Erstes Quartal Krankenkassen mit 270 Millionen Euro im Minus

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal des Jahres ein Minus von rund 270 Millionen Euro gemacht. Einnahmen von rund 50,7 Milliarden Euro standen 51 Milliarden an Ausgaben gegenüber.

Die gesetzlichen Krankenkassen sind im ersten Quartal erstmals seit sechs Jahren wieder in die Verlustzone gerutscht. Quelle: dpa

Das hohe Defizit der gesetzlichen Krankenkassen teilte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) am Donnerstag in Berlin mit. Die Differenz rühre von einer Beteiligung der Versicherten an den Finanzreserven der Kassen her. Die Zahlung von Prämien schlug demnach mit 236 Millionen Euro zu Buche, freiwillige Leistungen etwa bei Reha oder künstliche Befruchtung mit 55 Millionen. „Die Zahlen zeigen, dass die finanziellen Spielräume der Kassen viel höher sind als vielfach behauptet wird“, sagte Gröhe.

Die zehn größten Krankenkassen 2014

Erstmals seit 2009 werden die Sozialversicherungen 2015 wohl wieder ein Minus einfahren. Grund dafür ist vor allem das hohe Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung. 0,7 Milliarden Euro soll das Defizit der Sozialversicherung wohl im kommenden Jahr betragen - trotz höherer Sozialbeiträge. So zumindest die Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), die der "Welt" vorliegt. Der Grund dafür liegt bei der gesetzlichen Krankenversicherung, die 2015 ein Minus von 6,1 Milliarden einfahren wird.

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Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Zahl der Versicherten zwischen 60 und 64 Jahren stark zunimmt, sowie die Zahl psychischer Erkrankungen ansteigt. Das IfW rechnet deshalb mit steigenden Ausgaben der Kassen in Höhe von 4,8 Prozent in 2014 und 3,9 Prozent. Auch die Abschaffung der Praxisgebühr wird sich niederschlagen.

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