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Altersvorsorge im Eigenbau In zehn Schritten zum entspannten Ruhestand

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Mehr Rendite auf eigene Faust

8. Förderung durchrechnen

Aufbessern lässt sich die Rente zweitens mit geförderten Riester- und Rürup-Renten. "Viele denken, sie seien blöd, wenn sie auf eine Zulage oder einen Steuervorteil verzichten", sagt Honorarberater Niklas.

Anspruch auf Riester haben Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte. Zahlen sie wenigstens vier Prozent des Vorjahres-Brutto-Einkommens in ihren Vertrag ein, gibt es Zulagen – pro Sparer 175 Euro, für Kinder bekommt ein Elternteil je 300 Euro extra (sind diese vor 2008 geboren, 185 Euro). Außerdem bleiben Einzahlungen steuerfrei – allerdings werden die Zulagen vom rechnerischen Steuervorteil auf die kompletten Einzahlungen abzogen. Gespart werden kann via Rentenversicherung, Bank- oder Fondssparplan, Bausparvertrag und Immobiliendarlehen.

Trotz Förderung lohnt eine Riester-Rente längst nicht immer. Weil Sparer eine monatliche Rente bekommen (nur zu Rentenbeginn können sie sich 30 Prozent des Guthabens ohne Verlust der Förderung auf einen Schlag auszahlen lassen), steigt die Rendite mit dem Lebensalter. Versicherer kalkulieren extrem vorsichtig. Sparer können Riester daher mit eigener ungeförderter und abgeltungsteuerpflichtiger Geldanlage durchaus schlagen.

Kernpunkte der Riester-Förderung

Für Hauskäufer in spe lohnt sich ein Riester-geförderter Kredit meist – spezielle Regeln machen diese Variante attraktiver als die Sparprodukte. Riester-Sparer können angesparte Guthaben auch nachträglich für Immobilienfinanzierungen einsetzen.

Eine Basis- oder Rürup-Rente kann jeder abschließen. Sie zielt vor allem auf Selbstständige. Hier wird nur steuerlich gefördert. Lohnend kann die Basis-Rente vor allem sein, wenn der Steuersatz heute weit über dem Steuersatz im Alter liegt.

Die Regeln sind noch starrer als bei Riester. So kommen Sparer nicht an ihr Geld, auch nicht gegen Erstattung der Steuervorteile – es führt kein Weg an einer Auszahlung als Rente vorbei.

„Bei solch starren Vorsorgeformen merken Sparer oft nach fünf bis zehn Jahren plötzlich, dass die Verträge nicht mehr zu ihrem Leben passen“, sagt Honorarberater Niklas. Wenn nach Heirat und Familiengründung der Wunsch nach den eigenen vier Wänden aufkommt, ist die Verwunderung groß – viel Geld steckt in Langzeit-Verträgen und kann für die Immobilie nicht genutzt werden.

9. Auf eigene Faust anlegen

Holger Grethe, 38, arbeitet selbstständig als Arzt. Altersvorsorge hat ihn früher kaum interessiert, dafür hatte er seinen Finanzvertriebs-Berater. Zufällig fiel ihm 2007 ein Buch über langfristige Geldanlage in die Hände. Alles, was er dort las, hatte nichts mit den Empfehlungen seines Beraters, mit Rürup-Renten und aktiv gemanagten Aktienfonds, zu tun.

Heute sitzt Grethe im schwarzen Rollkragenpulli in seinem Wohnzimmer im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim und braucht keine Berater mehr – er kümmert sich selbst um sein Geld. Alles, was Familie Grethe übrig hat, fließt vier Mal im Jahr in Indexfonds (ETFs), die die Wertentwicklung eines Korbs von Aktien widerspiegeln. „Wir versuchen, gut zu leben und trotzdem genug zurückzulegen, um unseren Lebensstandard später zu halten“, sagt Grethe. Bislang sieht es gut aus; im Schnitt kommt Grethe auf acht Prozent plus pro Jahr. „Klar, gute Börsenjahre nach 2008 haben sehr geholfen“, gesteht er.

Doch auch bei deutlichen Kursverlusten 2011 habe er an sein Konzept geglaubt. „Als Arzt wird mir immer wieder vorgeführt, dass das Wichtigste, was wir verlieren können, nicht Geld, sondern unser Leben ist“, sagt Grethe. Diese gelassene Grundhaltung hat auch die Leser seines Internet-Blogs überzeugt.

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