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Börsengehandelte Fonds Mit Index-Sparplänen auf Sieg

Bei Sparplänen hängen Indexfonds die Masse der aktiv gemanagten Fonds ab. Mit sogenannten ETFs lassen sich die Bankkosten zudem drücken. Über die Vorteile der ETF-Sparpläne und worauf zu achten ist.

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Sparpläne auf Indexfonds Quelle: Illustration: Olaf Hajek

Dieses Rennen ist bereits entschieden: Ende April wurden in Frankfurt die Oscars für die erfolgreichsten Fonds vergeben. Gleich zweimal stand der weltgrößte Anbieter börsengehandelter Indexfonds (ETFs) im Scheinwerferlicht. Die ETF-Marke iShares wurde als bestes Haus für Aktien und Anleihen ausgezeichnet. Dass iShares Konkurrenten wie Union Investment oder State Street auf die Plätze verwies, kommentierte der Chef der Fondsanalyse bei Morningstar, Werner Hedrich, knapp: „Die Produkte sind stets voll investiert und günstig, das hat in dem Umfeld geholfen.“ Sprich: Mit den Indexfonds haben Anleger nahezu eins zu eins von Kursgewinnen profitiert. Bei Standardaktienindizes wie dem Dax nagen zudem nur jährliche Kosten von 0,12 Prozent am Ergebnis. Das ist nur ein Zehntel dessen, was traditionelle aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen, bei denen Fondsmanager am Werk sind.

Auf Sieg gesetzt

Immer mehr Banken bieten jetzt die Möglichkeit, regelmäßig mit ETFs zu sparen. Kunden der Münchner DAB Bank etwa bestücken inzwischen schon 16 Prozent aller Fondssparpläne mit ETFs. Vor vier Jahren lag diese Quote nur bei 3,3 Prozent. Wer die Nase im Zehnjahresvergleich bei Sparplananlagen vorne gehabt hätte – aktiv gemanagte Investmentfonds oder Indexinvestments –, hat die Berliner Ratingagentur Scope Analysis für die WirtschaftsWoche nachgerechnet. „Ganz oben sind aktiv gemanagte Fonds, denn es gibt immer einige Fondsmanager, die beherzt genau auf die Märkte setzen, die gut laufen“, sagt Sasa Perovic, Leiter der ETF-Analyse bei Scope. Wer von Februar 2000 bis Februar 2010 monatlich 100 Euro in den Aktienfonds Carmignac Investissement investierte, machte aus eingezahlten 12.000 Euro rund 20.200 Euro (siehe Tabelle).

Indexinvestments schlagen sich aber ebenfalls beachtlich. In den drei Aktienfonds-Kategorien Deutschland, Europa und Welt liegen ihre Endergebnisse über dem Durchschnitt aller Fonds. Unter 170 europäischen Fonds liegt der Index Euro Stoxx 50, in dem die 50 größten Aktiengesellschaften des Eurolandes stecken, auf Rang 52. Noch besser lief es für den aus Hunderten Einzelaktien zusammengesetzten MSCI Europa. Er erreicht Rang 33 und lässt 137 Konkurrenten hinter sich.

Große Gebührenunterschiede

Die Berechnung anhand der Indizes unterschlägt die jährlichen Kosten, die auch bei börsengehandelten Indexfonds anfallen. Allerdings gibt es den Euro-Stoxx-50-Index von der Deutschen-Bank-Tochter db x-trackers bereits ohne jährliche Fondsgebühren. Für den Anbieter lohnt sich das Produkt trotzdem. „Das ETF-Geschäft bietet lukrative Zusatzeinnahmen für das Investmentbanking oder die Derivateabteilung einer Bank, zudem verdienen die Banken an den Käufen und Verkäufen der Kunden“, sagt Perovic.

Bei den aktiv gemanagten Fonds haben nur Anleger Grund zur Freude, die renditestarke Fonds erwischt haben. Als wahrer Geldvernichter erwies sich der DAC Fonds UI. Von 12.000 Euro blieben nur 6118 Euro übrig. Aufgrund der Erfolglosigkeit von Fondsberater Bernd Förtsch wird der Fonds Ende April aufgelöst. Trotz der schlappen Leistung zogen die Verantwortlichen dem Fonds im vergangenen Geschäftsjahr 2,43 Prozent Kosten ab. Für den günstigen Comstage ETF auf den MSCI World zahlen Anleger hingegen nur 0,4 Prozent.

Kleinvieh lohnt nicht

Fonds- und ETF-Sparpläne im Vergleich

Zu den internen ETF-Kosten kommen die Gebühren, die Banken für die aus ihrer Sicht aufwendigen ETF-Sparpläne verlangen. In der Regel rechnet sich die regelmäßige monatliche Anlage sehr kleiner Summen deshalb nicht. Beim Kauf fallen auf jede Einzahlung üblicherweise 2,50 Euro plus zwischen 0,25 und 0,4 Prozent der Sparsumme an. Cortal Consors kassiert pauschal 2,0 Prozent der Einzahlungssumme, der S-Broker 2,5 Prozent. Bei der DAB Bank gibt es die ETFs der Commerzbank-Tochter Comstage bis Ende Juni und dann für zwölf Monate kostenlos als Sparplan. Aber für andere ETF-Sparpläne zahlen Anleger an die Bank bei jeder Rate 2,50 Euro fix und zusätzlich 0,25 Prozent. Bei einer Anlage von 100 Euro fließen nur 97,25 Euro in die ETFs.

Relative Pauschalkosten

„Hohe Kosten bei kleinen Sparraten machen den Renditevorteil von ETFs zunichte“, sagt Markus Thomas, Chef des Berliner Finanzdienstleisters Xenix Investor Service. Die traditionellen Investmentfonds bekommen Anleger vielfach ohne jede Kaufgebühr, weil Direktbanken oder spezielle Fondsvertriebe oft auf den Ausgabeaufschlag verzichten. „Bei Pauschalkosten pro Sparrate rechnet sich der ETF-Sparplan für Raten ab 400 Euro pro Monat“, so Thomas. Wer nicht so viel übrig hat, der sollte, um die fixen Gebühren zu verringern, statt 100 Euro pro Monat besser 300 Euro im Quartal einzahlen.

Während Anleger die traditionellen Aktienfonds kostenlos an die Fondsgesellschaft zurückgeben können, zahlen ETF-Anleger erneut beim Verkauf die üblichen Transaktionsgebühren – je nach Summe und Institut zwischen 0,1 und 1,0 Prozent – an die Bank. Darüber allerdings müssen sich Sparer erst in vielen Jahren den Kopf zerbrechen. Wenn dann ein hoffentlich hübsches Sümmchen auf dem Konto aufgelaufen ist, lassen sich diese Kosten am ehesten verschmerzen.

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