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Fondssparpläne Masterplan für Sparfüchse

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Sparer belohnt

Vor Anlagebetrug und Bankpleiten ist Stenmann weitgehend geschützt: Fonds sind Sondervermögen, die in ihnen enthaltenen Aktien gehören dem Anleger. Die Fondsgesellschaft darf dem Fondsvermögen nur Geld für Zwecke entnehmen, die sie zuvor in einem Prospekt benennt.

Angstlich ist Steinmann nicht: „Das Risiko, Geld zu verlieren, habe ich bei jedem Investment. Wenn ich bei einer Immobilie Mieter habe, die nicht zahlen, und das Haus in Schuss halten will, ist das auch nicht nur eine Freude. Mit den Verlusten am Aktienmarkt ist das ähnlich“, sagt sie. Über das richtige Timing muss sich Steinmann nicht den Kopf zerbrechen. Wer über 10 oder 20 Jahre monatlich den gleichen Einsatz leistet, hat den Vorteil, zwischenzeitliche Verluste an der Börse aussitzen zu können und dabei auch noch günstiger einzukaufen. Wenn die Aktienkurse niedrig sind, bekommt Steinmann für ihre 100 Euro mehr Fondsanteile im Depot gutgeschrieben als bei hohen Fondspreisen. Das sogenannte Cost Averaging (Kauf zu niedrigen Durchschnittspreisen) gilt als Vorteil der Sparpläne.

Dieses Prinzip hilft aber nur, wenn die Aktienkurse über die Laufzeit stark schwanken. Gegen Ende des Sparplans, wenn schon ein hohes Vermögen angespart wurde, fällt es nicht mehr ins Gewicht. Schlimmstenfalls passieren Szenarien wie in den Jahren 2000 bis 2003 und Mitte 2008 bis Anfang 2009, als der Dax auf Tiefststände von 2300 Punkten fiel und, nach einer Rally bis auf 8000, in der Finanzkrise dann erneut auf 3700 Punkte zurückgeworfen wurde. Aktienfondsanteile wurden in den Krisen von Monat zu Monat weniger wert. Das dann schon hohe Vermögen fiel unter die Summe der Einzahlungen.

10-Jahres-Rückblick: Erfolgreich mit Schwellenländern

Dank der Kursgewinne der vergangenen zwei Jahre haben sich Sparpläne mit regelmäßigen Einzahlungen aktuell aber deutlich besser entwickelt als ein vor zehn Jahren einmalig angelegter Betrag. Hätte ein Anleger seit Ende 2000 monatlich per Sparplan in den Aktienindex Dax investiert, hätten die eingezahlten 12.100 Euro aktuell ein Plus von 36 Prozent gebracht. Nur fünf Prozent Plus brachte die Zehnjahresanlage dem, der Ende 2000 auf einen Schlag in den Dax investierte. 

Im Rückblick waren Sparpläne mit Schwellenländer-Aktienfonds die beste Wahl. Aus insgesamt eingezahlten 12 100 Euro machte der Magellan-Fonds des französischen Fondshauses Comgest knapp 30 000 Euro. Allerdings warnt sogar dessen Fondsmanager Vincent Strauss aktuell vor Übertreibungen an den Schwellenländer-Börsen. Wer einsteigen will, sollte kleinere Summen über einen längeren Zeitraum gestreckt einzahlen – nichts anderes machen Sparplan-Anleger.

Da Steinmann flexibel ist und das Geld nicht zu einem bestimmten Stichtag fest eingeplant hat, kann sie Krisen aussitzen. Ein reines Schwellenländer-Investment ist ihr allerdings doch zu riskant, sie tendiert deshalb eher zu weltweit anlegenden Aktienfonds.

Dass sich auch bei denen ein langer Atem auszahlt, lässt sich an den Ergebnissen von Sparplänen mit 30-jähriger Laufzeit ablesen. Pläne, die Ende März 2000 – auf dem Höhepunkt der Technologie-Hausse – nach 30 Jahren ausliefen, erzielten mit weltweit investierenden Aktienfonds eine Wertsteigerung von im Schnitt 11,3 Prozent pro Jahr. Am wenigsten kam nach 30-jähriger Sparanstrengung Ende März 2009 heraus. Damals tobte die Finanzkrise am Aktienmarkt. Dennoch blieb noch ein Plus von im Schnitt 4,1 Prozent pro Jahr. Bereits anderthalb Jahre später, im September 2010, war die Rendite wieder auf über fünf Prozent jährlich gestiegen.

Riesige Auswahl

Im Rückblick waren Sparpläne mit Schwellenländer-Aktienfonds die beste Wahl. Aus insgesamt eingezahlten 12 100 Euro machte der Magellan-Fonds des französischen Fondshauses Comgest knapp 30 000 Euro. Allerdings warnt sogar dessen Fondsmanager Vincent Strauss aktuell vor Übertreibungen an den Schwellenländer-Börsen. Wer einsteigen will, sollte kleinere Summen über einen längeren Zeitraum gestreckt einzahlen – nichts anderes machen Sparplan-Anleger.

Da Steinmann flexibel ist und das Geld nicht zu einem bestimmten Stichtag fest eingeplant hat, kann sie Krisen aussitzen. Ein reines Schwellenländer-Investment ist ihr allerdings doch zu riskant, sie tendiert deshalb eher zu weltweit anlegenden Aktienfonds.

Dass sich auch bei denen ein langer Atem auszahlt, lässt sich an den Ergebnissen von Sparplänen mit 30-jähriger Laufzeit ablesen. Pläne, die Ende März 2000 – auf dem Höhepunkt der Technologie-Hausse – nach 30 Jahren ausliefen, erzielten mit weltweit investierenden Aktienfonds eine Wertsteigerung von im Schnitt 11,3 Prozent pro Jahr. Am wenigsten kam nach 30-jähriger Sparanstrengung Ende März 2009 heraus. Damals tobte die Finanzkrise am Aktienmarkt. Dennoch blieb noch ein Plus von im Schnitt 4,1 Prozent pro Jahr. Bereits anderthalb Jahre später, im September 2010, war die Rendite wieder auf über fünf Prozent jährlich gestiegen.

Wer auf Aktienfonds setzt, kann auf acht Prozent hoffen – aber auch die nicht fest einkalkulieren, dafür ist die Börse zu schlecht vorhersehbar. Steinmann käme mit dieser Rendite nach 20 Jahren auf ein Vermögen von 57 000 Euro. Mit sehr guten Aktienfonds war das in den vergangenen 20 Jahren durchaus drin. Damit ein Fonds die acht Prozent schaffen kann, muss der Fondsmanager im Boom überzeugen und in Verlustphasen das Minus klein halten. Das gelingt am ehesten Aktienfonds, bei denen der Fondsmanager einen Teil der Aktien verkauft und das Geld dann verzinst anlegt, sobald die Kurse fallen.

Der Deutsche Aktien Total Return etwa, den der Londoner Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben steuert, ist 2008 und Anfang 2009 auf Unternehmensanleihen ausgewichen und konnte dadurch das Aktien-Minus bremsen. Unter den internationalen Aktienfonds begrenzte der von der gleichnamigen Kölner Vermögensverwaltung gemanagte Flossbach von Storch Aktien Global Verluste mit verzinst angelegten Geldern. Die Verlustbegrenzung, die vermögensverwaltende Fonds bieten, zahlt sich vor allem bei Turbulenzen gegen Ende der Sparphase aus. Diese Portfolios sind für alle erste Wahl, die auf eine Risikobegrenzung bei Aktien Wert legen. Schaltet der Manager zu spät um, wenn ein Trend dreht, kostet das Rendite.

Klassische Fondsmanager wie Tim Albrecht beim DWS Deutschland oder Graham French beim internationalen Aktienfonds M&G Global Basics haben ihren Anlegern dagegen zeitweise hohe Verluste beschert, weil sie stets voll in Aktien investiert bleiben und sich nicht von der Börse verabschieden, wenn die Kurse fallen. Die Finanzkrisen-Verluste haben beide in kurzer Zeit wieder ausgebügelt, weil sich die Aktienkurse schnell erholt haben.

Für risikoscheue Anleger, die stets nur einen Teil ihres Geldes in Aktien investieren möchten, sind Mischfonds eine Alternative. Der Durchschnitt der angebotenen Mischfonds heimischer Anbieter brachte in den vergangenen 20 Jahren nur ein Plus von 4,5 Prozent pro Jahr. Inzwischen gibt es aber eine Vielzahl guter ausländischer Fonds. Zudem legen viele Fonds heute flexibler an und nutzen Trends an den Aktien- und Anleihemärkten aktiver als noch vor einem Jahrzehnt.

Wer auf Aktienfonds setzt, kann auf acht Prozent hoffen – aber auch die nicht fest einkalkulieren, dafür ist die Börse zu schlecht vorhersehbar. Steinmann käme mit dieser Rendite nach 20 Jahren auf ein Vermögen von 57 000 Euro. Mit sehr guten Aktienfonds war das in den vergangenen 20 Jahren durchaus drin. Damit ein Fonds die acht Prozent schaffen kann, muss der Fondsmanager im Boom überzeugen und in Verlustphasen das Minus klein halten. Das gelingt am ehesten Aktienfonds, bei denen der Fondsmanager einen Teil der Aktien verkauft und das Geld dann verzinst anlegt, sobald die Kurse fallen.

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