WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Altersvorsorge Richtig für die Rente sparen

Seite 3/4

Tabelle: Riester-Sparpläne

Eine der größten Positionen des Dachfonds ist der Aktienfonds Top Dividende, der in den vergangenen fünf Jahren um 4,7 Prozent jähr-lich zulegte. Dass Anleger allein mit der Fondskomponente des DWS Riester-Sparplans – also ohne staatliche Zulagen oder Steuervorteile gerechnet – trotzdem im Schnitt 0,7 Prozent Miese gemacht hätten, liegt am unglücklichen Timing: Von Kursgewinnen zu Anfang des Untersuchungszeitraums profitierte nur ein kleiner Kapitalstock – es war einfach noch nicht genug Geld angespart. Als der Topf dann fast voll war, bescherte der Finanzkrisen-Crash den Aktien herbe Verluste. Zeitaufwendiger, aber oft auch renditeträchtiger als Riester und Rentenversicherung ist Sparen in Eigenregie. Das über Jahre mit Fonds, Aktien, Anleihen und Rohstoffen angesammelte Kapital lässt sich in einen Auszahlplan stecken, der über einen festgelegten Zeitraum eine nette Privatrente abwirft.

Nach Friess’ Kalkulation lohnt sich der Aufwand, egal, ob der Anleger Single oder Familienvater ist: Wertpapiersparen ist abzüglich Kosten renditestärker als Rentenversicherung oder Riester – vorausgesetzt, die jährliche Rendite von vier Prozent vor Kosten und Steuern pro Jahr steht. Vier Prozent über 30 Jahre sind mit einem wohl ausbalancierten Portfolio nicht zu optimistisch.

Schwache Rendite bei Fertigprodukten

Laut Friess kann ein 35-jähriger Familienvater, der über 30 Jahre nur 1430 Euro pro Jahr in Wertpapiere, Fonds und Rohstoffen anlegt, im Alter eine Rente von 3295 Euro jährlich erwirtschaften. Das Zubrot zur gesetzlichen Rente fließt in dieser Beispielrechnung bis zum 95. Lebensjahr. Wem das zu unsicher ist, der muss sich mit 2901 Euro (Riester-Fondssparen) oder 2519 Euro (private Rentenversicherung) begnügen – die dann allerdings garantiert lebenslang.

Tabelle: Investmentfonds

„Private Rentenversicherungen sind von der Rendite her fast immer die schlechteste Lösung, weil die Kosten für Vertrieb und Verwaltung sowie die Risikoprämie 20 Prozent des Beitrags und mehr auffressen“, sagt Friess. Den Garantiezins von 2,25 Prozent berechnen die Lebensversicherungen lediglich auf den Sparanteil der Prämie, der zwischen 70 und 75 Prozent liegt. Erst einschließlich der nicht garantierten Überschüsse verzinsen sich Rentenversicherungen der fünf besten Anbieter derzeit mit 3,8 bis 5,0 Prozent.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Allerdings können die Lebensversicherungen diese Renditen nur zahlen, weil sie aus ihren Reserven schöpfen, denn ihre Kapitalanlagen verzinsten sich im vergangenen Jahr nur mit durchschnittlich 3,5 Prozent. Die Aussichten sind weiter mau – Versicherer haben gerade mal fünf Prozent ihres Kapitals in Aktien angelegt – viel zu wenig, um von der Börsenrally in diesem Jahr profitieren zu können.

    Staatliche Förderung

    Fertigprodukte lohnen sich vor allem dann, wenn Sparer die staatliche Förderung optimal ausnutzen können. Das Pauschalurteil „Riester lohnt sich nur für Geringverdiener“ lässt sich nicht halten. Singles mit überdurchschnittlichen Einkommen kommen mit dem Steuervorteil der Riester-Angebote oft auf ihre Kosten. Bis zu 2100 Euro pro Jahr können sie steuerfrei anlegen.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%