WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Ex-Minister im Interview Herr Riester, was ist bloß aus Ihrer Rente geworden?

Die Riester-Rente ist heftig in der Kritik. Zu hohe Gebühren, zu wenig Rendite, sagen Verbraucherschützer. Aber was denkt eigentlich der Erfinder, was denkt Walter Riester über seine Rente? Er verteidigt die Idee.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Walter Riester, als Bundesarbeitsminister 2001 im Bundestag:

Herr Riester, werden Sie eigentlich häufig von fremden Menschen auf der Straße angesprochen?

Ja, häufig. Aus meiner Erinnerung ist das aber niemals negativ. Die Leute kennen mich noch von früher, ich habe viele interessante Gespräche geführt.

Aktuell gibt es bestimmt auch mal kritische Töne.  Die private Altersvorsorge, die Ihren Namen trägt ist arg in Verruf geraten.

Es gibt häufig Phasen, da steht die Rente medial in der Kritik. Zu unrecht. Dann erhalte ich auch mal beleidigende Mails. Rentenfragen sind immer hoch emotional. Fakten spielen dann nicht immer eine Rolle. Vielfach fehlt auch Kenntnis des Themas.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Verbraucherschützer laufen Sturm gegen die „Riester“-Rente. Die Rendite sei inakzeptabel.  Man könne das Geld genauso gut in einen Sparstrumpf legen. Herr Riester, was ist nur aus Ihrer Rente geworden?

    Der Vergleich mit dem Sparstrumpf ist falsch und albern. Eine verführerische und schlimme Argumentation.  Eine Rente ist etwas völlig anderes als ein Sparstrumpf. Eine Leibrente kann man grundsätzlich nicht mit Renditesparen vergleichen. Der Fokus liegt nicht auf hohen Zinsen, sondern auf einer Absicherung gegen das Risiko im Alter kein Geld mehr zu haben.

    Ohne eine angemessene Rendite in der Ansparphase fällt die monatliche Rente aber ziemlich niedrig aus.

    Wir sollten bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass die Ansparphasen bei Vorsorgeprodukten sehr lang sind, in vielen Fällen 30 Jahre und mehr. In einem solchen Zeitraum wechseln sich Niedrigzinsphasen und Hochzinsphasen ab. Im Moment ist das Zinsniveau sehr niedrig, da haben Sie Recht. Daraus zu schlussfolgern, dass sämtliche Renditen am Ende der Ansparphase auf immer und ewig sehr niedrig ausfallen werden, ist aber nicht korrekt.

    Experten erwarten, dass die Niedrigzinsphase sehr lange anhalten könnte.  Müsste die Regierung in einem solchen Falle ihre Förderung erhöhen? Schließlich sind Sie bei Einführung der Riester-Rente von ganz anderen Annahmen ausgegangen.

    Ob die zitierten Experten Recht haben, weiß ich nicht. Was wir aber wissen: Für 2011 lag die Verzinsung auf Einlagen der Versicherungen bei 4,07 Prozent. Für 2012 werden 3,9 Prozent erwartet. Zum Vergleich: Bei zehnjährigen Bundesanleihen sank die Rendite im selben Zeitraum auf 1,8 Prozent; mittlerweile liegt sie sogar deutlich darunter. Daran sehen Sie, dass trotz der Niedrigverzinsung die Altersvorsorge noch recht attraktiv ist.

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%