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Altersvorsorge Das Drama der Rente liegt nicht in der Steuerpflicht!

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Rentenanpassungen dürften künftig geringer werden

Im laufenden Jahr liegt der Grundfreibetrag bei 8472 Euro im Jahr, für Paare gilt der doppelte Freibetrag. Damit bleiben 706 Euro der Monatsrente schon mal steuerfrei – und nur das darüber hinausgehende Einkommen wird versteuert. Folgt die Bundesregierung ihrem eigenen Existenzminimumbericht, müsste der Freibetrag 2016 auf 8652 steigen, also ein monatliches Einkommen von 721 Euro.

Wer also im kommenden Jahr in Rente geht, und zum Beispiel 1000 Euro aus der gesetzlichen Rente erwartet, muss bis zu seinem Lebensende 72 Prozent und somit im ersten Jahr 720 Euro versteuern – und liegt damit noch einen Euro unter der Freibetragsgrenze.

Vorausgesetzt, es kommen keine weiteren Einkünfte hinzu – etwa aus Wertpapieren, Vermietung oder Minijob -, muss dieser Neurentner auch keine Steuern zahlen. Ob die 70.000 erstmals steuerpflichtigen Rentner also am Ende tatsächlich Einkommensteuern zahlen, hängt vom Jahr des Renteneintritts, der Summe aller Einkünfte und ihrer Möglichkeit ab, Ausgaben steuerlich abzusetzen.

Vorsorge



Das Drama um die Renten liegt weniger in ihrer zunehmenden Besteuerung, sondern vielmehr in der Tatsache begründet, dass das Rentenniveau generell im Vergleich zum Lohnniveau sinkt – mit dem Effekt, dass die gesetzliche Rente allein immer weniger für den Erhalt des Lebensstandards ausreicht. Zudem dürften die Rentenanpassungen in den folgenden Jahren weniger opulent ausfallen, als 2016.

Laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung ist für 2017 ein Plus von 2,2 Prozent im Westen und 2,3 Prozent im Osten zu erwarten, in den beiden darauffolgenden Jahren sollen es jeweils nur 0,3 Prozentpunkte mehr sein. Um eine Versorgungslücke zu schließen, dürfte das kaum reichen.

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