WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Direktbank ING-Diba streicht Überziehungszins für Girokonten

Deutschlands größte Direktbank ING-DiBa streicht als eines der ersten deutschen Kreditinstitute den Überziehungszins für Girokonten. Verbraucherschützer hatten die hohen Strafzinsen harsch kritisiert.

Das Gebäude der ING-DiBa AG in Frankfurt: Wer den vereinbarten Rahmen für die Überziehung seines Kontos überschreitet, zahlt ab sofort nicht mehr als den normalen Dispo-Zins. Quelle: dpa

FrankfurtDeutschlands größte Direktbank ING-DiBa streicht als eines der ersten deutschen Kreditinstitute den Überziehungszins für Girokonten. Wer den vereinbarten Rahmen für die Überziehung seines Kontos überschreite, zahle ab sofort nicht mehr als den normalen Dispo-Zins, kündigte ING-DiBa-Chef Roland Boekhout am Freitag in Frankfurt mit. Dieser werde auf 7,95 von 8,5 Prozent gesenkt. Der Überziehungszins hatte bisher bei 12,0 Prozent gelegen. Der Schritt könnte auch andere Banken unter Druck setzen. Es sei nicht zu vertreten, „dass Kollegen noch zweistellige Überziehungszinsen verlangen“, sagte Boekhout. Bei der ING-DiBa wurden Ende des vergangenen Jahres 1,1 Millionen Girokonten geführt, zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die meisten deutschen Banken und Sparkassen verlangen einen Strafzins von meist deutlich mehr als zehn Prozent, wenn ein Kunde den eingeräumten Dispositions-Rahmen überschreitet. Sie argumentieren damit, dass dies auch ein Warnschuss sein soll, sich nicht zu stark zu verschulden. Verbraucherschützer hatten die hohen Strafzinsen harsch kritisiert. Sie fordern von den Banken, stattdessen aktiv auf Kunden zuzugehen, die ihr Konto zu stark in die roten Zahlen rutschen lassen.

Der ING-DiBa-Chef sprach sich für eine Übersicht über die Konditionen aller deutschen Banken im Internet aus. Diese wäre seiner Ansicht nach am besten bei der Stiftung Warentest aufgehoben. „Unsere ganze Branche muss transparenter werden, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen“, sagte Boekhout.

ING-DiBa hat im vergangenen Jahr mit 8,1 Millionen Kunden ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern sei um 42 Prozent auf 691 Millionen Euro gestiegen, der Nettogewinn sogar um 46 Prozent auf 474 Millionen Euro. Die Tochter des niederländischen Finanzkonzerns ING habe mehr als eine halbe Million neue Kunden gewonnen. Das Geschäftsvolumen wuchs um neun Prozent auf 204 Milliarden Euro. Die Kunden hätten 104 Milliarden Euro bei der ING-DiBa angelegt, den Großteil davon in Tagesgeld.

Diesen Artikel teilen:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%