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Fondssparpläne Masterplan für Sparfüchse

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Durchhalten bringt Rendite

Der Deutsche Aktien Total Return etwa, den der Londoner Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben steuert, ist 2008 und Anfang 2009 auf Unternehmensanleihen ausgewichen und konnte dadurch das Aktien-Minus bremsen. Unter den internationalen Aktienfonds begrenzte der von der gleichnamigen Kölner Vermögensverwaltung gemanagte Flossbach von Storch Aktien Global Verluste mit verzinst angelegten Geldern. Die Verlustbegrenzung, die vermögensverwaltende Fonds bieten, zahlt sich vor allem bei Turbulenzen gegen Ende der Sparphase aus. Diese Portfolios sind für alle erste Wahl, die auf eine Risikobegrenzung bei Aktien Wert legen. Schaltet der Manager zu spät um, wenn ein Trend dreht, kostet das Rendite.

Klassische Fondsmanager wie Tim Albrecht beim DWS Deutschland oder Graham French beim internationalen Aktienfonds M&G Global Basics haben ihren Anlegern dagegen zeitweise hohe Verluste beschert, weil sie stets voll in Aktien investiert bleiben und sich nicht von der Börse verabschieden, wenn die Kurse fallen. Die Finanzkrisen-Verluste haben beide in kurzer Zeit wieder ausgebügelt, weil sich die Aktienkurse schnell erholt haben.

Für risikoscheue Anleger, die stets nur einen Teil ihres Geldes in Aktien investieren möchten, sind Mischfonds eine Alternative. Der Durchschnitt der angebotenen Mischfonds heimischer Anbieter brachte in den vergangenen 20 Jahren nur ein Plus von 4,5 Prozent pro Jahr. Inzwischen gibt es aber eine Vielzahl guter ausländischer Fonds. Zudem legen viele Fonds heute flexibler an und nutzen Trends an den Aktien- und Anleihemärkten aktiver als noch vor einem Jahrzehnt.

Steinmann will klare Verhältnisse: Sie möchte die Rate komplett in einen Aktienfonds investieren. Auf einen Mischfonds würde sie ausweichen, wenn ihr Vermögen in einem Aktienboom überraschend schnell steigen sollte und sie es vor einem Crash schützen wollte.

Jetzt hat sie die Wahl unter Tausenden von Aktienfonds. Manche investieren ausschließlich in deutsche Unternehmen. Ein Abklatsch vom Dax sind die guten Fonds nicht, denn deren Manager setzen auch auf mittelgroße oder kleinere Aktiengesellschaften. Besonders erfolgreich mit seiner Auswahl ist Tim Albrecht von der DWS. Im vergangenen Jahr hat er mit einem Plus von 27 Prozent den Dax, der 16 Prozent schaffte, deutlich geschlagen. Neben Siemens, Daimler oder Conti brachte die Beimischung kleinerer Aktien den Erfolg. Er investierte etwa in den Pumpenhersteller KSB und den bayrischen Technologiewert Mühlbauer. Vorteil deutscher Aktienfonds ist, dass Anleger mit den Namen der Unternehmen vertrauter sind, die der Fondsmanager ihnen monatlich in Übersichten, sogenannten Factsheets, präsentiert. Zudem sind deutsche Unternehmen weltweit aktiv und können Konjunkturschwäche im Inland abfedern durch Exporte in Boom-Regionen. Dadurch bekommt der Anleger indirekt eine weltweite Anlage, ohne dass Währungsturbulenzen beim Dollar oder Yen ihm die Performance vermiesen.

Mehr Spielraum, etwa bei der Branchenauswahl, bieten europaweit oder weltweit gemischte Portfolios. So gibt es beispielsweise in Deutschland keine marktbeherrschenden Rohstoffunternehmen, Goldminen, Ölförderer, Handy- oder Computerbauer. Am meisten Spielraum haben Fondslenker, die das gesamte Universum weltweiter Aktienmärkte nutzen können, wie Edouard Carmignac vom gleichnamigen französischen Fondshaus oder French vom britischen Anbieter M&G. Sie haben den Dreh zwischen Ländern und Branchen gut hinbekommen und besser abgeschnitten als der MSCI Weltindex.

Längst nicht allen Fondsmanagern gelingt es allerdings, den Index zu übertrumpfen. Durch schwache Leistung machen sie sich überflüssig und treiben Kunden in Indexfonds (ETF), mit denen diese stets eins zu eins die Wertentwicklung des sie interessierenden Markts bekommen.

Anders als bei aktiv gemanagten Aktienfonds sucht bei den Index-ETF niemand nach den besten Aktien. Sie bilden bloß Indizes wie den Dax oder den MSCI Europa nach. Das hält die Kosten niedrig: Für die Verwaltung werden jährlich nur etwa 0,2 Prozent abgezogen, statt 1,5 Prozent bei herkömmlichen Fonds.

Niedrige Gebühren sind schön und gut. Aber die Indexfonds sind eben immer nur Durchschnitt. Da allerdings auf lange Sicht nur etwa ein Drittel der Fondsmanager besser ist als der Markt, können Anleger, die nicht daran glauben, diese Erfolgreichen zu finden, zu Indexfonds greifen.

Günstiges Depot einrichten

Performance-Statistiken verraten noch nicht, wer in den kommenden Jahren zu den Besten gehören wird. Die WirtschaftsWoche-Empfehlungen haben in den vergangenen Jahren überzeugt und » » bieten gute Chancen, dass sie auch künftig an diese Erfolge anknüpfen können. Zudem sind die Fonds groß genug, sodass sie langfristig am Markt bestehen können.

Monika Steinmann will ihr Geld weltweit streuen und entscheidet sich deshalb für einen international anlegenden Aktienfonds. Dessen Fondsmanager können in europäische Aktien investieren, wenn dort etwas zu holen ist, oder stärker auf amerikanische oder asiatische ausweichen, wenn sich dort bessere Chancen bieten.

Viele Fondsmanager kaufen auch Aktien aus Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland dazu. So profitieren Anleger auch von diesen aktuellen Boom-Märkten. Der Vorteil: Sollten die Kurse an den Schwellenländer-Börsen fallen, dann können diese Manager ausweichen. So viel Spielraum haben Fondsmanager reiner Schwellenländer-Aktienfonds nicht.

Eine gute Wahl für Steinmann wäre etwa der M&G Global Basics. M&G Investments ist mit einem verwalteten Vermögen von umgerechnet 222 Milliarden Euro eine der größten Fondsgesellschaften Großbritanniens. Dass es auch eine Frankfurter Niederlassung gibt, bei der sie vorbeischauen könnte, freut die Frankfurterin Steinmann.

Fondsmanager French ist Mitte 40 und hat schon einige Börsenkrisen überstanden. Er hat im Jahr 2000 die Idee umgesetzt, Unternehmen in einen Fonds zu packen, die Produkte herstellen, mit denen Menschen ihre Alltags- und Grundbedürfnisse befriedigen. Viele seiner Aktien profitieren vom Aufstieg der Schwellenländer.

Im Fonds steckt derzeit das meiste Geld in Konsumgüterproduzenten wie Unilever aus den Niederlanden und Fraser & Neave aus Singapur, den Bergbauunternehmen Lonmin (Großbritannien), Iluka Resources (Australien), Eramet (Frankreich) und dem deutschen Düngemittelhersteller K + S. Als studierter Geograf hat French zu Bergbau- und Rohstoffunternehmen einen besonderen Bezug.

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