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ETF Anleger verlangen mehr Transparenz von Indexfonds

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ETF Wachstum

Ishares umging durch die Zertifikate die Besteuerung von Auslandsdividenden. In Indizes wie den DJ Euro Stoxx 50 fließen Dividenden ohne den Steuerabzug ein, er hätte dadurch den steuerbelasteten ETF abgehängt. Zwar fordern auch ETF-Anbieter im Ausland gezahlte Quellensteuer vom dortigen Fiskus zurück, nur warten sie auf ihr Geld mitunter Jahre. Kurz vor einem Dividendentermin verkaufte Ishares deshalb Aktien und kaufte Zertifikate, die die Kursentwicklung der Aktien nachbilden.

Solche unsicheren Konstrukte sind in der Finanzkrise nicht mehr gefragt. Das in 2008 neu gegründet Sparkassen-ETF-Haus ETFlab ist dagegen erfolgreich mit konventionellen Index-Nachbauten, bei denen im Korb steckt, was draufsteht. Mit 1,2 Milliarden Euro Volumen ist der Dax-ETF des Hauses größer als Swap-Nachbauten der Konkurrenz.

Auch Anleger Kreglewski hat hier zugegriffen. Ganz ohne Tücken sind allerdings auch diese ETFs nicht. Sie holen sich fehlende Prozentpunkte, die durch Verwaltungskosten oder auch den Steuerabzug entstehen, durch Wertpapierleihe-Geschäfte herein. Dazu überlassen sie Aktien aus dem Portfolio beispielsweise Hedgefonds und kassieren dafür eine Gebühr. „Für die Leihgeschäfte gibt es Sicherheiten, die täglich 105 Prozent des Wertes der verliehenen Aktien entsprechen“, beschwichtigt ETFlab-Chef Andreas Fehrenbach.

Unsicherheit bei Zertifikaten und Misstrauen gegenüber konventionellen Fondsmanagern brachten ETFs einen Nachfrageschub – trotz der entstandenen Unsicherheiten über den Zusammenbau. Nach Zahlen des Fondsdatenanbieters Lipper haben europaweit Anleger in 2008 in alle angebotenen ETFs 60 Milliarden Euro mehr eingezahlt, als Verkäufer abgezogen haben. Bei herkömmlichen Investmentfonds blieb hingegen unterm Strich ein dickes Minus von 389 Milliarden Euro.

Volumen an ETFs im Depot verdoppelt

Für Profis sind ETFs derzeit erste Wahl, um kurzfristig Trends in ihren Depots schnell und günstig umzusetzen. Vermögensverwalter sparen sich immer öfter die mühsame Auswahl einzelner Aktien und wählen Indizes an einem Stück. Die Frankfurter Gesellschaft Firstfive, die Depots von 80 Vermögensverwaltern und Banken analysiert, hat nachgezählt.

„Das Volumen von ETFs in den Depots hat sich in einem Jahr auf 151 Millionen Euro verdoppelt. Ihr Anteil am gesamten Depotvolumen ist von drei auf acht Prozent gestiegen“, sagt Firstfive-Vorstand Jürgen Lampe. Favorit in den Profi-Depots ist aktuell der Short-Dax-ETF von DB x-trackers. Mit ihm können Anleger von fallenden Kursen profitieren. In zwölf Monaten brachte ihnen der Fonds ein Plus von 53 Prozent.

Anleger Kreglewski hat mit seinen ETFs bisher noch keinen Gewinn erzielt, aber enttäuscht ist er nicht. „Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe.“ Ein traditioneller Aktienfonds, den er noch im Depot hat, läuft auch nicht besser. Jetzt tritt der Fidelity European Growth, bei dem ein Fondsmanager Aktien auswählt, gegen den Indexnachbau DJ Euro Stoxx 50 an. Kreglewski ist gespannt, wer den Wettlauf um die beste Performance für sich entscheidet. 

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