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Edelmetall-Experte "Silber ist gegenüber Gold unterbewertet"

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Silberaktien

Und wenn es doch passiert?

Selbst dann wird die Silbernachfrage nicht dramatisch einbrechen. Silber ist bei vielen neuen Anwendungen für die Industrie unverzichtbar geworden. Auch sorgen die geringen Einsatzmengen in den Endprodukten dafür, dass die industrielle Nachfrage relativ preisunelastisch auf Veränderungen des Silberpreises reagiert. In diesem Jahr werden 330 Tonnen Silber alleine in den neuen Mobilfunktelefonen der Welt verbraucht. In Solarpanels nochmals rund 1500 Tonnen. In einer Studie für das Bundeswirtschaftsministerium untersuchte das Fraunhofer-Institut zusammen mit dem Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung die Auswirkungen von Zukunftstechnologien auf die Rohstoffnachfrage. Silber bescheinigt die Studie hohes Potenzial. Das größte Mengenwachstum sei beim Einsatz von Silber in RFID-Tags zu erwarten, über Funk lesbare Chips, die künftig klassische Etiketten ersetzen sollen. Der jährliche Silberbedarf der sieben untersuchten Zukunftstechnologien könnte sich bis 2030 verdreifachen auf gut 500 Millionen Unzen.

Allein aus den Minen ließe sich der zusätzliche Bedarf nicht decken?

Das stimmt. Gleichzeitig müssen Recyclingketten für verbrauchtes Silber aufgebaut werden.

Wegen der geringen Einsatzmengen lohnt sich Recycling oft nicht?

Weil Silber in vielen Anwendungen unverzichtbar geworden ist, arbeitet die Industrie daran. Auch der steigenden Silberpreis hilft.

Noch ist Silber aber nicht knapp. Anders als beim Gold steigt die Minenproduktion. Drohen Überschüsse?

Nein. Das meiste Silber fällt als Beiprodukt in Minen an, die zyklische Metalle wie Blei, Zink und Kupfer produzieren. Viel Silber wird also nur produziert, wenn die Konjunktur läuft. Dann aber steigt die Industrienachfrage.

Bestimmende Größe am Silbermarkt sind die Investoren?

Ja. Das zeigen die Zuflüsse in die mit Barren gedeckten Wertpapiere. Ihre Bestände liegen inzwischen bei fast 450 Millionen Unzen.

Wie sollten Privatanleger investieren?

Vor allem in physisches Silber...

...trotz Mehrwertsteuer, die beim Goldkauf nicht anfällt?

Die liegt bei Anlagemünzen bei sieben Prozent. Das ist verkraftbar mit Blick auf das hohe Preissteigerungspotenzial. Aktien von Silberproduzenten und der Silber-ETF der Zürcher Kantonalbank bieten sich als Ergänzung an.

Seit August ist der Silberpreis um 30 Prozent gestiegen. Ist die Luft nicht zunächst raus?

Eine Korrektur ist immer drin. Andererseits schoss der Silberpreis im April 2006 gut 70 Prozent über seinen gleitenden 200-Tage-Durchschnittskurs. Wenn wir das auf heute übertragen, könnte Silber durchstarten auf über 31 Dollar. Es ist also nicht abwegig, weitere markante Anstiege vorherzusagen. Aber ich bin mir sicher, dass das beste erst noch kommt. Inflationsbereinigt hätte Silber sein Hoch von 50,36 Dollar vom 18. Januar 1980 erst bei rund 140 Dollar erreicht. Legen wir die Berechnungsmethodik für die Inflationsmessung auf Basis des Jahres 1983 zugrunde, dann entspräche erst ein Silberpreis von 453 Dollar je Feinunze dem damaligen Preishoch.

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