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Altersvorsorge Die Lebensversicherungen in der Finanzkrise

Wie werden sich Lebensversicherungen langfristig in der Finanzkrise schlagen? Entscheidend dafür sind ihre Reserven. Das Finsinger-Rating der WirtschaftsWoche nennt die sichersten Kandidaten für einen sicheren Ruhestand.

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Wie werden sich Quelle: dpa/dpaweb

Wer zuletzt lacht, lacht am besten – gilt das auch für die Verkäufer von Lebensversicherungen? Jahrelang galten die Policen als spießigste Geldanlage der Nation – zu hohe Kosten bei zu niedriger Rendite. Doch jetzt, da in der Finanzkrise eine Anlageklasse nach der anderen abstürzt, erstrahlen die Policen in neuem Glanz, scheint ein Garantiezins von aktuell 2,25 Prozent plus jährlich rund zwei Prozent Überschussbeteiligung attraktiv. Vier Prozent – nicht sexy, aber ziemlich sicher.

Denn anders als Banken können Lebensversicherungen in Deutschland nicht von einem Tag auf den anderen pleitegehen. Das liegt schlicht daran, dass Bankkunden Einlagen theoretisch täglich zurückfordern können, während Versicherungen Kunden meist erst nach 20 oder 30 Jahren auszahlen müssen und auch noch – vertraglich abgesichert – Monat für Monat frisches Geld aus Kundenbeiträgen bekommen.

Für viele Unternehmen geht es ans Eingemachte

Analysten wie Stefan Kalb vom Bankhaus Sal. Oppenheim sehen in Deutschland keine Versicherungskrise heraufziehen, die vergleichbar mit der Bankenkrise wäre: „Das Gebot der Liquidität kann Banken, anders als Versicherungen, in solchen Börsenzeiten in große Bewertungs- und Bilanzschwierigkeiten bringen. Sie müssen dann ihre Investments unter Umständen schneller und zu schlechten Konditionen verkaufen.“ Versicherungen können Buchverluste auch über Jahre aussitzen.

Wackelkandidaten, die im Ernstfall vergleichsweise geräuschlos bei Mitbewerbern Unterschlupf suchen, gibt es allerdings trotzdem immer wieder. Wer sind die Starken, wer die Schwachen? Seit zwölf Jahren gibt in der WirtschaftsWoche das Finanzstärke-Rating von Jörg Finsinger, Professor für Finanzdienstleistungen in Wien, Auskunft darüber, wie hoch die Rücklagen deutscher Lebensversicherungen sind. Und darauf kommt es an – jetzt mehr denn je.

Rund 700 Milliarden Euro verwalten die Lebensversicherungen im Auftrag ihrer Kunden. Nach bis zu acht Prozent in der Vergangenheit, zahlten sie zuletzt im Schnitt pro anno 4,3 Prozent Zins aus – allerdings nicht auf das gesamte Kapital, sondern auf die Summe abzüglich diverser Kosten und Vertreterprovisionen.

Die Vier vor dem Komma wollen die Unternehmen der besseren Verkaufe wegen auch in Zukunft ausweisen – Finanzkrise hin oder her. Wenn beim Zins eine Drei vor dem Komma steht, dann erscheint jede Anlage in sicheres, höher verzinstes Festgeld attraktiver. Die Gretchenfrage der Branche ist nur: Wenn der ganze Kapitalmarkt auf absehbare Zeit Federn lässt, aus welchen Anlageklassen können Versicherer die nötigen Zinsgewinne ziehen? Für viele Unternehmen geht es ans Eingemachte. Die Folge: Die milliardenschweren stillen Reserven – aufgelaufene Gewinne, die in den Bilanzen nicht ausgewiesen sind – dürften in den nächsten Monaten ebenso still gehoben werden.

Danach aber ist die Finanzkrise vermutlich noch lange nicht zu Ende. Dann werden aus Bilanzen mit stillen Reserven plötzlich solche mit stillen Lasten, weil Anlagen mit einem unrealistisch hohen einstigen Wert in den Büchern stehen.

Das Problem der Versicherer laut Finsinger: „Sie sind nicht nur massiv vom Rückgang der Aktienkurse, sondern parallel von sinkenden Werten bei Staats- und Unternehmensanleihen, Bankanleihen und Pfandbriefen betroffen. Es fallen also Abschreibungen auch bei vermeintlich ganz sicheren Anlagen an.“ Das könnte auch noch auf die Immobilienfonds zukommen, die bislang als sichere Häfen galten; mehrere wurden in der vergangenen Woche bereits geschlossen. Auch in dieser Klasse sind die Versicherer investiert.

Dazu kommt, so Finsinger: „Die Unternehmen könnten in einigen Anlageklassen auch vom Ausfall der Emittenten betroffen sein. Diese Risiken kann heute noch niemand überblicken.“ Umso wichtiger ist es für Bestandskunden und Neueinsteiger, zu wissen, welcher Anbieter über so hohe Reserven verfügt, dass er Verluste einzelner Anlagen langfristig ausgleichen kann. Im Finsinger-Rating heißt das: fünf Sterne!

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