Berufsunfähigkeit Sich jünger machen spart Geld

Wer bis Ende Januar eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, kann viel Geld sparen. Dafür muss der Vertrag ins alte Jahr zurück datiert werden. Kaufkriterium sollte das aber nicht sein.

Die gefährlichsten Berufe
Extreme UnterschiedeWer den falschen Beruf ausübt, muss beim Versicherungsschutz mehr bezahlen. Für Handelsblatt Online hat das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) analysiert, wo die Beiträge steigen und wer weniger zahlen muss. Die gute Nachricht zuerst: Für die meisten Berufsgruppen wurde der Schutz günstiger. Von den 145 Berufen stellte M&M nur bei 30 Berufen eine Verteuerung fest. Die Analyse zeigt vor allem, dass „gute“ Risiken, also Berufe mit einer niedrigen Berufsunfähigkeitswahrscheinlichkeit überproportional profitieren. Quelle: dpa
Platz 10: ErgotherapeutEin Ergotherapeut muss einen unmittelbaren und persönlichen Kontakt zu seinen Patienten bilden. Seine Aufgabe ist es sie in ihrem Alltag zu unterstützen, um ihre Handlungsfähigkeit zu vergrößern und somit ihre Lebensqualität zu verbessern. Laut Morgen & Morgen überwiegen die "schlechten" Risiken, was einen Beitragsanstieg zur Folge hat. Quelle: Reuters
Platz 9: PflastererDer Beruf des Pflasterers wird überwiegend von Männern ausgeübt. Kein Wunder, denn die körperlichen Belastungen in diesem Beruf sind erheblich. Die hohen Beitrage zur Berufsunfähigkeitsversicherung verwundern ebenfalls nicht. Eine Baustelle birgt viele Risiken. Quelle: dpa
Platz 8: EstrichlegerAuch der Beruf des Estrichleger wird überwiegend von Männern ausgeübt. Die ungesunde Arbeitshaltung kann Gelenk- und Wirbelsäulenschäden verursachen und so zu einer verfrühten Berufsunfähigkeit führen. Im Ranking von Morgen & Morgen kommt der Estrichleger auf Platz acht der Berufe mit dem höchsten Beitragsanstiegen. Quelle: dpa
Platz 7: RangierbegleiterDer überwiegend im Bahnbetrieb ausgeübte Job verlangt ebenfalls körperliche Belastungsfähigkeit. Außerdem stellt der Arbeitsplatz spezielle Risiken dar. Auf den Gleisen neben fahrenden Zügen darf sich der Rangierbegleiter keine Unaufmerksamkeit erlauben. Quelle: dpa
Platz 6: ReinigungskraftDie Reinigungskraft kommt auf den sechsten Platz. Auch in dieser Tätigkeit ist die körperliche Belastung hoch. Jedoch wird der Beruf der Reinigungskraft vorwiegend von Frauen ausgeübt. Quelle: ap
Platz 5: GleisbauerWie der Rangierbegleiter stellt auch der Arbeitsplatz des Gleisbauers Risiken dar. Trotz signalfarbener Arbeitskleidung kann es schnell zu brenzligen Situationen mit fahrenden Zügen kommen. Auch das Montieren der schweren Gleise birgt Gefahren. Quelle: ZB

Älter werden fällt Vielen schwer. Am Jahresanfang können sich Versicherte auf einfache Weise "verjüngen" - denn wer bis Ende Januar eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließt, kann den Versicherer bitten, den Vertrag bereits im Dezember des alten Jahres beginnen zu lassen.

Damit ist der Versicherte bei Abschluss des Vertrages nicht nur jünger, sondern spart auch noch Geld. Denn in der Regel richten sich die Kosten der Versicherung nach dem Alter beziehungsweise dem Geburtsjahr des Versicherten. Der Betrag ist nicht unwesentlich, wie der Direktversicherer Cosmos Direkt ausgerechnet hat. Demnach könne ein 1982 geborener Bürokaufmann mit einer Versicherungssumme von 1500 Euro monatlich immerhin 74,16 Euro im Jahr einsparen. Über die gesamte Laufzeit der BU zahlt der Versicherte so mehrere Tausend Euro weniger.

Diese Beispielrechnung lässt sich allerdings nicht pauschalisieren. "Dafür hängt der Tarif bei einer BU von zu vielen Faktoren ab", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Entscheidend seien nicht nur Alter und Beruf, sondern auch die Versicherungssumme oder die Frage, ob der Versicherte Raucher oder Nichtraucher sei.

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Nicht alle Versicherungen sind bereit, den Vertrag bereits im alten Jahr beginnen zu lassen. "Die Möglichkeit zur Rückdatierung des Vertrags sollte für Verbraucher kein ausschlaggebendes Kriterium sein", sagt Boss. Das könne sich zwar für Versicherte lohnen, sei aber eher ein finanzieller Bonbon obendrauf. Wichtiger sei, dass der Anbieter einen guten Versicherungsschutz gewährt.

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