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Edelmetalle Beim Silber sind weitere Verluste drin

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Fundamental übertriebenes Niveau

Silberchart 2005 bis 2011

Die Rücklagenforderungen könnten bei fallenden Preisen und Rückgängen der Haussepositionen aber auch wieder sinken. Fundamental ist auch das aktuelle Preisniveau von derzeit rund 34 Dollar noch übertrieben. "Aufgrund der erhöhten industriellen Nachfrage wäre ein Silberpreis von 10 bis 20 Dollar je Feinunze gerechtfertigt. Alles, was darüber hinausgeht, ist durch Spekulation getrieben", sagte vergangene Woche Frank Heinricht. Als Chef des Hanauer Edelmetallunternehmens Heraeus dürfte er es wissen.

Nachfrageplus von 40 Prozent

Doch was hatte den Preis überhaupt getrieben? Dazu ein Blick in den jüngsten World Silver Survey des Researchhauses GFMS. Demnach stieg die Nachfrage nach Silber als Anlage- und Spekulationsobjekt 2010 um 40 Prozent auf 279 Millionen Unzen. Davon entfielen 41 Prozent auf börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds/ETFs). Der Investmentanteil an der Gesamtnachfrage stieg von 22 auf 26 Prozent. In der Industrie wurden 487 Millionen Unzen verarbeitet. Das waren 21 Prozent mehr als 2009, der Anteil an der Gesamtnachfrage verharrte aber auf Vorjahresniveau. Doch auch das Angebot reagierte auf den Preisanstieg. Die Minen förderten zwar nur 2,5 Prozent mehr Silber. Insgesamt aber stieg ihr Angebot um 15 Prozent auf 797 Millionen Unzen, weil Teile der zukünftigen Produktion vorab verkauft wurden. Mit höheren Preisen wird zudem mehr Tafelsilber versilbert und das Recycling von industriell verarbeitetem Silber lohnt eher. Richtig, noch landet ein Großteil des in ausgedienten Handys, Laptops oder Katalysatoren verarbeiteten Silbers für immer auf der Müllkippe. Gerade darin sehen Silberfanatiker einen Knappheitsvorteil ihres Lieblingsmetalls gegenüber Gold. Andererseits: Solange das Gold des kleinen Mannes noch im Müll landet, glänzt es offenbar nicht so stark wie das Original. Was knapp und begehrt ist, landet nicht auf dem Müll.

Deutsche halten lieber Gold

Trotz Hausse spielte Silber auch eine noch geringere Rolle in der Vermögensstruktur der Deutschen als Gold. Das hat das Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Demnach besitzen die Deutschen 29.000 Tonnen Silber (Schmuck, Tafelsilber, Barren, Münzen) im Wert von 19 Milliarden Euro. In silberbasierten Wertpapieren (Zertifikate, ETF, Aktien) stecken weitere gut 15 Milliarden Dollar. Damit halten die Deutschen nur 0,7 Prozent ihres Geldvermögens direkt oder indirekt in Silber. Rund die Hälfte der 1122 Befragten sagen, dass sie in Zukunft kein Silber kaufen wollen.

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