Filmfonds Kein Happy End für Steuersparer

Desaster: Seit 2010 fordern Finanzämter fast täglich Nachzahlungen von Anlegern, deren Filmfonds ihnen zu Unrecht steuerliche Verluste zugewiesen hätten.

Zahlen und Akteure

Eine Szene aus dem Film

Betroffen sind mindestens 72 000 Anleger, die rund drei Milliarden zurückzahlen sollen. Insgesamt zahlten 220 000 Privatleute 14,2 Milliarden Euro in Filmfonds ein. Die Commerzbank verkaufte Fonds des Marktführers VIP. Ein großes Rad drehte auch die Investor Treuhand (IT). Deren damaliger Chef Mario Ohoven (heute Mittelstandslobbyist) war Co-Eigner des Initiators Cinerenta. Mithilfe der IT sammelte die Cinerenta rund 450 Millionen Euro ein. Ein Großteil des Geldes ist futsch.

Probleme

Anlegergeld floss nicht in deutsche Filme, sondern in Streifen wie „Terminator“ –  vor allem aber in Flops. Nur dank Steuervorteilen schafften es einige Fonds ins Plus. Als Schwarz-Rot diese 2005 eindampfte, war die Branche tot. Der Fiskus strich dann Steuervorteile auch noch nachträglich.

Geld zurück?

Anleger klagen in Scharen – meist gegen Banken, die Provisionen verheimlichten. Oft zahlen musste die Commerzbank, die die Fonds des Marktführers VIP („Das Parfum“) verkaufte. VIP-Gründer Andreas Schmid sitzt wegen Steuerhinterziehung; beim OLG München laufen zwei Sammelklagen. Bei der Investor Treuhand von Ohoven ist seit 2005 nichts mehr zu holen, auch Fondstreuhänder Contor ist pleite. Versuche, Ohoven in Haftung zu nehmen, scheiterten.

FAZIT

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