Die Auswertung Preis und Leistung

Nach welchen Kriterien wir die besten Policen ermittelt haben.

Gemeinsam mit dem unabhängigen Analysehaus Softfair, hat die WirtschaftsWoche die Tarife von 31 Versicherern ausgewertet. Quelle: Fotolia

Die WirtschaftsWoche hat mit dem unabhängigen Analysehaus Softfair die Tarife von 31 Versicherern ausgewertet. Geprüft wurde, wie leistungsstark der Tarif generell ist (Spalte „Leistung des Tarifs“) und wie leistungsstark er aus Sicht bestimmter Musterkunden ist (Spalte „Leistung aus Sicht...“). Der Musterkunde ist wichtig, da eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr individuell ist. Je nach Alter, Beruf und Risikomerkmalen können Preise und Bedingungen stark variieren. Die Auswertung berücksichtigt nur eigenständige Policen (SBU), keine Zusatzversicherungen (BUZ), die an andere Verträge gekoppelt sind.

Der Musterkunde ist geschlechtslos, weil Versicherer nur noch Unisex-Tarife anbieten. Jede Police läuft, bis der Kunde 65 Jahre alt wird. Achtung: Die Preise in der Tabelle gelten nur für die dort genannten Voraussetzungen. Ändert sich eine Voraussetzung, zum Beispiel Raucher statt Nichtraucher, ändert sich der Tarif.

Um die Leistung eines Tarifes zu bewerten (Spalte „Leistung des Tarifs generell“), vergibt Softfair bis zu 100 Punkte, wenn die Leistung voll erfüllt wird. Für die Bewertung aus Sicht des Musterberufs (Spalte „Leistung aus Sicht des...“) hat Softfair die Punkte unterschiedlich stark gewichtet; sie zählen mehrfach, wenn die jeweilige Klausel im Vertrag im Vergleich zu anderen Klauseln wichtiger oder für eine Berufsgruppe besonders relevant ist. So kann etwa die ausschließliche Prüfung des zuletzt ausgeübten Berufs für Angestellte entscheidend sein, nicht aber für Berufseinsteiger – die haben ja erst in einem Beruf gearbeitet. Allgemein wichtiger als andere Klauseln und daher stärker gewichtet sind zum Beispiel folgende Punkte: Der Kunde hat Anspruch auf Rente, wenn er pflegebedürftig wird (bis zu 200 Punkte); der Versicherer sagt verbindliche Fristen bei der Bearbeitung zu (bis zu 200 Punkte).

Die Redaktion hat zusätzlich Mindestkriterien definiert, die ein Tarif erfüllen muss. So darf der Versicherer dem Kunden nicht vorschreiben, einen anderen Beruf anzunehmen („Verzicht auf abstrakte Verweisung“). Außerdem muss der Versicherer auf sein Kündigungsrecht verzichten, falls der Kunde Krankheiten vor Vertragsabschluss unverschuldet nicht gemeldet hat. Der Tarif soll auch eine „Nachversicherungsgarantie“ bieten. Sie erlaubt es, die Höhe der Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen – etwa, wenn der Kunde heiratet.

Die besten Tarife für Selbstständige, Angestellte, Beamte und Studenten

Um in der Auswertung dabei zu sein, zahlt der Versicherer seine Leistung rückwirkend bis zu 36 Monate. Das ist wichtig: Denn oft wird die Berufsunfähigkeit erst später erkannt, wenn jemand schon monatelang ausgefallen ist.

Aus den Punkten in jeder Spalte wurde jeweils die durchschnittliche Punktzahl aus allen Tarifen berechnet. + + + + + gibt es, wenn ein Tarif zehn und mehr Prozent besser als der Durchschnitt ist, + + + + für Tarife zwei bis zehn Prozent über Durchschnitt, + + + für durchschnittliche sowie + + und + für unterdurchschnittliche Leistungen. Die gleiche Abstufung gilt dann für das entscheidende „Preis-Leistungs-Verhältnis aus Sicht des Musterkunden“ (Sterne in der letzten Spalte).

In Arbeit
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Die zuvor vergebenen Punkte werden beim Preis-Leistungs-Verhältnis ins Verhältnis zur Bruttoprämie gesetzt. Die Nettoprämie („Zahlbeitrag“) bleibt hier unberücksichtigt. Versicherer werben zwar oft mit dem günstigeren Zahlbeitrag, bei dem Überschüsse aus Kapitalanlagen von der Bruttoprämie abgezogen werden. Diese Überschüsse sind aber nicht garantiert und können gerade im aktuellen Niedrigzinsumfeld rasch schrumpfen.

Schon zum Jahreswechsel sinkt der Zins, den Kunden neuer Verträge garantiert bekommen, von aktuell 1,75 auf dann 1,25 Prozent. Das kann sich ab Januar für Neueinsteiger auf die Beiträge auswirken. „Nach ersten Auswertungen wird es in Einzelfällen bis zu fünf Prozent teurer“, sagt Christian Monke vom Analysehaus Franke und Bornberg.

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