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Altersvorsorge Selbstständige sorgen sich ums Alter

Altersvorsorge für Selbstständige: Die richtige Balance finden. Quelle: Getty Images

Viele Freiberufler bangen um ihre spätere Absicherung, zeigt eine aktuelle Studie. Besonders brisant: Bei der Vorsorge setzen sie vor allem auf einen Baustein, der wenig tragfähig ist.

Selbstständige tun sich mit der Altersvorsorge oft schwer. Schwankende und schlecht planbare Einkünfte passen nicht zu starren Verträgen, etwa einer Rentenversicherung mit fixem Monatsbeitrag. Gleichzeitig sind die Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter jedoch groß, zeigt eine aktuelle Studie, die die Quirin Privatbank gemeinsam mit den Meinungsforschern von YouGov Deutschland durchgeführt hat. Demnach machen sich 62 Prozent Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter. Von den selbstständigen Frauen spricht sogar jede Fünfte von „sehr großen Sorgen“.

Bei der Umfrage wurden 1008 Selbstständige und Freiberufler mit einem Unternehmen in Deutschland befragt, repräsentativ nach Alter und Geschlecht ausgewählt. Auch Ärzte mit eigener Praxis zählten zu den Befragten.

Während Ärzte - so wie zum Beispiel auch Architekten oder Anwälte - meist über berufsständische Versorgungswerke abgesichert sind, verfügen andere freiberufliche Unternehmer teilweise über gar keine Altersvorsorge. Entscheiden sie sich nicht freiwillig für Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung, steht ihnen keine solche Rente zu. Etwa drei von vier Millionen Selbstständigen sollen fürs Alter nicht abgesichert sein, stellt ein Gutachten für das Bundessozialministerium fest.

Deswegen sollen die Selbstständigen zur Vorsorge gezwungen werden. So plant es Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD). Den Gesetzentwurf will er bis zum Jahresende vorlegen. Nach aktuellem Stand der Überlegungen werden wohl neben der gesetzlichen Rente und den Versorgungswerken nur private Basisrenten, auch Rürup-Rente genannt, für die Erfüllung der Vorsorgepflicht anerkannt. Dabei bieten andere Vorsorgeformen oft mehr Chancen.

Bislang setzen viele Selbstständige vor allem auf den Verkauf ihres Unternehmens. Mit dem Erlös wollen sie dann ihr Altersauskommen bestreiten. Im Mittel soll der spätere Verkaufserlös 48 Prozent der insgesamt verfügbaren Altersvorsorgerücklagen ausmachen, so die Erwartung laut aktueller Umfrage. Die Planung des Verkaufsprozesses passt allerdings kaum zu dessen hoher Bedeutung. Die von den Selbstständigen erhofften Werte überraschten, „wenn man sieht, wie wenig planvoll sie demgegenüber den Verkauf betreiben“, sagt Karl Matthäus Schmidt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Quirin Privatbank. So kann etwa die Hälfte der Selbstständigen nicht sagen, wann sie überhaupt verkaufen will. Fast jeder Dritte hat keine Idee, wer der Käufer sein soll. 28 Prozent der Befragten kann sich sogar vorstellen, das Unternehmen in der Familie zu verschenken.

Demgegenüber haben vor allem Ärzte den Weiterverkauf der Praxis oft von Anfang an im Blick - und ihre Erfahrungen zeigen, wie trügerisch diese Hoffnung ist. So musste gut die Hälfte der befragten Ärzte (53 Prozent) die Preisvorstellung für den Praxisverkauf bereits senken. Als Altersvorsorge bietet der Verkaufserlös daher keine solide Grundlage.

Wie Selbstständige sinnvoll fürs Alter vorsorgen, hat die WirtschaftsWoche bereits ausführlich analysiert.

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