahre alt wird. Immerhin taugt sie zur Selbstdisziplin: Die Vertragsbindung zwingt zum Sparen.

Verbraucherschützer raten dennoch, mit einem Abschluss bis zum Ruhestand zu warten. Dann könnten sich angehende Ruheständler eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag sichern: Sinnvoll ist das, wenn sie von einem besonders langen Leben ausgehen und sich dagegen absichern wollen, dass irgendwann das Geld ausgeht.

Versicherungen sind oft nicht sinnvoll

Kapital-Lebensversicherungen, die eine Einmalzahlung zu Rentenbeginn vorsehen, sind für die Altersvorsorge wenig geeignet. Sie mischen die Absicherung von Angehörigen im Todesfall mit einer Geldanlage – und das sollten Sparer tunlichst vermeiden. Das Problem: Der Todesfallschutz fällt bei den Kombi-Produkten oft zu niedrig aus, da die Versicherungsbeiträge sonst kaum zu schultern wären. Die Rendite auf das eingezahlte Kapital ist trotzdem gering. Anleger sollten besser separat eine Risikolebensversicherung abschließen.

Zur Geldanlage sind Sparpläne sinnvoller als Versicherungen. Wem die Sicherheit einer klassischen Rentenversicherung gefällt, der sollte als Alternative einen klassischen Banksparplan in Betracht ziehen. Der bietet je nach Vertrag feste oder variable Zinsen gegen geringe Gebühren. Obwohl die Zinsen zuletzt stark unter Druck gerieten, gibt es bei den besten Angeboten noch knapp vier Prozent Rendite.

Aktien bieten trotz Krise Chancen auf langfristige Gewinne

Anstelle einer fondsgebundenen Versicherung bietet sich ein Fondssparplan an. Je nach Risikoneigung und Renditeerwartung können Fonds mit hohem oder niedrigem Aktienanteil gewählt werden. Die genaue Rendite lässt sich zwar nicht vorhersehen, doch über den langen Anlagezeitraum sinkt das Risiko, nur schlechte Börsenphasen zu erwischen. Langfristig bieten Aktien trotz der aktuellen Börsenturbulenzen Chancen auf eine höhere Rendite. Schon bei einem Renditeplus von drei Prozentpunkten gegenüber risikoarmen Anlagen steht nach 30 Jahren ein 70 Prozent höheres Vermögen zur Verfügung. „Diese Chance sollten sich Anleger, die das Risiko tragen können, nicht entgehen lassen“, sagt Nauhauser. Gebühren schmälern aber auch bei Fondssparplänen die Rendite. Sparer zahlen Ausgabeaufschläge, später fallen Management- und Verwaltungsgebühren an. Fondsdiscounter bieten die meisten Investmentfonds jedoch mit rabattierten Ausgabeaufschlägen an. Einmalinvestments in die besten Sparplan-Fonds der vergangenen Jahre können Interessenten oft ganz ohne Ausgabeaufschläge bekommen.

Provisionsgetriebene Produktempfehlungen

Wären unsere Testkunden dem Rat ihrer Kundenbetreuer gefolgt, würde ihr Geld jetzt in wenigen Anlageprodukten – meist in einer Rentenversicherung – stecken. Nicht einmal in zehn Prozent der Fälle wurde die Anlagesumme auf verschiedene Produkte aufgeteilt. „Doch bei der Altersvorsorge sollte breit gestreut werden“, sagt der unabhängige Bad Homburger Finanzplaner Peter Sachs.

Immer wieder entpuppten sich Berater im Test als rein auf Provisionen ausgerichtete Verkäufer, denen Anleger ohne das Wissen über gebührenarme, passende Produkte schutzlos ausgeliefert sind. Auf der Seite des Kunden stehen hingegen Honorarberater, die nicht von Provisionen leben, sondern vom Beratenen bezahlt werden. „Eine wirklich unabhängige Beratung kann es nur auf Honorarbasis geben“, sagt Verbraucherberater Nauhauser.

Eine solche Beratung bieten neben Verbraucherzentralen und Mitgliedern des Bundesverbands der Versicherungsberater auch Finanzplaner, Sachverständige für Kapitalanlagen und private Finanzplanung. Die Beratung schlägt dort zwar mit einigen Hundert Euro zu Buche, doch daran sollten Anleger bei der – nach der eigenen Immobilie – wichtigsten Investitionsentscheidung des Lebens nun wirklich nicht sparen.

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