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Berufsunfähigkeitsversicherung Was Tarife ohne Gesundheitscheck taugen

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Für Jüngere eine Alternative

Es ist auffällig, dass viele Versicherer bei reduzierten Gesundheitsfragen eine Obergrenze beim Eintrittsalter vorgeben. Bei fast allen Angeboten gibt es auch eine Obergrenze bei der Berufsunfähigkeitsrente, oft liegt diese bei 1000 Euro.

Die Obergrenzen bei Eintrittsalter und Rentenhöhe sind als Versuch der Versicherungen zu sehen, die Ausgaben im Griff zu halten. Das ist eine legitime betriebswirtschaftliche Kalkulation. So sind BUVs mit dem verkürzten Gesundheitscheck meist auch nicht teurer als die üblichen Angebote mit vielen Gesundheitsfragen.

Natürlich beinhalten Angebote mit verkürzten Gesundheitsfragen ein gewisses Risiko für die Versicherung. Für sie besteht die Gefahr, dass solche Angebote besonders Menschen mit Vorerkrankungen anlocken. Auch für Personen, die gefährliche Sportarten ausüben, stellen die reduzierten BUV-Anträge eine Verlockung dar, denn dort wird nicht immer nach sportlichen Aktivitäten des Antragstellers gefragt. So ist auch zu erklären, dass die Versicherungsgesellschaften wenig Werbung für diese Tarife machen.

Problematisch erscheint aber, dass viele der Angebote auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt sind. Schon jetzt können Personen mit körperlichen Tätigkeiten, zum Beispiel im Handwerk und in der Pflege, eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur mit erheblichen Zuschlägen oder Ausschlüssen erhalten.

Die Hoffnung, dass private Versicherer die Lücken in der staatlichen Berufsunfähigkeitsversicherung schließen werden, die mit dem Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vom Dezember 2000 entstanden sind, hat sich kaum erfüllt. Zumindest nicht, solange viele Berufe kaum eine private BUV erhalten können. Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, kritisierte schon 2016: „Krankheits- und Unfallrisiken müssen vernünftig abgesichert werden, und dazu muss jeder eine Chance haben. Hierzu müssen bedarfsgerechte Produkte entwickelt werden.“ Die Versicherungswirtschaft ist gefordert Basistarife zu schaffen, die auch körperlich Tätigen einen gewissen Schutz bieten.

Wann Versicherungen zahlen und wann nicht
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Der Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten, Axel Kleinlein, ein Kritiker der Versicherungswirtschaft, fordert eine einheitliche Lösung, die möglichst allen Arbeiternehmern den Zugang zu einer privaten BUV verschafft „Darunter verstehen wir den erleichterten Zugang zu einer ergänzenden Berufsunfähigkeitsversicherung mit bestimmten Kriterien, die wir im Positionspapier festgelegt haben. So könnten größere Kollektive entstehen, die einen besseren Risikoausgleich ermöglichen."

Im Positionspapier fordert der Bund der Versicherten langfristig eine Rückkehr zum gesetzlichen Berufsunfähigkeitsschutz. Bis dahin sollten die Versicherer für alle Versicherungswilligen eine Rente oberhalb der Grundsicherungsleistungen und mit stark vereinfachter Gesundheitsprüfung garantieren.

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