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Altersvorsorge Keiner will mehr Riester-Versicherungen

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Öko-Test zur Versicherer-Kritik: "Entbehrt jeder Grundlage"

Öko-Test reagierte auf Nachfrage auf die GDV-Kritik. Diese entbehre jeder Grundlage, erklärte Öko-Test-Chefredakteur Jürgen Stellpflug. Die Überschüsse seien sehr wohl berücksichtigt. Für alle Tarife seien auch die Rentenrendite auf die prognostizierte Rentenleistung ausgewiesen worden. Bei den fondsgebundenen Tarifen fließe diese Bewertung sogar zu 40 Prozent in die Gesamtnote mit ein. Allerdings weise man ausdrücklich darauf hin, dass sich – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Kapitalmarktentwicklung  - kein Riester-Sparer darauf verlassen könne, dass die derzeit in Aussicht gestellten Überschüsse wirklich dauerhaft erwirtschaftet werden können.  

Privat vorsorgen per Riester-Rente

Öko-Test wolle darüber hinaus nicht den Fördereffekt herausstellen, sondern das Preis-Leistungsverhältnis der angebotenen Riester-Produkte testen. Geprüft werde also, wie gut die Versicherer mit dem ihnen anvertrauten Geld arbeiten und wie viel Kosten davon abgehen. Das lasse sich aber nicht mehr ermitteln, wenn die Zulagen als zusätzlicher Zinsertrag in die Berechnungen eingingen. Denn dadurch werde die originäre Leistung des Versicherers  mit der Förderleistung des Staates vermengt. Die tatsächlichen Kosten des Vertrags und die den Kunden wirklich gutgeschriebenen Überschüsse blieben dabei im Nebel. 

Die Renditen würden immer auf die gesamten Einzahlungen in den Vertrag berechnet, also die Summe aus Eigenbeitrag und Zulagen.  Dabei würden natürlich auch die Zulagen verzinst beziehungsweise der Teil davon, der nach Abzug der Kosten übrig bleibe. Insofern sei es auch nicht unseriös, die Ablaufleistung, die der Versicherer garantiert, einem Vertrag ohne Kosten gegenüberzustellen. Die Differenz sei der Vermögensverlust, den der Sparer durch Vertragskosten in der Ansparphase erleide. Wenn der GDV nun kritisiere, diesen Kosten würde die unverzinste Summe der Zulagen gegenübergestellt, so bleibt nur zu sagen: Die erhalte der Kunde ja oft nicht einmal, weil von den Zulagen bisweilen höhere Abschluss- und Vertragskosten abgingen als von den Eigenbeiträgen. Wenn man das auch noch berücksichtigen wollte, sähe die Relation oft noch schlechter aus.

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