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Altersvorsorge Richtig für die Rente sparen

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Grafik: Die Deutschen und ihr Geld

Vor der Auswahl von Produkten empfiehlt Edinger folgende Schritte:

Sparpotenzial ausloten:

Wie viel kann ich nach Miete, Auto, Versicherungen, Kreditraten und weiteren laufenden Kosten monatlich vom Haushaltseinkommen zurücklegen, was habe ich bisher schon gespart?Verpflichtungen prüfen: Welche Kredite sind noch abzuzahlen? Tilgen ist billiger als weiter Zinsen zahlen und frisches Geld anlegen. Dennoch lassen sich immer wieder Anleger zu Investments auf Pump überreden. Erst kürzlich hatte Berater Bruno Steiner aus dem baden-württembergischen Trossingen solch einen Fall auf dem Tisch. Sein Kunde besitzt bereits ein Eigenheim und eine Ferienwohnung in Niederbayern, dennoch ließ er sich zum Kauf einer weiteren Wohnung für 45 000 Euro überreden. Dafür muss er der Bank 4,8 Prozent Darlehenszins zahlen. Auf der Habenseite stehen lediglich magere 1,0 Prozent fürs Tagesgeld bei der Hausbank. Für den Anleger war der Deal ein deutliches Minusgeschäft, weil er nur ein Drittel der gezahlten Zinsen vom Finanzamt erstattet bekam. „Der Irrglaube, man müsse Schulden machen, um Steuern zu sparen, lässt sich nur schwer ausrotten“, sagt Berater Steiner.

Finanzbedarf im Alter kalkulieren:

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Standort erkennen

    Welche Haushaltskosten fallen im Ruhestand weg, welche neuen kommen hinzu? Weiteres Sparen fällt dann genauso weg wie die Fahrtkosten zur Arbeit. Das heißt aber nicht, dass Ruheständler automatisch weniger Geld benötigen. Nachgelagerte Besteuerung von Renten, Gesundheitskosten und höhere Ausgaben für Freizeit schmälern das Budget.Lebenssituation analysieren: Wie sind Beruf und Familie bei der Altersvorsorge zu berücksichtigen? Dazu gehört beispielsweise Mobilität im Job. Wer öfter den Standort wechseln muss, für den ist eine selbst bewohnte eigene Immobilie ein Klotz am Bein. Gibt es bereits Partner und Kinder, geht zunächst die Risikovorsorge vor. Ist Nachwuchs geplant, fällt ein Verdiener ganz oder teilweise weg. Entsprechend weniger Geld bleibt für die Altersvorsorge.Risikotoleranz festlegen: Wie hoch dürfen zwischenzeitliche Verluste sein, damit ich noch ruhig schlafen kann? „Es reicht nicht, einfach nur sein Kreuzchen bei einem Risikotyp auf dem Beratungsformular zu machen, darunter können sich die meisten Anleger wenig vorstellen“, sagt Finanzberater Edinger, „erst wenn die Sparer wissen, wie viel Geld sie im schlimmsten Fall verlieren können, schätzen sie ihre Risikotoleranz richtig ein.“ Aktienfonds können in einem Jahr durchaus 40 Prozent einbüßen. Bei Bundesanleihen ist das Verlustrisiko dagegen deutlich überschaubarer.

    Wege zur Rente

    Tabelle: Klassische Rentenversicherung

    Selbst wenn alle diese Fragen beantwortet sind, steht noch immer keine Altersvorsorge. In der Regel gibt es mehrere Wege, auf denen das notwendige Kapital für den finanziell gesicherten Ruhestand angesammelt werden kann. Wenn feststeht, wie viel der Sparer erübrigen kann und wann er das Geld braucht, schiebt sich die Frage nach der Rendite in den Vordergrund. Tom Friess, Chef der Anlageberatung Münchener Vermögenszentrum, hat für zwei Anlegertypen berechnet, was nach 30 Jahren Sparen für den Anleger bleibt. Zur Auswahl stehen die beiden Fertigprodukte Riester-Fondssparen und private Rentenversicherung sowie Wertpapiersparen in Eigenregie.

    Riester-Fondssparen und private Rentenversicherung sind der bequeme Weg: Sparrate festlegen, leistungsstarkes Angebot auswählen und Vertrag abschließen. Um den Rest kümmert sich die Bank, Fondsgesellschaft oder Versicherung.

    Bequem kostet

    So viel Fürsorge aber lassen die sich gut bezahlen – und nicht immer bekommt der Anleger dafür eine adäquate Leistung. Beispiel Riester-Fonds: Mit dem Allianz-dit Fondsvorsorge 1977-1996 verloren Anleger in den vergangenen fünf Jahren immerhin 8,9 Prozent jährlich. Der nicht Riester-geförderte Mischfonds Carmignac Patrimoine machte dagegen im Schnitt 10 Prozent plus. Ein guter Aktienfonds hätte noch mehr gebracht, ist aber nicht ganz mit dem Riester-Produkt vergleichbar: Riester-Fondssparpläne müssen zumindest die eingezahlten Beiträge auszahlen, wenn der Sparer in Rente geht. Wegen dieser Garantie können sie daher nicht zu 100 Prozent in Aktien gehen. Riester-Beiträge fließen meist in aus Aktien- und Rentenfonds gemischte Dachfonds, bei der PremiumRente der DWS ist dies beispielsweise der DWS Vorsorge.

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