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Ausland Optimal auswandern

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Visum: Harter Kampf

Unternehmerpaar Elly und Hendrik B. in Florida Quelle: Privat

Besonders streng sind die Visa-Regeln in den USA, einer der Top-Destinationen für deutsche Auswanderer. Ruheständler und solche, die es werden wollen, zieht es vor allem nach Florida. Dort werden sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen. Deutsche Ruheständler können zwar für drei Monate nach Amerika kommen, ohne ein Visum zu haben. Wer länger bleiben will, bis zu sechs Monate, braucht aber bereits ein Besuchervisum. Mogeln gilt nicht: Wer als Rentner sein Touristenvisum missbraucht, indem er etwa nur für kurzzeitige Unterbrechungen das Land verlässt, riskiert sogar ein Einreiseverbot. Ein Komplettumzug ist nur mit der „Greencard“ möglich, der zeitlich unbeschränkten Aufenthaltsbewilligung für die USA. Der Erwerb einer Immobilie – so ein auch von Maklern gern gefördertes Missverständnis – reicht keineswegs für das Bleiberecht, sei das Ferienhaus auch noch so schön. Eine vollständige Übersiedlung in die USA stellt für Ausländer im Rentenalter in den meisten Fällen eine unüberwindbare Hürde dar. Ein Rentnervisum, seit Jahren von Verbänden und diplomatischen Auslandsvertretungen gefordert, gibt es nicht.

Deutsche, die als Ruheständler komplett in Florida wohnen wollen (das deutsche Konsulat in Miami geht von über 20.000 Personen aus), hatten bereits Familienangehörige mit Daueraufenthaltsgenehmigung, die sie beim Erhalt der Greencard „sponsern“ konnten. Oder sie haben über Jahre hinweg gezielt an den nötigen Voraussetzungen gearbeitet.

Diagramm: Wir sind dann mal weg Quelle: Statistisches Bundesamt

So wie Elly und Hendrik Bloksma. Das Unternehmerpaar aus dem baden-württembergischen Remshalden hatte ab 1975 erfolgreich eine Firma für Elektroantriebe von Werbedisplays aufgebaut. „Schon seit Anfang der Neunzigerjahre haben wir daran gedacht, uns irgendwann einmal in Florida zur Ruhe zu setzen“, sagt der inzwischen 77-jährige Hendrik Bloksma – und lehnt sich in der Frühjahrssonne zurück.

Für ihre Firma gründeten die Florida-Fans in Miami eine US-Vertriebsfiliale und erwarben so ein L-1-Visum für die „firmeninterne Versendung von Mitarbeitern in eine USA-Niederlassung“, wie es offiziell heißt. Dabei zielten die Bloksmas nicht nur auf neue Vertriebschancen in den USA. Anders als das E-1-Visum, das Ausländern eine befristete Zeit unternehmerische Tätigkeit in den USA erlaubt, kann das L-1-Visum im Erwerb einer Greencard münden.

Greencard nach Plan

Für Hendrik Bloksma und seine 15 Jahre jüngere Frau Elly war es vor knapp zehn Jahren so weit: Sie beantragten – und erhielten – mit ihrer Greencard den begehrten Schlüssel zur dauerhaften Umsiedlung. Einige Zeit später verkauften sie ihr Unternehmen, „weil es uns in Deutschland einfach zu eng geworden war“, wie Hendrik Bloksma sagt. „Die Bürokratie hatte uns als Mittelständlern zum Schluss das Unternehmer-Dasein schwer gemacht.“

Mit den Erlösen aus dem Firmenverkauf, Kapitalerträgen und der in die USA überwiesenen deutschen Rente genießen die Bloksmas nun ein komfortables Dasein im Millionärsrefugium Naples am Golf von Mexiko – repräsentative Villa am Golfplatz und Motorboot inklusive. Hendrik Bloksma hat inzwischen sogar die US-Staatsbürgerschaft angenommen.

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