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Fondssparpläne Masterplan für Sparfüchse

Gute Vorsätze sollte man umsetzen – zum Beispiel den, ein Vermögen aufzubauen. Wie Anleger das auch mit 100 Euro im Monat schaffen, welche Investmentfonds sie dazu kaufen sollten, welche Banken und Fondsvermittler die günstigsten Konditionen für Sparpläne bieten. Ein Masterplan in fünf Schritten.

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Fondssparpläne: Mit kleinen Sparraten zum Erfolg Quelle: Illustration: Christoph Niemann

Der gute Vorsatz ist da: "Ich will mehr Geld sparen,“ sagt Monika Steinmann*. Künftig soll ihre Bank jeden Monat 100 Euro automatisch vom Girokonto abbuchen, das Geld soll in einen Investmentfonds fließen. Lange hat die 42-Jährige die Entscheidung vor sich hergeschoben. Steinmann geht es wie den meisten Deutschen: „Mir fehlt die Zeit und die Lust, stundenlang nach guten Anlagemöglichkeiten zu forschen, aber ich wollte mir auch nichts aufschwatzen lassen“, sagt die Event--Managerin. „Ich will das jetzt schnell hinter mich bringen und den Sack zumachen. Wenn ich das Geld abbuchen lasse, ist es gut, sonst gebe ich es doch wieder aus.“

Kein Problem: Spätestens am 1. Februar kann der Sparplan stehen, der das Wachstum ihres privaten Vermögens kräftig voranbringen soll. Die Vorbereitungen dazu nehmen nicht länger als etwa drei Stunden in Anspruch – den Besuch in einer Postfiliale zur Legitimation bei einem neuen Depot mit eingerechnet. Für Anleger, die wie Steinmann erst mal 100 Euro im Monat zurücklegen wollen, hat die WirtschaftsWoche geeignete Fonds ausgewählt. Das Fondsresearch des Datenanbieters Morningstar hat dazu berechnet, wie Sparpläne mit diesen Fonds sich in den vergangenen zehn Jahren entwickelt haben. Alle Sparpläne schlugen sich besser als der deutsche Aktienindex Dax, der heute nur knapp über dem Niveau von Ende 2000 notiert.

Ausgewählt wurden Fonds, bei denen bewährte Fondsmanager die Anlageentscheidungen treffen und die sowohl in schwachen Börsenphasen als auch im Boom gute Ergebnisse erzielen konnten. Hinzu kommen börsengehandelte Indexfonds, die sich fix an Aktienindizes wie dem Dax oder dem Europaindex von MSCI orientieren. Damit von den 100 Euro, die Monika Steinmann einzahlen will, möglichst viel im Fonds ankommt, müssen die Nebenkosten runter: Banken und spezialisierte Fondsvermittler bieten Fonds ohne die üblichen Kaufkosten an. Der sogenannte Ausgabeaufschlag, der bei Aktienfonds um die fünf Prozent der Einzahlungssumme ausmacht, entfällt bei ihnen entweder komplett oder wird zumindest auf die Hälfte reduziert. Günstige Anbieter richten zudem ein kostenloses Depot ein. Wer gute Spar-Vorsätze jetzt umsetzen will, sollte in fünf Schritten vorgehen.

Risikobereitschaft prüfen

Monika Steinmann ist klar, dass sie es mit 100 Euro nicht zur Millionärin bringen wird. Dazu müsste sie 25 Jahre monatlich 1090 Euro zurücklegen und eine für gute Aktienfonds realistische Rendite von jährlich acht Prozent erzielen.

Sie fängt erst mal klein an. Ihre Altersvorsorge besteht bisher aus zwei Säulen: Sie bekommt eine staatliche Rente, weil sie bis zur Geburt ihres Sohnes in die Rentenkasse eingezahlt hat. Hinzu kommt eine Immobilie in Frankfurt, die sie zusammen mit ihrem Bruder geerbt hat. Das Mehrfamilienhaus ist saniert und derzeit gut vermietet. Nach allen Rücklagen, die die Geschwister für die spätere Instandhaltung zur Seite legen, bleiben Steinmann 100 Euro zum Sparen. Die Rate kann sie entbehren, ohne sich einschränken zu müssen. Der Betrag soll möglichst über Jahrzehnte wachsen und irgendwann ihre Rente aufbessern, einen Teil könnte sie vielleicht zuvor als Startkapital fürs Studium ihres Sohnes nutzen.

Ein Berater riet Steinmann zu einer Lebensversicherung. Ein gutes Geschäft – vor allem für den Berater, der seine Provision für den Vertrag direkt nach dem Abschluss einstreicht. Versicherte zahlen dann mitunter über Jahre Raten, nur um die Provision zu bezahlen und ohne dass ein Cent angespart wird. Da Steinmann bereits eine günstige Risikolebensversicherung abgeschlossen hat, benötigt sie keinen Todesfallschutz mehr, sondern eine gute Rendite für den Vermögensaufbau. Die dürfte ein guter Fonds auf lange Sicht eher bringen als eine Lebensversicherung. Zudem bleibt sie mit einem Fonds flexibel. Sie könnte die Rate jederzeit erhöhen, den gesamten Bestand in einen anderen Fonds übertragen oder die Einzahlung stoppen. Im Notfall kann sie die Fonds zum aktuellen Wert zu Geld machen.

* Name geändert

Sparer belohnt

Vor Anlagebetrug und Bankpleiten ist Stenmann weitgehend geschützt: Fonds sind Sondervermögen, die in ihnen enthaltenen Aktien gehören dem Anleger. Die Fondsgesellschaft darf dem Fondsvermögen nur Geld für Zwecke entnehmen, die sie zuvor in einem Prospekt benennt.

Angstlich ist Steinmann nicht: „Das Risiko, Geld zu verlieren, habe ich bei jedem Investment. Wenn ich bei einer Immobilie Mieter habe, die nicht zahlen, und das Haus in Schuss halten will, ist das auch nicht nur eine Freude. Mit den Verlusten am Aktienmarkt ist das ähnlich“, sagt sie. Über das richtige Timing muss sich Steinmann nicht den Kopf zerbrechen. Wer über 10 oder 20 Jahre monatlich den gleichen Einsatz leistet, hat den Vorteil, zwischenzeitliche Verluste an der Börse aussitzen zu können und dabei auch noch günstiger einzukaufen. Wenn die Aktienkurse niedrig sind, bekommt Steinmann für ihre 100 Euro mehr Fondsanteile im Depot gutgeschrieben als bei hohen Fondspreisen. Das sogenannte Cost Averaging (Kauf zu niedrigen Durchschnittspreisen) gilt als Vorteil der Sparpläne.

Dieses Prinzip hilft aber nur, wenn die Aktienkurse über die Laufzeit stark schwanken. Gegen Ende des Sparplans, wenn schon ein hohes Vermögen angespart wurde, fällt es nicht mehr ins Gewicht. Schlimmstenfalls passieren Szenarien wie in den Jahren 2000 bis 2003 und Mitte 2008 bis Anfang 2009, als der Dax auf Tiefststände von 2300 Punkten fiel und, nach einer Rally bis auf 8000, in der Finanzkrise dann erneut auf 3700 Punkte zurückgeworfen wurde. Aktienfondsanteile wurden in den Krisen von Monat zu Monat weniger wert. Das dann schon hohe Vermögen fiel unter die Summe der Einzahlungen.

10-Jahres-Rückblick: Erfolgreich mit Schwellenländern

Dank der Kursgewinne der vergangenen zwei Jahre haben sich Sparpläne mit regelmäßigen Einzahlungen aktuell aber deutlich besser entwickelt als ein vor zehn Jahren einmalig angelegter Betrag. Hätte ein Anleger seit Ende 2000 monatlich per Sparplan in den Aktienindex Dax investiert, hätten die eingezahlten 12.100 Euro aktuell ein Plus von 36 Prozent gebracht. Nur fünf Prozent Plus brachte die Zehnjahresanlage dem, der Ende 2000 auf einen Schlag in den Dax investierte. 

Im Rückblick waren Sparpläne mit Schwellenländer-Aktienfonds die beste Wahl. Aus insgesamt eingezahlten 12 100 Euro machte der Magellan-Fonds des französischen Fondshauses Comgest knapp 30 000 Euro. Allerdings warnt sogar dessen Fondsmanager Vincent Strauss aktuell vor Übertreibungen an den Schwellenländer-Börsen. Wer einsteigen will, sollte kleinere Summen über einen längeren Zeitraum gestreckt einzahlen – nichts anderes machen Sparplan-Anleger.

Da Steinmann flexibel ist und das Geld nicht zu einem bestimmten Stichtag fest eingeplant hat, kann sie Krisen aussitzen. Ein reines Schwellenländer-Investment ist ihr allerdings doch zu riskant, sie tendiert deshalb eher zu weltweit anlegenden Aktienfonds.

Dass sich auch bei denen ein langer Atem auszahlt, lässt sich an den Ergebnissen von Sparplänen mit 30-jähriger Laufzeit ablesen. Pläne, die Ende März 2000 – auf dem Höhepunkt der Technologie-Hausse – nach 30 Jahren ausliefen, erzielten mit weltweit investierenden Aktienfonds eine Wertsteigerung von im Schnitt 11,3 Prozent pro Jahr. Am wenigsten kam nach 30-jähriger Sparanstrengung Ende März 2009 heraus. Damals tobte die Finanzkrise am Aktienmarkt. Dennoch blieb noch ein Plus von im Schnitt 4,1 Prozent pro Jahr. Bereits anderthalb Jahre später, im September 2010, war die Rendite wieder auf über fünf Prozent jährlich gestiegen.

Riesige Auswahl

Im Rückblick waren Sparpläne mit Schwellenländer-Aktienfonds die beste Wahl. Aus insgesamt eingezahlten 12 100 Euro machte der Magellan-Fonds des französischen Fondshauses Comgest knapp 30 000 Euro. Allerdings warnt sogar dessen Fondsmanager Vincent Strauss aktuell vor Übertreibungen an den Schwellenländer-Börsen. Wer einsteigen will, sollte kleinere Summen über einen längeren Zeitraum gestreckt einzahlen – nichts anderes machen Sparplan-Anleger.

Da Steinmann flexibel ist und das Geld nicht zu einem bestimmten Stichtag fest eingeplant hat, kann sie Krisen aussitzen. Ein reines Schwellenländer-Investment ist ihr allerdings doch zu riskant, sie tendiert deshalb eher zu weltweit anlegenden Aktienfonds.

Dass sich auch bei denen ein langer Atem auszahlt, lässt sich an den Ergebnissen von Sparplänen mit 30-jähriger Laufzeit ablesen. Pläne, die Ende März 2000 – auf dem Höhepunkt der Technologie-Hausse – nach 30 Jahren ausliefen, erzielten mit weltweit investierenden Aktienfonds eine Wertsteigerung von im Schnitt 11,3 Prozent pro Jahr. Am wenigsten kam nach 30-jähriger Sparanstrengung Ende März 2009 heraus. Damals tobte die Finanzkrise am Aktienmarkt. Dennoch blieb noch ein Plus von im Schnitt 4,1 Prozent pro Jahr. Bereits anderthalb Jahre später, im September 2010, war die Rendite wieder auf über fünf Prozent jährlich gestiegen.

Wer auf Aktienfonds setzt, kann auf acht Prozent hoffen – aber auch die nicht fest einkalkulieren, dafür ist die Börse zu schlecht vorhersehbar. Steinmann käme mit dieser Rendite nach 20 Jahren auf ein Vermögen von 57 000 Euro. Mit sehr guten Aktienfonds war das in den vergangenen 20 Jahren durchaus drin. Damit ein Fonds die acht Prozent schaffen kann, muss der Fondsmanager im Boom überzeugen und in Verlustphasen das Minus klein halten. Das gelingt am ehesten Aktienfonds, bei denen der Fondsmanager einen Teil der Aktien verkauft und das Geld dann verzinst anlegt, sobald die Kurse fallen.

Der Deutsche Aktien Total Return etwa, den der Londoner Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben steuert, ist 2008 und Anfang 2009 auf Unternehmensanleihen ausgewichen und konnte dadurch das Aktien-Minus bremsen. Unter den internationalen Aktienfonds begrenzte der von der gleichnamigen Kölner Vermögensverwaltung gemanagte Flossbach von Storch Aktien Global Verluste mit verzinst angelegten Geldern. Die Verlustbegrenzung, die vermögensverwaltende Fonds bieten, zahlt sich vor allem bei Turbulenzen gegen Ende der Sparphase aus. Diese Portfolios sind für alle erste Wahl, die auf eine Risikobegrenzung bei Aktien Wert legen. Schaltet der Manager zu spät um, wenn ein Trend dreht, kostet das Rendite.

Klassische Fondsmanager wie Tim Albrecht beim DWS Deutschland oder Graham French beim internationalen Aktienfonds M&G Global Basics haben ihren Anlegern dagegen zeitweise hohe Verluste beschert, weil sie stets voll in Aktien investiert bleiben und sich nicht von der Börse verabschieden, wenn die Kurse fallen. Die Finanzkrisen-Verluste haben beide in kurzer Zeit wieder ausgebügelt, weil sich die Aktienkurse schnell erholt haben.

Für risikoscheue Anleger, die stets nur einen Teil ihres Geldes in Aktien investieren möchten, sind Mischfonds eine Alternative. Der Durchschnitt der angebotenen Mischfonds heimischer Anbieter brachte in den vergangenen 20 Jahren nur ein Plus von 4,5 Prozent pro Jahr. Inzwischen gibt es aber eine Vielzahl guter ausländischer Fonds. Zudem legen viele Fonds heute flexibler an und nutzen Trends an den Aktien- und Anleihemärkten aktiver als noch vor einem Jahrzehnt.

Wer auf Aktienfonds setzt, kann auf acht Prozent hoffen – aber auch die nicht fest einkalkulieren, dafür ist die Börse zu schlecht vorhersehbar. Steinmann käme mit dieser Rendite nach 20 Jahren auf ein Vermögen von 57 000 Euro. Mit sehr guten Aktienfonds war das in den vergangenen 20 Jahren durchaus drin. Damit ein Fonds die acht Prozent schaffen kann, muss der Fondsmanager im Boom überzeugen und in Verlustphasen das Minus klein halten. Das gelingt am ehesten Aktienfonds, bei denen der Fondsmanager einen Teil der Aktien verkauft und das Geld dann verzinst anlegt, sobald die Kurse fallen.

Durchhalten bringt Rendite

Der Deutsche Aktien Total Return etwa, den der Londoner Vermögensverwalter Albrecht von Witzleben steuert, ist 2008 und Anfang 2009 auf Unternehmensanleihen ausgewichen und konnte dadurch das Aktien-Minus bremsen. Unter den internationalen Aktienfonds begrenzte der von der gleichnamigen Kölner Vermögensverwaltung gemanagte Flossbach von Storch Aktien Global Verluste mit verzinst angelegten Geldern. Die Verlustbegrenzung, die vermögensverwaltende Fonds bieten, zahlt sich vor allem bei Turbulenzen gegen Ende der Sparphase aus. Diese Portfolios sind für alle erste Wahl, die auf eine Risikobegrenzung bei Aktien Wert legen. Schaltet der Manager zu spät um, wenn ein Trend dreht, kostet das Rendite.

Klassische Fondsmanager wie Tim Albrecht beim DWS Deutschland oder Graham French beim internationalen Aktienfonds M&G Global Basics haben ihren Anlegern dagegen zeitweise hohe Verluste beschert, weil sie stets voll in Aktien investiert bleiben und sich nicht von der Börse verabschieden, wenn die Kurse fallen. Die Finanzkrisen-Verluste haben beide in kurzer Zeit wieder ausgebügelt, weil sich die Aktienkurse schnell erholt haben.

Für risikoscheue Anleger, die stets nur einen Teil ihres Geldes in Aktien investieren möchten, sind Mischfonds eine Alternative. Der Durchschnitt der angebotenen Mischfonds heimischer Anbieter brachte in den vergangenen 20 Jahren nur ein Plus von 4,5 Prozent pro Jahr. Inzwischen gibt es aber eine Vielzahl guter ausländischer Fonds. Zudem legen viele Fonds heute flexibler an und nutzen Trends an den Aktien- und Anleihemärkten aktiver als noch vor einem Jahrzehnt.

Steinmann will klare Verhältnisse: Sie möchte die Rate komplett in einen Aktienfonds investieren. Auf einen Mischfonds würde sie ausweichen, wenn ihr Vermögen in einem Aktienboom überraschend schnell steigen sollte und sie es vor einem Crash schützen wollte.

Jetzt hat sie die Wahl unter Tausenden von Aktienfonds. Manche investieren ausschließlich in deutsche Unternehmen. Ein Abklatsch vom Dax sind die guten Fonds nicht, denn deren Manager setzen auch auf mittelgroße oder kleinere Aktiengesellschaften. Besonders erfolgreich mit seiner Auswahl ist Tim Albrecht von der DWS. Im vergangenen Jahr hat er mit einem Plus von 27 Prozent den Dax, der 16 Prozent schaffte, deutlich geschlagen. Neben Siemens, Daimler oder Conti brachte die Beimischung kleinerer Aktien den Erfolg. Er investierte etwa in den Pumpenhersteller KSB und den bayrischen Technologiewert Mühlbauer. Vorteil deutscher Aktienfonds ist, dass Anleger mit den Namen der Unternehmen vertrauter sind, die der Fondsmanager ihnen monatlich in Übersichten, sogenannten Factsheets, präsentiert. Zudem sind deutsche Unternehmen weltweit aktiv und können Konjunkturschwäche im Inland abfedern durch Exporte in Boom-Regionen. Dadurch bekommt der Anleger indirekt eine weltweite Anlage, ohne dass Währungsturbulenzen beim Dollar oder Yen ihm die Performance vermiesen.

Mehr Spielraum, etwa bei der Branchenauswahl, bieten europaweit oder weltweit gemischte Portfolios. So gibt es beispielsweise in Deutschland keine marktbeherrschenden Rohstoffunternehmen, Goldminen, Ölförderer, Handy- oder Computerbauer. Am meisten Spielraum haben Fondslenker, die das gesamte Universum weltweiter Aktienmärkte nutzen können, wie Edouard Carmignac vom gleichnamigen französischen Fondshaus oder French vom britischen Anbieter M&G. Sie haben den Dreh zwischen Ländern und Branchen gut hinbekommen und besser abgeschnitten als der MSCI Weltindex.

Längst nicht allen Fondsmanagern gelingt es allerdings, den Index zu übertrumpfen. Durch schwache Leistung machen sie sich überflüssig und treiben Kunden in Indexfonds (ETF), mit denen diese stets eins zu eins die Wertentwicklung des sie interessierenden Markts bekommen.

Anders als bei aktiv gemanagten Aktienfonds sucht bei den Index-ETF niemand nach den besten Aktien. Sie bilden bloß Indizes wie den Dax oder den MSCI Europa nach. Das hält die Kosten niedrig: Für die Verwaltung werden jährlich nur etwa 0,2 Prozent abgezogen, statt 1,5 Prozent bei herkömmlichen Fonds.

Niedrige Gebühren sind schön und gut. Aber die Indexfonds sind eben immer nur Durchschnitt. Da allerdings auf lange Sicht nur etwa ein Drittel der Fondsmanager besser ist als der Markt, können Anleger, die nicht daran glauben, diese Erfolgreichen zu finden, zu Indexfonds greifen.

Günstiges Depot einrichten

Performance-Statistiken verraten noch nicht, wer in den kommenden Jahren zu den Besten gehören wird. Die WirtschaftsWoche-Empfehlungen haben in den vergangenen Jahren überzeugt und » » bieten gute Chancen, dass sie auch künftig an diese Erfolge anknüpfen können. Zudem sind die Fonds groß genug, sodass sie langfristig am Markt bestehen können.

Monika Steinmann will ihr Geld weltweit streuen und entscheidet sich deshalb für einen international anlegenden Aktienfonds. Dessen Fondsmanager können in europäische Aktien investieren, wenn dort etwas zu holen ist, oder stärker auf amerikanische oder asiatische ausweichen, wenn sich dort bessere Chancen bieten.

Viele Fondsmanager kaufen auch Aktien aus Schwellenländern wie China, Brasilien oder Russland dazu. So profitieren Anleger auch von diesen aktuellen Boom-Märkten. Der Vorteil: Sollten die Kurse an den Schwellenländer-Börsen fallen, dann können diese Manager ausweichen. So viel Spielraum haben Fondsmanager reiner Schwellenländer-Aktienfonds nicht.

Eine gute Wahl für Steinmann wäre etwa der M&G Global Basics. M&G Investments ist mit einem verwalteten Vermögen von umgerechnet 222 Milliarden Euro eine der größten Fondsgesellschaften Großbritanniens. Dass es auch eine Frankfurter Niederlassung gibt, bei der sie vorbeischauen könnte, freut die Frankfurterin Steinmann.

Fondsmanager French ist Mitte 40 und hat schon einige Börsenkrisen überstanden. Er hat im Jahr 2000 die Idee umgesetzt, Unternehmen in einen Fonds zu packen, die Produkte herstellen, mit denen Menschen ihre Alltags- und Grundbedürfnisse befriedigen. Viele seiner Aktien profitieren vom Aufstieg der Schwellenländer.

Im Fonds steckt derzeit das meiste Geld in Konsumgüterproduzenten wie Unilever aus den Niederlanden und Fraser & Neave aus Singapur, den Bergbauunternehmen Lonmin (Großbritannien), Iluka Resources (Australien), Eramet (Frankreich) und dem deutschen Düngemittelhersteller K + S. Als studierter Geograf hat French zu Bergbau- und Rohstoffunternehmen einen besonderen Bezug.

Gebühren drücken Ergebnis

Wenn sich Steinmann künftig genau über den Fonds informieren will, findet sie auf der Internet-Seite der Gesellschaft Fondsmanager-Kommentare, in denen French erklärt, warum er Unternehmen ge- oder verkauft hat. Das gefällt der Event-Managerin besser als ein langweiliger Indexfonds – Statistik hin oder her. Steinmann würde French auch Durststrecken verzeihen: „Das kennt doch jeder, dass Entscheidungen nicht immer 100-prozentig richtig sind.“

Wer die Kosten der Geldanlage drücken kann, vergrößert seine Rendite: Am günstigsten bekommt Steinmann ihren Fonds bei der Direktbank ING-Diba. Ihre 100 Euro fließen jeden Monat ohne Abzug in den Fonds, weil der Ausgabeaufschlag entfällt und auch das Depot kostenlos angeboten wird. In den Genuss reduzierter Ausgabeaufschläge und kostenloser Depots kommen nur Sparer, die auf Beratung verzichten und sich im Internet zurechtfinden, etwa um Formulare für die Eröffnung des Sparplandepots herunterzuladen. Damit hat Steinmann keine Probleme.

Manchmal helfen Verweise auf günstigere Angebote beim Verhandeln mit der Hausbank. In der Regel sind Banken aber bei Fonds für Sparpläne wenig entgegenkommend. Das Geschäft ist aufwendig, bei guten Fonds verzichten Banken oft allenfalls auf die Hälfte des Ausgabeaufschlags. Kostenlos gibt es häufig nur die Ladenhüter.

Ohne Ausgabeaufschlag

Besser sieht das bei spezialisierten Fondsvermittlern aus, bei denen die 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag für Sparpläne die Regel sind. Dafür kassieren die Fondsbanken, mit denen die Vermittler zusammenarbeiten, häufig Depotgebühren. Am meisten Rendite bleibt übrig, wenn beides kostenlos ist.

Der Internet-Fondsvermittler Fonds-Super-Markt.de etwa erstattet seinen Kunden die Depotkosten und bietet nahezu alle Fonds für Sparpläne an, und dies ohne Ausgabeaufschlag. Die Kundendepots werden bei der Frankfurter Fondsbank eingerichtet, die der US-Fondsgesellschaft Fidelity gehört.

Sollte der Fonds-Super-Markt vom Markt verschwinden, wären die Kundengelder bei der Frankfurter Fondsbank sicher verwahrt. Die Anleger zahlen Sparplanraten immer direkt in ihr Depot ein, per Abbuchung vom Girokonto. Die Fondsvermittler haben keinen Zugriff auf die Kundengelder. Der Rabatt wird sofort gewährt, also fließt die gesamte Rate in den Fonds. Auch die Kontoeröffnung ist unproblematisch: Formulare zur Depoteröffnung und zur Sparplaneinrichtung gibt es im Internet.

Wenig Aufwand, praktische Handhabung

Steinmann entscheidet sich für die ING-Diba. Die Depoteröffnungsformulare kann sie von deren Web-Seite laden und ausdrucken oder sich von der Bank schicken lassen. Die Bank richtet daraufhin ein kostenloses Direkt-Depot ein. Hat die Frankfurterin die Unterlagen unterschrieben, geht sie in eine Postfiliale, in der sie sich mit ihrem Personalausweis legitimieren muss (Post-Ident-Verfahren). Sobald die Bank ihr Geheimnummer (PIN) und Transaktionsnummern (e-Tan) geschickt hat, kann sie online oder am Telefon den Sparplan einrichten und loslegen.

Für die nächsten Jahre hat Steinmann dann erst mal Ruhe. Zwischenzeitlich sollte sie nur noch regelmäßig kontrollieren, ob ihr angespartes Vermögen wächst. Über Schwächephasen hinweg hilft der Gedanke, dass nur regelmäßiges Sparen davor schützt, sich von Börseneuphorie oder Panik anstecken zu lassen.

Nur wenn Fondsmanager French dauerhaft schiefliegen sollte und nur noch den Kursen an den Weltbörsen hinterherlaufen würde, sollte sie über einen Wechsel nachdenken. Aber das hat noch Zeit.

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