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Anlage Fondsmanager: Wer sein Geld wirklich wert ist

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Grafik: Rückstand in Deutschland (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken) Quelle: Thomson Financial Datastream

Die Standhaftigkeit, die natürlich auch die Kunden mitmachen müssen, hat sich ausgezahlt. Seit November 2007, als sich die Finanzkrise zunehmend verschärfte und konjunkturanfällige Werte einen deutlichen Dämpfer erhielten, hängte der Magellan den Markt wieder klar ab. Stanislawski setzt auf Unternehmen, die ihren Markt ungefährdet beherrschen – wie etwa den brasilianischen Zigarettenhersteller Souza-Cruz.

Ebenso typisch für Stanislawski ist, dass er gute Ideen nicht durch zu viele Einzelwerte verwässert. Im Portfolio sind nicht mehr als 40 bis 45 Aktien, davon tauscht er nur bis zu vier Titel pro Jahr aus.

Mit noch weniger Einzeltiteln im Portfolio kommt Ron Sachs aus, Manager beim Janus US Twenty, dem besten USA-Fonds. Er hält nur 30 Aktien. „Wenn wir eine Chance in einer Aktie sehen, wollen wir deren Gewicht im Fonds so groß machen, dass der Anleger spürbar profitiert“, sagt Sachs. Größte Position im Fonds ist die Biotech-Aktie Gilead Sciences, vor allem wegen einer Kombinationstherapie für HIV-Patienten: „Gilead hat gute Einnahmen aus einem überlegenen Produkt, das Menschenleben rettet.“

Der Mut, früh auf einen Trend zu setzen, wenn das Gros der Börsianer noch zurückschreckt – mit diesem Erfolgsrezept lässt sich der Marktdurchschnitt ebenfalls besiegen. „Bereits Anfang 2003 haben wir den Rohstoffsektor im Carmignac Investissement übergewichtet“, sagt Edouard Carmignac. Zunächst sah das aber nicht gut aus: Von Januar bis März 2003 büßte der MSCI Metals & Mining 22,7 Prozent ein. Im April kam die Wende, und der Index legte bis heute etwa 600 Prozent zu.

Wo andere kleckerten, klotzte der Franzose: „Wenn wir von einer Idee wie dem Rohstoffboom überzeugt sind, investieren wir 30 bis 40 Prozent des Portfolios und nicht nur fünf Prozent, auch auf die Gefahr hin, dass wir kurzfristig schlecht aussehen“, sagt Carmignac.

Staatsanleihen als sicherer Anleger-Hafen

Wer in der Finanzkrise einen sicheren Hafen sucht, landet früher oder später bei Staatsanleihen. Im Euro-Raum aber brauchen Anleger keinen Rentenfonds. Bundesanleihen sind hier fast immer die bessere Alternative. Nur 5,9 Prozent der Euro-Anleihenfondsmanager konnten sich vom Markt absetzen. Einen von denen zu erwischen, wäre reine Glücksache. Aktive Manager von Anleiheportfolios müssen sich also mehr einfallen lassen, wenn sie den Marktdurchschnitt hinter sich lassen wollen. Peter Huber, Manager des StarCap BondValue, des besten globalen Anleihenfonds, setzt dazu auf drei Renditequellen.

Erstens sucht er Unternehmensanleihen, die ihm einen deutlichen Zinsvorsprung vor einer Bundesanleihe liefern. „Fiat-Anleihen etwa bieten mit einer Laufzeit bis 2017 eine Rendite von neun Prozent pro Jahr“, sagt Huber. Das Unternehmen habe die Schulden abgebaut, das Rating sei in der Folge auf BBB gestiegen, und die Italiener seien nicht allein auf den schleppenden Autoverkauf angewiesen, sondern böten auch Landmaschinen und Lastkraftwagen der Marke Iveco an.

Zweitens spekuliert Huber auf Währungsgewinne: „Derzeit sind insbesondere Anleihen in mexikanischen Peso von erstklassigen Emittenten wie der Europäischen Investitionsbank attraktiv.“ Der Peso ist an den Dollar geknüpft. Huber setzt trotz Finanzkrise auf ein Comeback des Dollar. Steigt der Greenback gegen den Euro, folgt ihm die mexikanische Währung. Dann würden sich Peso-Papiere lohnen.

Zum Dritten setzt er auf sinkende Zinsaufschläge bei Hochzinsanleihen gegenüber risikoärmeren Staatspapieren und damit auf steigende Kurse für die riskanteren Anleihen von Unternehmen und Schwellenländern. In den vergangenen Monaten hätten viele Investoren wegen der Finanzkrise ihr Geld aus Hochzinspapieren abgezogen und in kurzlaufende Staatsanleihen gesteckt. Die Zinsaufschläge für Hochzinsanleihen seien in der Folge auf Rekordniveau gestiegen. Sobald sich die Finanzkrise entschärft, so hofft Huber, werden die Anleger die Scheu vor Hochzinspapieren von Firmen und Wachstumsstaaten verlieren, die Zinsaufschläge werden sinken und die Kurse der riskanteren Anleihen steigen.

Was passiert, wenn sich die Serie von Bankenpleiten fortsetzt, möchten sich Huber und seine Kollegen aus der Geldverwalterbranche lieber nicht ausmalen. Dann hilft nur noch Gold – und dafür brauchen Anleger weder Fonds noch Indexpapiere.

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